Letzter Film, den ich gesehen habe


#1323

Taxi Driver, Scorsese’s Klassiker. Nach Jahren die Zweitsichtung nun im Hamburger Savoy. So umwerfend wie damals fand ich den nicht mehr. Die Wandlung De Niro’s zu dem Mann, der sich militarisiert empfand ich trotz einfühlsamen Aufbau seines Charakters als zu abrupt. Gab es da einen Schlüsselmoment, den ich verpasst haben könnte? Die Nachtaufnahmen der Stadt sind cool, ich ziehe vom Look her allerdings modernere Alternativen wie z.B. in Collateral vor. Insgesamt jedoch ist Taxi Driver atmosphärisch nach wie vor großartig, nicht zuletzt wegen seines genialen Scores von Bernard Herrmann. Tolle Frauen Figuren mit gefühlt kurzen Auftritten. Bleibt ein absolut sehenswerter Film. 7,5/10 Pkt. @todi Warst du da?

Berberian Sound Studio

Die eigenwilligen Stories von Peter Strickland’s Filmen konnten mich bislang nicht konsequent überzeugen oder vollends in ihren Bann ziehen. In der heutigen Filmlandschaft sind sie jedoch zweifelsohne einzigartig und handwerklich mit viel Akribe und Hingabe umgesetzt. Das alleine reicht mir für eine klare Empfehlung. Berberian Sound Studio dreht sich um Schein/Illusion, Täuschung und Wahrnehmung. Das Set ist ein Tonstudio, die Mittel sind die Tonerzeugung und Vertonung. Kann ich gerade nicht bewerten.


#1324

Ja, ich war dabei. Du bist ziemlich schnell weg gerannt nach dem Film, sonst hätten wir uns noch getroffen. :wink:

Lt. Wikipedia war der Schlüsselmoment die zweite Begegnung mit Iris, als sie ihm vor’s Taxi läuft und er sie anschließend beobachtet bis sie einen Freier trifft. Ob das jetzt wirklich der Schlüsselmoment war? Hab meine DVD ausgepackt und die Szene nochmal angesehen: Danach macht er einen Eintrag ins Tagebuch im Sinne von öde und langweilig und “suddenly there is a change”, dann sieht man sein Treffen mit Easy Andy.

Von meiner Erstsichtung bin ich doch ein wenig enttäuscht. Man muss ihn wohl im letzten Jahrtausend gesehen haben, um darin ein Meisterwerk zu erkennen. Bei der Filmmusik stimme ich Frank jedoch zu.


#1325

Hast recht, ich war müde und wollte schnell nach Hause. Brauche von dort immer 'ne knappe Std. Hatte dich leider nicht gesehen :sleeping:
Hätte ich den Film nicht schon vor ca. 12 Jahren gesehen und somit die guten Erinnerungen mit hinein genommen, läge meine Bewertung vermutlich noch niedriger. Doch dazu sah ich mich nicht imstande…
Gute Idee mit der Wiki Recherche. Stimmt, der Tagebuch Eintrag, sein Monolog. Also mir reicht das aber nicht als plötzlicher Grund für seinen Wandel. So eindeutig kam das nicht rüber. Nun ja, immerhin durften wir ihn im Savoy sehen.


#1326

Die Bravo Preview von “Nerve” mit anwesendem Youtube “Star” Jonas irgendwas. Lauter Teenies drin, im Grunde kann man sich bei Mainstream Filmen nur noch an den Rand setzen weil es gefühlt mehr Popcorn und Nachos als Zuschauer gibt.
Film an sich war spannend und gut, man hätte aber noch mehr auf die Hintergründe eingehen können und das nicht alles im Schnelldurchlauf beenden sollen. Außerdem sind ein paar Sachen unlogisch: Da spielen einige Leute seit Ewigkeiten, die Hauptdarstellerin fängt neu an, bricht die Regeln und kommt trotzdem einfach so noch am gleichen Abend ins Finale. Dann wird das Spiel von Super Hackern gehackt und der Spuk ist vorbei.

Danach Suicide Squad, da lief vorher der Nerve Trailer. Entweder war es eine schlechte Projektion oder der Film sollte wirklich so komisch und dunkel aussehen. An sich ein guter Actionfilm aber eigentlich nichts besonderes. Was hätte man denn da erwarten sollen? Der Joker war auch irgendwie verschenkt, hat der da eine Szene in so nem Labor mit Spritzpistolen und dann weiß man nicht wie es ausgeht, vielleicht in den Deleted Scenes später. Die 16er Freigabe ist überzogen.

Zum Schluss der beste mit Teenage Mutant Ninja Turtles: Out of the Shadows, besser als Teil 1, man spart sich die Einführung und kommt gleich zur Sache; gibt auch mehr Abwechslung und ist abgespacet, ein kleiner Transformers Film wenn man so will. Vorher wieder der Nerve Trailer und vor Nerve gab es den Sausage Party Trailer den die meisten von dort nicht sehen dürfen weil der ab 16 ist.


#1327

Vielen Dank für die Miike-Tipps. Als nächstes wird wohl Visitor Q geschaut.

Cop Car

Zwei zehnjährige Ausreißer finden in der Einöde ein leeres Polizeiauto und lassen sich zu einer Spritztour verleiten. Leider gehört das Auto einem Sheriff, der darüber überhaupt nicht erfreut ist und es um jeden Preis wiederhaben möchte. Denn der Kofferraum birgt “Sprengstoff”, der ihm zum Verhängnis werden kann…

Als hätten die Coen Brothers eine Neuverfilmung von Stand by Me gewagt.

Dem braucht man nicht viel hinzuzufügen. Cop Car ist ein ruhiger Roadmovie Thriller, der sich viel Zeit lässt und in gekonnter Art und Weise die juvenile Unbekümmertheit der zwei großartigen Hauptdarsteller ins rechte Licht rückt. Mit 10 Jahren macht man sich eben nicht so viele Gedanken über “wenn und aber” und dieses Feeling transportiert Cop Car hervorragend. Auch Kevin Bacon in der Rolle des schmutzigen Sheriff Kretzer überzeugt mit kauziger Gestik und Mimik. Die ein oder andere Länge kann man zwar nicht leugnen (und das bei knapp 90 Minuten Film), aber das tolle Finale entschädigt für so manch lange Einstellung. Schöne Sache.

7,5/10


#1328

Akira
Dieses Animationsmeisterwerk von 1988 ist besser gealtert als ich. Ein wenig ist im Laufe der Jahre von der kindlich-jugendlichen Sicht auf der Strecke geblieben mit dem ich Akira vor gut 15 Jahren zum ersten Mal sah. Dafür gab’s die vierte Sichtung endlich mal im Kino, wenn auch leider nicht in Kopie. Der Zeichenstil ist klasse mit vielen Details und wirkt überzeugend plastisch. Die Percussion Musik hat gerade im Kino starken Eindruck auf mich gemacht. 8/10

Prinzessin Mononoke
Ich hatte den stilistisch nicht so schlicht in Erinnerung. Dafür hat mich die harmonische Musik umgehauen, die mich immer noch als Ohrwurm begleitet. Die Geschichte zeigt Miyazaki typisch eine tiefe Verbundenheit mit der Natur und ihren Wesen. So wundert es nicht das dieser Fantasy und Abenteuer Film mit seinen Fabelwesen auch Akzente eines Ökothrillers aufweist. Toll im Kino. Wermutstropfen: Es lief die DF digital. Die menschlichen Hauptfiguren mit passenden, angenehmen Synchronstimmen, von den Tierstimmen kann ich das nicht behaupten. In dieser Fassung 7,5/10

Summer Wars muss ich glaube ich noch ein wenig sacken lassen. Er war nicht das, was ich mir nach grober Inhaltsangabe vorgestellt hatte. Begriffe wie virtuelle Welt-Second Life-Avatare-Spiele usw. haben mich etwas in die Irre geführt. Der Film hat viel Sozial-dramatische Elemente und ist eigentlich ein Plädoyer für die Familie und gesunde Werte. Leichte Schwächen beim Drehbuch und in der Dramaturgie stehen sympathischen Charakteren und humorvollen Dialogen sowie ansprechenden Visualisierungen der Kämpfe im Second Life gegenüber. Vom Regisseur, der auch DAS MÄDCHEN DAS DURCH DIE ZEIT SPRANG gemacht hat, der mir etwas besser gefiel.
Ach so, sehr schön war, das der Film in Kopie als OmU lief. Direkt nach der digitalen Mononoke Fassung ein richtiger Augenöffner. Digitales Kino ist noch meilenweit vom Feeling einer analogen (35mm) Kopie entfernt. Bei zwei Filmen hintereinander im direkt Vergleich wird mir das besonders schmerzlich bewusst (alte 16mm Filme außen vor).


#1329

Najaaa, sehr blumig umschrieben. Auch jetzt gesehen. Ganz netter Zeitvertreib. Mehr aber auch nicht, wenn man mal ehrlich ist. Die zwei Jungs spielen jetzt nicht besonders herausragend, ok halt. Und auch Kevin Bacon bleibt erschreckend hinter seinen Fähigkeiten zurück. Ganz okayer Film, mehr aber auch wirklich nicht.


#1330

10 Cloverfield Lane
Nee…also das war lahm…ermüdendes Kammerspiel unter der Erde, bei dem einem die Dialoge (und Personen) wirklich ziemlich egal sind. Da war ja gar kein Schwung in der Kiste…vorgeskippt zum Ende aber auch das lässt einen völlig unberührt. Sehr blöd. 4/10

Der Spion und sein Bruder
Junge, Junge, der Cohen mal wieder. Humor bis an die Schmerzgrenze und weit darüber hinaus. Fast fragt man sich, ob die beteiligten Schauspieler (keine No Names) sich nicht Sorgen machen um ihre filmische Reputation. Sehr, sehr abgefahren aber lustig. Allerdings für mich unverständlich, sowas ab 12 Jahren freizugeben. 6/10


#1331

Die glorreichen Sieben (2016-Remake) - 8,5/10

Deutlich besser als ich es mir vor einem Jahr noch gedacht hätte, unglaublich spaßig, der Cast kommnt überwiegend gut zum Einsatz (v.a. Vincent D’Onofrio!) und der finale Showdown ist großartig inszeniert. Minuspunkte sind ein unglaublich klischeehafter Bösewicht und teilweise gravierende Logikprobleme.


#1332

Lesson of the Evil Takashi Miike

Ein Film, dessen Soundtrack hauptsächlich aus Mackie Messer aus der Dreigroschenoper besteht, kann ja nur ziemlich straight forward sein.

Der charismatische, gut aussehende Lehrer ist bei den meisten Schülern und Kollegen beliebt. Aber er hat eine dunkle Seite, die in einem Schulmassaker endet. Ich fand den Film relativ spannend, gut gespielt und die Charaktere erhalten die notwendige Beachtung. Das letzte Drittel würde auch einem Sion Sono zur Ehre gereichen. Definitiv ein besserer Miike Film. Einige der Darsteller sind uns in Terra Formars ebenfalls begegnet.

Maze Runner
Unterhaltsamer, teilweise spannender sci-fy Mystery Film, der die eher jüngere Generation ansprechen dürfte. Gute Jungdarsteller, die Kulisse des Labyrinths beeindruckend gemacht. Storytechnisch eher unausgegoren und auf Fortsetzung gepolt.

Paul
Nette Science-Fiction Komödie für zwischendurch mit dem bewährten Team Simon Pegg und Nick Frost, die nach einer Comic Con einem Alien helfen.Witzige Anspielungen, Seitenhiebe zum Schmunzeln gegen Nerds und Christen, teilweise ein wenig schwer zu verstehen.


#1333

Das hat gereicht um ihn auf meine Liste zu setzen :wink: Vielen Dank. Maze Runner hat mir auch unerwartet ganz gut gefallen, wenn man die relativ deutliche Zielgruppe akzeptiert (oder ignoriert) und mit den kleinen Macken der Story leben kann. Das Alien auf der Flucht fand ich hingegen eher schwach damals.

Bei mir lief Dogtooth leider nicht in Kopie aber als OmU. Tja, was soll ich dazu sagen…Wie Funny Games in lustig. Und fühlt sich auch beinahe genauso überflüssig an. Immerhin habe ich ihn zu Ende gesehen. Und er hat einen gut gewählten Rhythmus und ist handwerklich in Ordnung. 5/10 Pkt.

Da hätte ich im nach hinein doch lieber Abattoir geschaut. Aber wenigstens hast du mir zu einer schnellen Entscheidung verholfen.:wink:
Und warum ist Dogtooth nun Kult? Und für wen überhaupt? :thinking:


#1334

The Purge: Anarchy

Ich werde mit der Reihe nicht warm… aber die Fortsetzung war immerhin etwas abwechslungsreicher und weniger vorhersehbar als der Vorgänger. Wenn man den mochte, kann man sie sich ruhig ansehen. Wer mit dem Konzept an sich nichts anfangen kann, wird hier aber wahrscheinlich auch nicht bekehrt. Und ich glaube immer noch nicht, dass mit einem Mal so viele normale Menschen zu Mördern werden, nur um dann den Rest des Jahres weiterzuleben, als sei nichts gesehehen… dafür bin ich wohl doch zu optimistisch :wink: 6/10

United 93

Sehr packend inszenierte Nacherzählung des ehtführten Fluges, der am 11.9.2001 als einziger sein Ziel nicht erreichte. Man weiß, dass die Geschichte tragisch endet, aber zum Glück wird nicht noch extra auf die Tränendrüse gedrückt, indem Einzelschicksale der beteiligten Personen in den Vordergrund gerückt werden. Stattdessen ist es eine sachlich wirkende Dokumentation der Ereignisse, die trotzdem fesselt und bestürzt. Sehr empfehlenswert! Schade nur, dass sie an einigen Stellen der Dramaturgie wegen Dinge dazu erfunden haben und dadurch sogar Opfer in ein schlechteres Licht rücken. Das stößt mir bei Filmen, die mit Authenzität werben, sauer auf. 7/10

Schatten der Vergangenheit - Dead Again

Zufallsfund, ich hatte vorher nie von diesem Film aus dem Jahr 1991 gehört. Aber die Darsteller (Kenneth Branagh, Emma Thompson, Andy García, Robin Williams) haben mich neugierig gemacht. Es geht um eine Frau mit Gedächtnisverlust, die sich an ein früheres Leben zu erinnern glaubt. Eine merkwürdige Mischung aus Mysterythriller, Grusel und Romantikkomödie, was nicht immer geschmackssicher gelingt, aber großartig unterhält. 8/10

12 Years a Slave

Historische Stoffe interessieren mich zwar, allerdings habe ich ja schon mal erzählt, dass ich in Filmform lieber das Phantastische mag als ein realistisches Drama. Dennoch ein sehenswerter Film zu einem wichtigen Thema, an dem mich vor allem fasziniert hat, wie er es schafft die Aussichtslosigkeit der Situation zu transportieren, indem jede Hoffnung auf Hilfe immer wieder zerstört wird. Geht man nur nach der Handlung, wird er aber auch stellenweise ziemlich zäh und wirkte merkwürdig distanziert auf mich. 7/10

Iron Sky

Es hätte so schön sein können… Aber ich mag zwar Trash, mit Trashkomödien hingegen kann man mich jagen. Und Iron Sky ist genau das. Laut, plump, albern. Alle Charaktere haben mich genervt. Dabei hat er einige richtig gelungene Gags zu bieten, die meistens von der eher zurückhaltenden Sorte sind… Und die Effekte sind schön stimmig. Trotzdem war ich froh, als der Director’s Cut endlich vorbei war. 4,5/10


#1335

Wenn Dich diese Art von Filmen interessiert, dann solltest Du unbedingt auch folgenden Film/Serie irgendwann mal anschauen.
Hier haben sich bei mir kontinuierlich die Nackenhaare aufgestellt und die tiefen Emotionen waren allgegenwärtig!
Für mich ein kleines unentdecktes Meisterwerk zum Thema “Slaves and Negroes”!


#1336

Danke für den Tipp, wird vorgemerkt. Bei mir ist nur immer der Zwiespalt, dass mich zwar die historischen Hintergründe interessieren, ich aber bei Filmen doch lieber zu Unterhaltung als Drama greife… da muss die Stimmung dann gerade passen, so wie in den letzten Tagen.


#1337

Ich fand den 1. Teil aufgrund seiner neuen Idee faszinierend und erfrischend, dabei ausgesprochen spannend. Der 2. Teil hat mir dann gar nicht mehrgefallen, weil er sich auf das reine Actionspektakel auf den Straßen begrenzt und mir zu wenig Tiefgang hat. Nun hab ich mir doch noch Teil 3 gegeben, der mir wieder ETWAS besser gefällt als Teil 2. Wer Teil 2 mochte dürfte auch den Dritten gut finden, mir fehlt in beiden die Beklemmende Stimmung aus Teil 1.


#1338

Oh, da sprichst du ein wahres Wort. Auch wenn der bei dir noch deutlich besser wegkommt als bei mir. Es gab eigentlich nichts, was an diesem Streifen nicht scheiße war (und das eben NICHT auf die trashige Art und Weise). 2 Punkte gibts für die “Götterdämmerung” :D. Ansonsten ein Film, der sein Potential gnadenlos verschleudert.

The Invitation

Nachdem David nach 2 Jahren Funkstille von seiner Ex und ihrem neuen Freund eingeladen wird, überkommen ihn schon auf der Hinfahrt zu diesem Treffen die Zweifel. Dieses Misstrauen wird dann noch verstärkt, als er sich im Kreis von alten Freunden (welche ebenfalls eingeladen wurden) wiederfindet und sich die Gastgeber im Laufe des Abends immer seltsamer verhalten…
The Invitation ist ein Paradebeispiel für einen gelungenen Psychothriller. Als Zuschauer fiebert man mit, hinterfragt wie David den Sinn dieser Zusammenkunft und wird ein ums andere Mal in die Irre geführt. Oder anders gefragt: Wer ist hier eigentlich der Irre: David oder das Ehepaar? Das Spannungslevel ist permanent hoch und auch wenn sich das Finale später recht vorhersehbar seinen Bann bricht, so ist es doch in seiner kalten Konsequenz sehr ansehnlich. Für Gänsehaut dürfte die allerletzte Sequenz vor dem Abspann sorgen. Ordentlich.

7,5/10

Don’t Breath

Könnte es tatsächlich sein, dass ein “Blockbuster” aus dem Horrobereich mal wieder sowas wie das Prädikat “Sehenswert” erhält? Es könnte.
Don’t Breath ist ein knackiger Schlag in die Magengrube, welcher zwar an sich nichts Neues bieten kann, aber mit bewährten Mitteln ein gutes Thrill-level erreicht. Die eigentlichen Punkte holt sich dieser schicke Home Invasion Thriller mit seinen mehrfachen Wendungen, die den Zuschauer immer wieder zwingen, in neue Richtungen zu denken. Leider schaut auch das ein oder andere Logikloch um die Ecke und die Schauspieler bleiben bis auf Stephen Lang sehr blass und bieten eigentlich keinerlei Fläche für Sympathien. Auf der Habeseite steht dann noch der Fakt, dass man auf eine lange Einführung verzichtet und es relativ schnell ans Eingemachte geht. Das Tempo ist sowiso durchgehend hoch und bietet kaum Verschnaufpausen, dazu gibt es einen Schluss, der mich zumindest versöhnlich stimmte.
Don’t Breath ist selbst für seine ambitionierten Verhältnisse gen Blockbuster sehr düster und unangenehm geraten, eine Sichtung lohnt sich auf jeden Fall, schon allein wegen des heimlichen Stars: dem Hund.

7,5/10

You’re Next

Da im Vorprogramm zu Don’t Breath der Trailer von Blair Witch lief, hatten ein Kumpel und ich danach noch spontan Lust auf You’re Next. Was soll man sagen? Auch beim zweiten Mal ist dieser Film einfach ein wunderbar unterhaltsamer Slasher, den ich gar nicht so brutal in Erinnerung hatte. Das Blut fließt jedenfalls reichlich und die unterschiedlichen Arten, wie hier Menschen ins Gras beißen, sind aller Ehren wert. Hinzu kommt, dass You’re Next trotz aller Gewalt nie wirkliches Unbehagen beim Zuschauer auslöst, sondern stets seine amüsante, schwarzhumorige Note behält. Sharni Vinson und dieser gottverdammte Ohrwurm Looking for the Magic sichern dann locker die:

8/10


#1339

The Oily Maniac

Hong Kong-Trashproduktion der Shaw Brothers von 1976. Verkrüppelter Anwaltsgehilfe paust von dem Rücken eines Todeskandidaten einen Zauberspruch ab, der ihn bei Kontakt mit irgendwelchem Öl in ein matschiges Monster mit Taschenlampenaugen und Superkräften verwandelt. Unnötig zu erwähnen, daß der Showdown in einer Fabrik für Kokosnußöl stattfindet… Zudem hat der Titelheld die famose Fähigkeit, sich als (primitiv getrickste) Öllache, untermalt mit dem Titelmotiv aus “Jaws” an die Schurken anzuschleichen, bevor er sich mit godzillamäßigem Urschrei in den titelgebenden Irren verwandelt. Schön albern und dämlich, und wenn auch deutlich zahmer als der “Greasy Strangler”, so dürfte der Streifen doch als Inspirationsquelle gedient haben.


#1340

So, filmische Bildungslücke geschlossen:

Rosemary’s Baby
der Klassiker von Roman Polanski.

Ein junges, verliebtes Paar besichtigt eine Wohnung, deren Besitzerin vor kurzem gestorben ist. Es findet sich bereits ein klitzekleiner Hinweis bei der Besichtigung der Wohnung darauf, dass etwas nicht in Ordnung gewesen sein könnte, als Rosemary einen Zettel mit einer verzweifelten Aufschrift findet. Oder dass ein Schrank vor dem Wandschrank steht. Oder dass der gute Bekannte Horrorgeschichten von dem Haus zu erzählen weiß. Das Paar zieht trotzdem ein. Und subtil ändern sich die beiden, er wird unbeherschter, gefühllos, sie wird schwanger und misstraut bald jedem und fürchtet um das Wohl des ungeborenen Kindes. Die super neugierigen Nachbarn erleichtern die Sache nicht. Und so nimmt das Unheil seinen Lauf.

Mia Farrow spielt sich die Seele aus dem Leib. Sie wirkt einerseits sehr zerbrechlich, aber auch stark und entschlossen und gleitet immer mehr in den Wahnsinn ab.

Und Polanski beweist, dass ein Film durchaus gut beleuchtet sein kann, normale gemütliche Wohnungen haben kann, ein Film, bei dem man alles gut sehen kann, aber trotzdem schauert’s einen. Auch der Einsatz der Musik war gelungen. Vor allem als Worte oder Schreie nicht mehr genug waren.

Ich denke, was die Faszination des Films ausmacht, gerade damals als er herauskam, war, wie weit Polanski das Teufelsthema aufgegriffen hat. Da hat er sich ganz schön was getraut.

World War Z
So, nun verstehe ich auch die Vergleiche zu Train to Busan.

Brad Pitt spielt einen UN-Bauftragten, der den Ursprung des Zombie-Virusses, den Patienten 0, finden soll. Dazu reist er um die Welt, die nahezu von Zombies ueberrannt ist. Der Film beginnt ja eher gemaechlich, so dauert die Einfuehrung von Pitts Charakter und dessen Familie fast eine halbe Stunde. Natuerlich bricht die Zombie-Apokalypse voellig ueberraschend ueber sie herein. Sie werden gerettet, aber Pitts Charakter soll eben dann als Gegenleistung den Ursprung finden. Es ist eine rasante Suche, teils auch sehr spannend - der Adrenalinspiegel bleibt hoch. Manche Szenen fand ich daemlich, Brad Pitts Frisur ebenso. Auch ist das Ende dann sehr auf Fortsetzung getrimmt. Schoen, Moritz Bleibtreu in einer kleinen Rolle zu sehen, er scheint ja seine Fuehler ueber den deutschen Rand hinaus zu strecken, konnte man ihn ja auch in “Kill your Friends” entdecken. Noch ein Schmankerl am Rande: Peter Capaldi spielt einen W.H.O Doctor, zwei Monate nach Abschluss des Films wurde er als 12. Doktor Who genannt.


#1341

Ich entschuldige mich im Voraus für das Gemecker, aber ich habe mich selber dazu gezwungen, durch die komplette Hunger Games Reihe zu gucken, und bin etwas frustriert dadurch. :wink:

The Hunger Games: Mockingjay – Part 2

Endlich geschafft. Teil 4 bringt diese erbärmliche Reihe zu einem erwartungsgemäßen Ende. Weil man Katniss nicht wie im letzten Film nur einen einzigen wichtigen Pfeil hat abschießen lassen wollen, bekam sie zwischendrin immerhin eine actionreiche Kampfszene gegen die Monster aus The Descent spendiert, die in etwa so überzeugend wirkt, als würde Hulk plötzlich Namen auf Reiskörner schreiben. Das war’s aber schon, danach gibt es tatsächlich nur wieder diesen einen Pfeil - und mit dem tötet sie ganz schön feige. Was für eine Heldin! Ich habe glaube ich noch nie eine Filmreihe gesehen, in der sämtliche Charaktere solche Luschen sind. Man könnte sich das so zurechtbiegen, dass es eben ganz normale Menschen und keine Supehelden sind… aber dafür ist der ganze Hintergrund viel zu aufgeblasen und ihre Gefühle werden nicht mal auf GZSZ-Niveau thematisiert. Selbstverständlich müssen wir IMMER NOCH das schwammige Liebesdreieck aus dem ersten Teil ertragen, zu dem die gute Katniss nicht richtig Stellung beziehen will und stattdessen lieber nur traurig dreinschaut. Diesmal dürfen die süßen Boys nicht durch Nettigkeiten um sie buhlen, sondern es geht zur Abwechslung darum, wer sich zum weniger großen Arschloch entwickelt halt. Wählt sie den, der sie töten will? Oder lieber den, der ihre Familie auf dem Gewissen hat? Es bleibt spannend in Panem! Für die paar Zuschauer, die das tatsächlich noch interessiert… ich kann den Reiz daran immer noch nicht nachvollziehen. Fiebert wirklich jemand bei dieser Romanze mit?
Weil sie im Kriegszustand nicht wieder die Hunger Games veranstalten können, aber irgendwie ihrem Titel gerecht werden müssen, werden übrigens für die Spiele typische Fallen in der Hauptstadt aufgebaut, um die Rebellen aufzuhalten. Und diese Fallen sind dermaßen unpraktisch, dass man viel Phantasie braucht, um sie ernst zu nehmen. Der Weg durch die Stadt war wenigstens ganz abwechslungsreich inszeniert, aber das Finale fühlte sich dann merkwürdig unfinalig an. Und die allerletzte Szene ist an spießigem Kitsch kaum zu überbieten. Fehlte nur noch, dass sie gemeinsam den weißen Lattenzaun streichen…


#1342

Ja krass, bei mir war nach Catching Fire das Feuer aus…höhö…Den ersten fand ich noch ganz annehmbar, eine ganz okaye fantastische Geschichte eben. Der zweite war mir dann schon zu doof und so hat sich dann auch mein Interesse an der weiteren Auswälzung der Geschichte verflüchtigt.

Brazil (1985)
“Bildungslücke” geschlossen. Dieser “Terry Gilliam” gilt gemeinhin ja als Klassiker. Puh, mich hat er überfordert. Üppig und aufwendig, ja aber Ich komm nicht klar auf Filme, in denen eine stringente, greifbare Story fehlt.

Drei Farben - Blau
Ja, 1993 mag der auf europäischen Filmfestivals für Aufsehen gesorgt haben, vorallem vor dem Hintergrund seiner cleveren musikalischen Untermalung, Vorzuwerfen ist ihm auch nichts aber wenn man es böse formulieren wollte, ist es nicht mehr als ein schnödes Schicksals-Drama.

Dragon Eyes
Zufalls-Guck. So überhaupt nicht mein Genre aber dran geblieben. Alles etwas… meh, albern. Jeder Typ spielt so hart bis zum Overacting.

Keanu
Mega-Enttäuschung!!! Key & Peele als Serie find ich den Knaller, so hatte ich mit nichts weniger gerechnet als mit der vollen Ladung geiler, augefallener Gags in Spielfilmlänge. Aber da kam ja gar nichts. Das war wirklich erschreckend, dass ich sogar nochmal nachgucken musste, ob das Drehbuch auch tatsächlich auf die Zwei geht. Gut, der George Michael Gag war typisch Key & Peele aber a) war das so ziemlich der einzige in 20 min. und b) kannte man den schon aus dem Trailer. Ne, das war leider ärgerlich.