Letzter Film, den ich gesehen habe


#1363

Guten Tag. Hier meine Ausbeute der letzten Abende:

The Neighbor

Netter kleiner Terrorfilm (Inhalt siehe FFF), der vor allem zum Ende hin ein paar Überraschungen bietet, aber letztlich nicht wirklich mitreißt und lange braucht, bis er in die Gänge kommt.Schön gemacht auf jeden Fall, vor allem Vor- und Abspann.

Blood Father

Ein straightes und kurzweiliges B-Movie, in dem Mel Gibson sein Comeback als ernstzunehmender Schauspieler liefert. Töchterchen Lydia hat so richtig Mist gebaut und nun sind ihr die brutalen Schergen eines Drogenkartells auf den Fersen. Papa, ein Aussteiger aus der rechtsradikalen Rockerszene, soll’s richten. Und der hat’s trotz seiner traurigen Gestalt noch drauf. Hat mir sehr gut gefallen, das Setting, die Typen, der Rhythmus, alles sehr schön abgestimmt. Kein großer Film, aber gute Unterhaltung. Schade, dass die Rolle von William H. Macy nicht noch ein bisschen ausgebaut wurde, Dafür gibt es umso ausfürhlicher einen grimmig- sympathischen Mel Gibson zu bestaunen.

Victoria

Vielleicht kein FFF-Film, sei aber allen Fans großer Filmkunst hier ans Herz gelegt, Eine Truppe junger Taugenichtse marodiert durchs nächtliche Berlin und nimmt die spanische Cafébedienung Victoria in ihre Mitte. Was als ausgelassene Sauftour beginnt, wird bald blutiger Ernst: ein Banküberfall, Geiselnahme, es fallen Schüsse… Der neue Wurf von Sebastian Schipper (ABSOLUTE GIGANTEN) geht nicht ganz so ans Herz und bietet weniger schrulligen Humor als das kultgewordene Debüt, aber was hier auf die Beine gestellt wird, ist schon ein Meisterwerk der Logistik: Der Film dauert fast 2 1/2 Stunden und wurde in einer einzigen Einstellung ohne Schnitt gedreht, Schon für Freunde des Geschehens hinter der Kamera atemberaubend. Diese sollten sich auch die 2 1/2 weiteren Stunden Zeit nehmen und den Audiokommentar des Regisseurs auf der DVD anhören. Hochinteressant zu erfahren, was da Schauspielern, Setrunnern und letztlich dem Meister selbst abverlangt wurde und was so alles Unvorhergesehenes passieren kann. Ein echtes Ereignis, auch wenn die Story letztlich eher Nebensache ist.


#1364

Hallo, irgendeine Ahnung wo man Sono’s Norikos Dinner Table herbekommt? Gibt es davon schon eine Blu ray? Ich bin nicht fündig geworden.


#1365

Iron Fist: The Giants are coming - Turkish Nonsense, hooray! Wie soll ein Film das steigern, wenn bereits nach zwei Minuten ein Transvestit im Rollstuhl namens “Fumancu” auftaucht? Na bitte! Da stinkt sogar das Strumpfhosenkostüm des Polizisten als “Süper-Bat-Man” gegen ab. Ach ja, irgendwas war mit einem magischen Dolch (aka Aldi-Küchenmesser,) einem glatzköpfigen Klischeerussen mit aufgemalter Narbe, leichtbekleideten Undercoveragentinnen und Stahl- (aka Plastik-) Fäustlingen. “Türken sterben nicht so leicht” - und vergessen dabei sogar die Einschußlöcher im Anzugshemd! İyi günler!


#1366

Dario Argento’s Phenomena. Mein Eindruck war, das der in der Argento “Fan Gemeinde” nicht den besten Ruf genießt. Ob das wirklich so ist weiß ich nicht, ist aber der Grund dafür, das ich den Film mit den geringsten Erwartungen angegangen bin. Hat mir dennoch gefallen. Die Verbindung der Themen, Insekten- junges Mädchen in fremden Land- Serienkiller- Schlafwandler, hat mich angesprochen. Der Showdown war ordentlich inszeniert und die Szene beim Auftreten ihres Vaters hat wohl jeden gut erwischt. Außerdem habe ich Jennifer Connelly bislang nicht in so jungen Jahren spielen sehen. Ich vermute mal das war eine ihrer ersten Spielfilm Rollen? Allerdings ist Phenomena auch unausgewogen. Stichwort Musik. Mal findet sich eine atmosphärisch genial passende Begleitung, dann wieder billigste Synthie Sounds, die den Film richtig verunstaltet haben. Manchmal passte der Heavy Metal Einsatz, dann wieder weniger… Insgesamt ein Vergnügen für mich. Ca. 7/10 Pkt.

Wild at Heart
Fühlte mich um Jahre zurück versetzt. Wie jung Laura Dern und Nicolas Cage da noch waren… Herrlich, solch alte (Kult-) Filme mal wieder anzuschauen. Sah ihn zum zweiten mal. Das Drehbuch, die Story, ist sicher nicht die Creme de la Creme aber der Film bietet einige hypnotische Momente wie z.B. die Highway Fahrt zu Chris Isaac’s “Wicked Game” oder die Exekutionsszene mit den gruselig tiefen Sounds. Visuell ist er auch reizvoll inszeniert mit seinen Close ups von Zigarettenglut oder interessant eingefangenen Blickwinkeln der Protagonisten, wie z.B. Lulu’s (L.Dern) verengtes Sichtfeld aus dem Auto heraus während ihrer Fahrt auf dem Highway oder die Projektion der Protagonisten auf eine Glaskugel. Echt sehenswerter Film bei dem am rührenden Ende doch das leichte Gefühl da ist, das irgendetwas fehlte…knapp 7,5/10 Pkt.

Meine Blu ray hatte in den letzten Szenen kein richtigen Stereo Sound mehr (wo sie sich am Auto treffen), sondern wechselte immer von linkem Speaker auf den rechten. Das schien mir ein Produktionsfehler zu sein. Kann das jemand bestätigen? Besitze das engl. Steelbook. Möglicherweise wurde die Szene aber auch so aufgenommen.

Edit: Habe den Fehler nach einem Tipp nun gefunden. Offenbar eignet sich in diesem Fall die 5.1. Spur nur für Surround Systeme. Da ich nur Stereo Boxen am TV habe, kam die Spur damit nicht zurecht (sonst klappt das meistens). Bei Anwahl der LPCM 2.0. Spur funktioniert es einwandfrei. War mir bislang nicht bekannt, das eine höherwertige Tonspur bei begrenztem Stereo System zu Problemen führen kann.


#1367

Jennifer Connellys erster Film war “Es war einmal in Amerika”, in dem sie auch phänomenal ist. Vielleicht hast du sie auch schon in Labyrinth gesehen. Phenomena ist wohl ihr zweiter Film.

Wild at Heart steht noch auf meiner to see Liste. Bis jetzt hat mich Laura Dern abgeschreckt. Mag sie nicht sonderlich und find sie eher nervig. Wobei ihre schauspielerische Leistung in Inland Empire echt klasse ist. Inland Empire ist die Lynch Version von Perfect Blue.

Noriko’s Dinner Table: ich meine, da gibt’s verschiedene Angebote auf Amazon.de. hab da eine Version in meiner Wunschliste gespeichert. Ist relativ teuer.


#1368

Lol. Auf Amazon steht eine gebrauchte US Scheibe für 300 Euro! Und eine japanische mit franz.Untertiteln. Eine Blu ray gibt es offenbar nicht. Findet sich auch weltweit keine auf Blu ray.com. Also weiter warten und auf Rapideyemovies hoffen :worried:

Wild at Heart ist eine Roadmovie Romanze, bisschen Drama und Thrill. Wenn du Laura Dern nicht magst wird er Dir u.U. nicht zusagen. Aber wie man sie nervig finden kann, kann ich nicht nachvollziehen. Denkst Du an einen bestimmten FIlm? In Wild at Heart ist sie es jedenfalls nicht.


#1369

Jurassic park :slight_smile: ich kann’s nicht besonders gut erklaren. Finde, sie schneidet zu viele grimassen und ihr Gesicht finde ich jetzt auxh nicht sehr attraktiv. Allerdings mag ich Lynch, von daher möchte ich den Film schon schaun. Nächstes Jahr, nach meinem weihnachtsmarathon.


#1370

“Nocturnal Animals”

Ach du liebe Zeit, was für ein Brett von einem Film. Als hätten sich David Cronenberg (Eine kurze Geschichte der Gewalt) und David Lynch (Mulholland Drive) entschlossen ein Drehbuch des verstorbenen Stanley Kubrik (Eyes Wide Shut) zu verfilmen. Und “Nocturnal Animals” weisst so manche Parallele zu den vorgenannten 3 Filmen auf.

Ultrastylishe Bilder wechseln mit dreckigen, staubigen Cinemascope-Aufnahmen und einer trotz aller aufgestauter Gewalt mehr als nur langsamen Erzählweise, und erinnern in ihrer Weite und Trostlosigkeit an “No Country For Old Men”, während sich ein für sensible Naturen mehr als schwer zu ertragendes Drama in verschachtelter Erzählweise entblättert, das mit seinen in parallel voneinander erzählten Bilderwelten wiederum an Lynch erinnert. Unterlegt mit melancholischer Musik, einem großartigen Jake Gyllenhaal und einer äusserst erotischen Amy Adams bricht die Erzählung dann aber doch immer wieder mit nachhaltig verstörenden Szenen auf den Zuschauer ein.

Eine Frau schneidet sich an scharfem Papier, Blut tropft, eine unheilvolle Story nimmt ihren Lauf, die auf 2 Ebenen spielt , welche an verschiedenen Punkten miteinander verknotet zu sein scheinen, was recht anspruchsvoll und verkopft in Szene gesetzt wurde. Absoluter Hammer und von mir eine echte Empfehlung für Cineasten. Erwartet hier aber bitte keinen Rachethriller im üblichen Sinne, das wäre auch nicht der Stil von Regisseur Tom Ford.


#1371

Der Rote Rausch, ein deutscher s/w Film von 1962 lief als Kopie im Programmkino. Ich ließ es auf einen Versuch ankommen, weil es Klaus Kinskis erste Hauptrolle war und es hieß, der Film wäre lange Zeit verschollen, nicht auffindbar oder so ähnlich. Hat sich auf Grund seines eigenwilligen Genre Mixes gelohnt; Eine Mischung aus Psycho Drama, Krimi und Heimatfilm, was sich auch in der Musik wieder spiegelte. Kinski spielt einen Geisteskranken Frauenmörder, der aus der Anstalt ausbricht und sich auf dem Land als Flüchtling aus dem Osten ausgibt und dort untertaucht. Aber seine verschütteten Triebe gelangen an die Oberfläche zurück. Man spürt ihn auf und er wird gejagt, mehr Opfer als Täter. Kinski spielt intensiv gut, verleiht seiner Figur allerdings für meinen Geschmack etwas zu viel, ähm… poetische Intention ? Es wurde mit einigen Zooms gearbeitet und sinnvollen Close ups. Visuell hat mir außerdem der Stroh Brand gefallen. Für Kinski Freunde interessant. Auf jeden Fall ein guter 6er von 10 Pkt.

@Alexander
Nocturnal Animal läuft tatsächlich in allen denkbaren Sprach Variationen, also OF/OmU/deutsch. Ist der Dialog reich, ggfs. schwer zu verstehen? Was empfiehlst Du? Ich werde ihn ansonsten -wie mittlerweile meistens- in der OF schauen.


#1372

Das würde mich nach der sehr ansprechenden Kritik auch interessieren. Alexander, sag mal an! :relaxed:


#1373

Das war aber mehr als überfällig, Michaela. Ich habe den Film zum ersten mal vor 33 Jahren gesehen (als er 1980 rauskam “durfte” ich noch nicht…) und seitdem etwa 15 mal, gerade diese Woche hatte ich schon wieder Lust drauf, ist einer meiner Lieblingsfilme. Es gibt auch eine sehr spannende Doku über die -angeblich- im Film von Kubrick versteckten Geheimbotschaften, kam neulich im TV, für Fans des Films total irre.

Ansonsten : Willkommen in der Welt von Stanley Kubrick. JA, der Mann machte vieles anders und wenig so, wie die meisten Regisseure. Ich vermisse ihn sehr, weil mir die meisten Filme die heutzutage gedreht werden furchtbar langweilig und generisch vorkommen.


#1374

Ich habe ihn i.d. Originalversion geschaut. Es gibt einen Polizisten dessen “slang” etwas anstrengend ist, die Dialoge sind insgesamt aber sehr gut zu verstehen. Ich hatte eigentlich mehr Probleme damit, den Film insgesamt zu verstehen und werde ihn mir bestimmt noch einmal ansehen. Man kann da viel reininterpretieren, würde gerne über die Geschichte hier diskutieren, sobald ihn mehr FFFler geschaut haben.


#1375

Fand ihn auch gut verständlich in jeder Hinsicht.


#1376

Von Kubrick hab ich schon mehr geschaut, war nicht mein erster Film :slight_smile:


#1377

Der Nachtmahr

Sehr abgefahrener, lauter und etwas anstrengender Film über ein in Berlin lebendes Teenie-Girl, das zwischen Technoparties und Drogenkonsum Gefahr zu laufen scheint, ihren Wahnvorstellungen zu erliegen da sie denkt des Nachts von einer unheimlichen kleinen Gestalt besucht zu werden, die aber nur sie selbst sehen kann… Das halluzinierte Wesen nimmt für den Zuschauer reale Formen an und ab etwa der Hälfte des Films ist eigentlich nicht mehr wirklich klar, ob es sich wirklich nur um eine drogenindizierte Hallu handelt. Der permanente Wechsel zwischen extrem lauter, ultrakrasser Technomucke und sehr leisen Dialogen kann anstrengend sein, trägt aber auch zur Atmosphäre bei. Ein hochgeradig unterhaltsamer Film, der ein toller Beitrag für das FFF hätte sein können.

7/10 Punkten


#1378

Ran von Akira Kurosawa (1985)

Wahnsin, was für ein sonderbares Meisterstück!
Neben den Sieben Samurai mein erster Film von Kurosawa und mit Sicherheit ein Filmerlebnis, wie ich es vorher noch nicht erlebt habe. Diese Atmosphäre, diese Bilder, dieser Tiefgang, diese Schauspieler… hier stimmt einfach allew und wirkt frisch und neu, so alt der Schinken auch sein mag. In tiefer Verbeugung… 10/10


#1379

Die Haut, in der ich wohne

Sehenswerter, spanischer Psychothriller über einen Schönheitschirurgen. Antonio Banderas gibt es also noch. Und das Ganze wird dermaßen abgedreht, dass ich gar nicht mehr verraten will. Wer ungewöhnliche Geschichten mag, sollte Spaß mit dem Film haben, auch wenn er ein paar Macken hat. 7,5/10

Der Marsianer

Feel Good Movie über die Macht der Wissen- und Freundschaft. Genau das richtige für die Weihnachtszeit gewesen und um sich doch noch einen Funken Hoffnung für die Zukunft zu bewahren. 8/10

Annabelle

Uninspirierter Gruselquark, der nicht einmal die Puppe genügend in den Mittelpunkt rückt, sondern irgendwelche CGI Dämonen dazu packt. Sieht auch noch extrem billig aus. Der Regisseur hat vorher Mortal Kombat 2 und Butterfly Effect 2 gedreht… noch Fragen? 4/10

Rob Zombie’s Halloween

Mein erster Rob Zombie Film (ja ehrlich… es wundert mich selber), und leider nicht ganz mein Fall. Dabei rechne ich es ihm hoch an, dass er im Gegensatz zu etwa dem Freitag der 13. oder Nightmare Remake einen eigenen Stil verfolgt. Und es geht brutal zur Sache. Wären nur die Charaktere nicht allesamt dermaßen bekloppt… Ich kam mit der Mischung nicht klar, dass der Film einerseits auf ernst macht (inklusive klischeehaftem Familiendrama am Anfang) und andererseits die Dialoge klingen, als wären sie von Emokiddies geschrieben worden, die möglichst böse sein wollen. Bestimmt findet diese Mischung ihre Fans, aber für mich versenkte sie einen Film mit guten Ansätzen im Mittelmaß. Aber hey, immerhin habe ich jetzt wahrscheinlich den Horrorfilm gesehen, der die meisten langhaarigen Männer pro Minute bietet :slight_smile: 5,5/10


#1380

Gestern und heute war ich im Kino, habe wie immer jede Menge Trailer gesehen. Die Reaktion des Publikums war normal, nur bei einem der gestern und heute lief haben die Leute gekichert, nämlich bei Power Rangers, bei keinem anderen. Sieht so ähnlich aus wie Fantastic Four, kommt da etwa der nächste Flop?

Gesehen hab ich Great Wall, Die Hölle - Inferno und Passengers. Der erste war ein seelenloses CGI Spektakel wo man immer noch sieht dass es Effekte sind. Hölle ist ein ZDF/ORF Krimi Thriller Drama mit Sozialtouch und erfrischenden Härten. Passengers eine Sci Fi Romanze mit zu wenig Sci Fi und zu viel Romanze.


#1381

Ach scheiße, dass ich Nocturnal Animals im Kino verpasst habe. Nun denn…

We-Zusammenfassung:

We Are The Flesh

Einer der großen Spalter des letztjährigen Fantasy Filmfest. Exotische Extremerfahrung vs. Kunstkacke. Bei solchen Filmen bin ich ja von Natur aus neugierig. Hier hätte ich die Neugier mal im Zaum halten sollen. Meine Herren, was für ein Schwachsinn. Es ist wohl das erst Mal überhaupt, dass ein Film, der am laufenden Band Tabus brechen und “irgendwie anders” sein möchte, bei mir nur gähnende Langeweile hervorruft. Eigentlich schon eine Leistung, wenn man es nicht mal ansatzweise schafft, mit Aspekten wie Inzest, psychischem Verfall, körperlichem Wahnsinn und expliziten Gewalt- und Sexdarstellungen beim Zuschauer irgendwelche Emotionen auszulösen. Der ganze Quark lässt einen die kompletten 77 Minuten mehr als kalt und man schaut immer wieder auf die Anzeige des Players, um festzustellen, dass die Zeit einfach nicht verstreichen will. Identifikation mit den Figuren = 0. Was diesen hanebüchenen Unsinn aber erst so richtig nervtötend macht, ist dieser pseudointellektuelle Theaterüberbau, der derart gezwungen wirkt, dass man an vielen Stellen einfach nur lachen muss. Positiv in Erinnerung bleiben lediglich die ganz schöne Kulisse und das durchaus überraschende Ende, ansonsten kann ich einem Streifen, der wie ein Arthouse-Porno von zugedröhnten, mittelmäßig begabten Kunststudenten im 18 Semester wirkt, bei Leibe nicht mehr geben als:

2/10

Chained

Film Nr. 4 von Jennifer Lynch hat mich durchaus positiv überrascht. Sicher, Chained ist keine außergewöhnliche Erfahrung, an einigen Stellen schon sehr holprig erzählt und am Twist zum Schluss dürften sich die Geister scheiden, denn auch wenn man jenen sicher nicht kommen sieht, so wirkte er auf mich doch arg konstruiert.
Trotzdem schafft es Lynch, eine sehr bedrückende, hoffnungslose Atmosphäre zu kreieren und erschafft zudem einen richtig ekelhaften, psychotischen Serienkiller, dessen bloße Anwesenheit im Verlauf des Films zu regelrecht unangenehmen Gefühlen führt. In puncto Soundkulisse hat sich Lynch einiges beim Vater abgeschaut, dumpfes Dröhnen und minimale Geräusche lösen maximales Unbehagen aus. Hinzu kommen ein paar kurze, aber radikale Gewaltausbrüche und einer der intensivsten, schmerzvollsten und emotionalsten körperlichen Momente, die ich bis dato im Film gesehen habe. Wenn es storymäßig etwas runder gelaufen wäre, hätte Chained das Zeug zum Meisterwerk.

7,5/10

The Nice Guys

Meine Erwartungen waren wohl etwas zu hoch. The Nice Guys ist der beste Beweis dafür, dass man Trailer besser nicht sichten sollte. Hier wurden mal wieder gut und gerne 70-80% der besten Gags des Films schon im Voraus verbraten und so kommt es vor allem im Mittelteil zu Ermüdungserscheinungen. Das Niveau, welches hier mit manchen Szenen gelegt wird, kann Shane Black leider nicht über die gesamte Spielzeit halten. Des Weiteren fand ich auch Russel Crowe in seiner Rolle nicht gerade überzeugend. Nun gut, dass sehr unterhaltsame Finale tröstet dann über die Hänger davor hinweg, trotzdem ist der im Stil ähnliche Moonwalkers von 2015 die deutliche bessere Wahl, wenn es um actiongeladene Retrokomödien geht.

6/10

Wiener Dog

Todd Solondz trifft einfach einen Nerv bei mir. Happiness war schon ein recht unangenehmer, aber dennoch sehr unterhaltsamer Film, Wiener Dog gefällt mir spontan dann noch besser. Auf der einen Seite mal wieder Charaktere, so leer, so einsam, ständig auf der Suche nach Anerkennung und doch zum Scheitern verurteilt, dass es einem die Tränen in die Augen treibt. Und auf der anderen Seite dieser beißende Zynismus, dieser schwarze Humor, bei dem einem das Lachen eigentlich im Hals stecken bleiben müsste, wenn das Ganze nicht so absurd komisch wäre. On Top natürlich der Dackel als Haupt- und Nebendarsteller zu gleich. Mal leise im Hintergrund, dann wieder Zentrum des Geschehens. Dieses Tier ist einfach von Natur aus lustig, da konnte Solondz gar nichts falsch machen. Wiener Dog ist eine Ode an den Schmerz, die Enttäuschung, den Lauf des Lebens, den Humor und natürlich an den Dackel.

8,5/10


#1382

Into the Woods

Das war nicht einer der Wald-Filme, die letztes Jahr auf dem FFF liefen, sondern ein ungewöhnliches Disney-Musical aus der Feder von Sweeney Todd Komponist Stephen Sondheim. Ich mag Musicals eigentlich, und gerade die etwas düsteren… von daher wundert es mich, dass ich mit Sondheim nicht so viel anfangen kann. Es gab wie schon bei Sweeney Tood ein, zwei Ohrwürmer, aber den Rest der Songs habe ich schon wieder vergessen. Die Geschichte hat mir zuerst sehr gefallen und der Humor passte in der ersten Hälfte (herrliche Szene: Das Duett der Prinzen am Wasserfall :smiley: ). Aber der zweite Teil wirkt dann wie ein extremer Bruch. Auf der Bühne hätte man die Pause dazwischen, die das halbwegs begründet, aber im Film wirkte es sehr seltsam auf mich. Ab diesem Punkt gibt es weniger Abwechslung und der Humor fällt im Grunde komplett weg. Da die Figuren mich aber nicht wirklich berühren konnten, habe ich kaum mitgefiebert. Wegen der schönen ersten Hälfte und der Märchenatmosphäre würde ich das ganze knapp überdurchschnittlich bewerten.
5,5/10

Ip Man

Den dürften die meisten außer mir schon kennen, bin da etwas spät dran. Sehr gelungener Martial Arts Film mit historischen Bezügen (er spielt größtenteils während des 2. Weltkriegs). Sympathischer Held und wunderschön choreografierte Kämpfe, bei denen mir gefiel, dass sie trotzdem noch realistisch wirken. Der zweite Teil war auch noch ganz gut, aber hat mich vor allem durch die alberne Darstellung der Briten dann doch etwas genervt.
8/10

Steel Arena

Ey, lasst mal Rocky und Star Wars mischen, das wird bestimmt witzig! Ja, die Dreharbeiten zu “STEEL ARENA” waren bestimmt ein großer Spaß. Mannigfaltige Gummimonster, schrille 80er Klamotten und Billo-Sets ergänzen sich zu einem Augenschmaus für Fans nostalgischer Sci-Fi B-Movies. Als Zuschauer wird das ganze dann aber doch etwas zäh und ich kann nur empfehlen, sich ein paar Freunde dazu zu holen. Wenn man das Gesehene kommentiert, wird es halbwegs lustig.
4/10 (+ Trash Bonus)

Meatball Machine

Na, der hat sich doch erstaunlich gut gehalten. Die Handlung kann man vergessen und die schauspielerische Leistung… naja… Aber die Effekte sind sehr fein! Da steckt eine Menge Liebe und Einfallsreichtum drin. Wer auf Splatter aus ist und es verschmerzen kann, dass der Film sich nur darauf konzentriert, kann mit Meatball Machine Spaß haben.
6,5/10