Letzter Film, den ich gesehen habe


#1383

Suicide Squad
Fand ich ganz unterhaltsam, etwas seltsam der Joker-Auftritt, hätte man auch rauslassen können. Aber Harley Quinn fand ich super. Auch Will Smith fand ich sehr gut in seiner Rolle als Deadshot. Insgesamt zu viele Charaktere als dass jeder seine Hintergrundgeschichte hat. Wird auch a bissi unübersichtlich. Aber insgesamt hat’s mir gefallen. Auch die Musik war gut gewählt.

Und dann
The Batman Lego Movie
Was’n Spaß. Und steht dem Suicide Squad in Punkto Geballere in nix nach “pju, pju, pju”. Außerdem fand ich das Lego-Batman-Männchen so total süß, wenn er da rumgegedüst ist. Manches wirkte ja wie in den alten Videospielen. Echt nett. Für die ganze Familie.

Nice Guys
Ich hab mich ganz gut amüsiert. Zwei Privatdetektive auf der Suche nach einem hübschen Mädel und Ausflug in die Pornoinndustrie. Das Töchterchen hätte man auch weglassen können. Russell Crowe hat ganz schön zugelegt. Und Kim Basinger sah ziemlich operiert aus. Gruselig, hätte sie fast nicht wiedererkannt. Nettes Siebziger Jahre Feeling. Als Rauchen und Saufen auf der Leinwand noch okay war.

Dann zwei Klassiker:

The Ladykillers
Ziemlich intelligente und witzige Krimikomödie um fünf Diebe, die vorgeben, Musikanten zu sein und bei einer älteren Dame ein Zimmer mieten, um von dort aus den Überfall auf einen Geldtransporter zu planen und durchzuführen. Der Film lebt von seinem Wortwitz, den ganzen Pannen und einem hervorragenden Schauspielerensemble. Allen voran Katie Johnson als very sweet old lady, Alec Guinness als Anführer der Ganoven und Peter Sellers in einer seiner ersten Rollen. Herrlich amüsant, das Ganze.

Das Remake dazu kann man vergessen. Und das, obwohl ich die Coens durchaus schätze.

Trainspotting
Hab diesen Film vor langem gesehen. Immer noch gut, vor allem auch die Musik. Danny Boyle geht einerseits sehr realistisch mit dem Thema Drogen um, andererseits ist das ganze auch so flott gefilmt und manche Charaktere so skurill, dass man nicht völlig deprimiert zurückbleibt. Einzig die Babyszene finde ich immer noch unerträglich. Sowas hat noch kein Hardcore Horrorfilm hinterlassen. Höchstens Hitchcocks Ende von Psycho.

Naja, und die schlimmste Toilette von Schottland möchte ich auch nicht aufsuchen müssen. :scream::poop::house::toilet::toilet::toilet::pill::pill::syringe:


#1384

Mal wieder eine Ladung Filme, überwiegend bei Netflix entdeckt:

Beauty and the Beast

Erinnerungen auffrischen mit der Zeichentrickversion. Immer noch einer der besten Disneyfilme, wenn auch nicht ganz mein persönlicher Favorit. Ich war immer eher ein König der Löwen Fan… :wink: . Mal sehen, wie die Realverfilmung mithalten kann, ich werde sie aber wahrscheinlich erst in einer ganzen Weile nachholen können. 8,5/10

Sinister 2

Sinister hat mir vor allem wegen der verstörenden Videobänder ganz gut gefallen. Leider verkommen sie in der Fortsetzung zum für die Handlung kaum noch relevanten Nebenschauplatz, und in den Mittepunkt wird etwas gerückt, was ich im ersten Teil schon am schwächsten und ungruseligsten fand. Diese albernen Gespensterkinder. Atmosphärisch ein Rückschritt, auch weil viele Horror-Klischees eingebaut wurden, obwohl es besser gewesen wäre, sich auf einige wenige Elemente zu konzentrieren. Die Sache mit Schweden zum Beispiel war ja ganz nett, aber kam halt auch nur am Rande vor. Naja… 4,5/10

Sleepy Hollow

Hatte ich den echt noch nicht gesehen…? Ich dachte eigentlich schon, erinnerte mich aber an keine einzige Szene. Ein bisschen unfair ist es auf jeden Fall, diesen Film heute zum ersten Mal zu sehen… denn die Tim Burton / Johnny Depp Kombo in düsterer Gruselkulisse wirkte etwas ausgelutscht auf mich. Dabei war das damals, Jahre vor Sweeney Todd, ja noch ziemlich neu. Atmosphärisch überzeugt die Geschichte, aber am Ende bin ich mir nicht sicher, ob viel hängen bleiben wird. Die Burton Übersättigung… 6,5/10

The Pyramid

Teilweise Found Footage Horror, aber irgendwie nicht so richtig. Nicht einmal damit haben sie sich Mühe gegeben. Bei der Erforschung einer Pyramide geht erwartungsgemäß einiges schief, und wir beobachten eine unsympathische Gruppe dabei, wie sie um ihr Leben durch Gänge voller Fallen rennt. Schade nur, dass das Pyramiden-Setting meiner Meinung nach mehr hergegeben hätte. Dagegen ist der ähnlich gelagerte “Katakomben” der deutlich bessere Film. 3/10

American Poltergeist

Schmerzhaft schlechter, und sich selber viel zu ernst nehmender Low Budget Horror mir hölzernen Darstellern und grün geschminkter Gespensterfrau. Aber man kann zumindest darüber lachen, weil er SO schlecht ist, dass er ein gewisses Trash Potential entfaltet. Zum Glück habe ich ihn nicht alleine gesehen. 2/10 (Sonderpunkte für Trash Liebhaber)

Die Präsenz

Deutsche Found Footage Horrorfilme sind selten, und dieser hier macht seine Sache eigentlich nicht schlecht. Kulisse und Jump Scare Quote stimmen. Schade nur, dass die Charaktere furchtbar nerven und dass er sich absolut nichts Originelles traut. Ich finde es immer schade, wenn ein Film sich nur darauf verlässt, dass es so etwas in Deutschland selten gibt… hier wäre mehr drin gewesen. Wer das Genre mag, und sich von Low Budget nicht abschrecken läösst, sollte ruhig trotzdem einen Blick riskieren. 4/10


#1385

Fast and Furious 8
Mit dem ersten Stunt sollte man auch gleich jeglichen Sinn für Logik und Realismus abgegeben haben. Sonst machts keinen Spaß. Man bekommt saugute action Szenen, coole, markante Sprüche, nette Mädels und Muckimänner. Als Sahnehäubchen dann noch Kurt Russell und Helen Mirren. Und auch noch Herzschmerzmomente. Achja, die geilen Schlitten sollte man auch noch erwähnen. Dazwischen versteckt sich eine kleine dünne story um Gut und Böse. Charlize Theron gäbe auch einen guten James Bond Bösewicht ab.

Nettes Popcorn-Action-Kino, definitiv nix für die Klappstuhlfraktion.

PS @ZiB: ich liebe Sleepy Hollow. Atmosphärisch dazu passt auch der Film “From Hell”, finde ich.


#1386

Ach stimmt, “From Hell” war ja auch mit Depp. Den mochte ich damals, aber ich bin inzwischen wohl wirklich etwas übersättigt… dafür können die Filme nicht unbedingt etwas.

Zu Fast & Furious: Ich habe uns zu Ostern die Blu-ray Box mit den ersten 7 Filmen gekauft, weil wir nur den allerersten kennen und mit Freunden einen spaßigen Marathon planen. Mal sehen, ob wir das durchstehen. :smiley:


#1387

Geile Idee. Berichte mal, ob ihr das durchgehalten habt. Nach den drei letzten starken Teilen fällt Teil 8 leider deutlich ab; die Serie zeigt Abnutzungserscheinungen…

Neulich übrigens HEAT im Savoy gesehen. Die 4K remasterte Fassung auf großer Leinwand hat dem Film einen schönen Refresh gegeben. War meine dritte Sichtung, bislang immer nur auf deutsch und als DVD. Wie intensiv der wirkte mit seinen Close ups. Und erstmals ist mir aufgefallen das Entourage Ari Gold Darsteller Jeremy Piven eine kleine Rolle als Arzt hat. Immer wieder spaßig solche kleinen Entdeckungen.


#1388

Ich habe mich dieses Wochenende an meinen Pile of Shame gesetzt und Klassiker nachgeholt, die ich entweder noch gar nicht kannte oder so lange nicht gesehen hatte, dass ich mich an kaum etwas erinnern konnte.

Rosemary’s Baby

Ein erstaunlich zeitloser Horrorfilm, der auch heute noch seinen Schrecken entfaltet. Da ich ja ein furchtbarer Kunstbanause bin, was Filme angeht, die vor meiner Geburt entstanden sind, rechne ich es ihm hoch an, dass er mir so gut gefallen hat.
Etwas mulmig wurde mir allerdings bei der Vergewaltigungsszene, weil mir doch kurz in den Kopf schoss, welcher Regisseur den Film gedreht hat…

Das Omen

Der logische nächste Schritt nach Rosemary wäre zwar “Der Exorzist” gewesen, aber dieser Teufelsbraten-Schocker tat es auch. Leider muss ich aber sagen, dass er meiner Meinung nach nicht ganz so gut gealtert ist. Vor allem mit den Protagonisten wurde ich nicht warm, weil das distanziert wirkende Verhalten des Diplomatenpaares nicht zu ihrem angeblich so großen Kinderwunsch zu passen schien. Und eindeutig böse war Damien ja anfangs nicht… dafür hat die Mutter ihn ziemlich schnell aufgegeben :wink: . Aber abgesehen davon gab es genug, um sich daran zu erfreuen. Gruselige Gesänge, blutige Todesfälle und eine abenteuerliche Jagd nach Hinweisen. Ich habe hier noch Teil 2 und 3, mal sehen ob ich mich an die herantraue, obwohl sie schlechter sein sollen.

Das Schweigen der Lämmer

Zwei großartige Hauptdarsteller in einem spannenden Thriller. Ich weiß nicht, was ich mehr dazu schreiben soll, außer dass er mir wirklich gut gefallen hat.


#1389

Ja, Omen 2+3 sind insgesamt schon schlechtere Filme, haben aber jeweils doch genügend Pluspunkte zu bieten (und seien es jeweils ein toller Soundtrack und bizarre Kills), so daß sich aus meiner Sicht eine Sichtung definitiv lohnt.

Bei Rosemary ist die bereits angesprochene Vergewaltigungs- bzw. Traumszene nicht so gut gealtert. Trotzdem immer noch ein absolutes Meisterwerk.


#1390

Dieses Wochenende haben wir einen Fast & Furious Marathon mit Teil 1 - 7 veranstaltet und tatsächlich durchgehalten. :slight_smile: Davor kannte ich nur den ersten Teil, den ich zwar nie sonderlich berauschend fand, aber mit den Jahren bin ich neugierig auf die Fortsetzungen geworden. Die Entwicklung der Reihe war ja ziemlich spannend, weil Teil 2 und 3 nur bedingt zusammenhängende Fortsetzungen waren und man sich danach plötzlich gesagt hat: Hey, lasst uns jetzt rückwirkend um alle herum eine zusammenhängende Geschichte aufbauen und alle Charaktere zusammenbringen! Das funktioniert erstaunlicherweise ziemlich gut, so dass Teil 5 und 7 sogar die besten Teile für mich waren. Ich würde immer noch nicht behaupten, dass es richtig gute Filme sind, die man gesehen haben muss… aber was kurzweilige Action mit Proll-Charme angeht bekommt man dann doch einiges geboten. Schade, dass sie erst sehr spät angefangen haben, es auf die Spitze zu treiben (diese Flugzeug-Szenen :smiley: ), denn die meisten Filme nahmen sich mir etwas zu ernst.


#1391

Mein letzter Film:

Holy Ghost People
Hab ich mir für wenig Geld zugelegt, weil mich das Cover so angesprochen hat. Es versprach einen “Southern Gothic” - Horrorthriller um eine Sekte irgendwo in einer einsamen Bergregion der Südstaaten. Geil. Der Inhalt war allerdings bislang quälend langweiliger Mist. Ob da wirklich irgendetwas in dem Film passiert, kann ich nicht sagen, da ich nach 1 Std, eingeschlafen bin. Sachdienliche Hinweise, ob in dem Film noch Anflüge von Handlung auftauchen, die einen zweiten Versuch rechtfertigen, bitte an mich.

Heute abend ist Missverstanden von Asia Argento dran, eine Teenage Tragedy, die wie die rotzige kleine Schwester von The Virgin Suicides wirkt.
In den habe ich neulich auch nur kurz reingeschaut, aber damals festgestellt, dass er zwar schon interessant wirkt, aber man in der richtigen Tagesform sein muss, weil es doch anstrengend wird. Der Soundtrack ist großartig, soviel kann ich jetzt schon sagen.


#1392

In memoriam:
James Bond - The Man with the Golden Gun

James Bond soll im Auftrag eines reichen Industriellen von einem Killer ermordet werden. Der Killer ist der “Man with the golden gun”., Scaramanga, dargestellt von Christopher Lee. Insgesamt relativ vergnüglich, Männer waren noch Männer, die spärlich bekleideten Ladies schmückendes Beiwerk. Auch eher zahm, der bodycount liegt nur bei funf. Da hatte man schon wesentlich mehr und auch grausamere Tode. Hier fliegt nur einer mal in flüssiges Helium. Berühmt natürlich der Autostunt, bei dem JB über eine kaputte Brücke fährt und mit dem Auto einen Salto schlägt. Auch Clifton James hat seinen Auftritt als Sheriff Pepper. Bisschen gruselig fand ich Scaramangas Helfer Schnick Schnack. Ein Film, den man sich getrost auch heute ansehen kann, auch wenn er heute natürlich politisch äußerst unkorrekt ist. Aber deswegen lieben wir ihn ja, unseren Bond, James Bond, hier von meinem Lieblings-Bond Roger Moore dargestellt.

Ich hatte ja den Film als Erinnerung an Sir Roger geschaut, aber genau genommen, ist es ein in memoriam im großen Stil. Naja, live and let die. In memoriam:

Guy Hamilton - Regisseur 20.04.2016
Roger Moore: 23.05.2017
Christopher Lee: 07.06.2015
Herve Villechaize: 04.09.1993 - Schnick Schnack
Clifton James: 15.04.2017
Bernard Lee: 16.01.1981
Lois Maxwell: 29.09.2007 - the one and only Mish Moneypenny
Desmond Llewelyn: 19.12.1999
Albert R. Broccoli: 27.06.1996 - Produzent
Harry Saltzman: 28.09.1994 - Produzent

und last but not least der Erfinder des James Bond

Ian Fleming: 12.08.1964

R.I.P.


#1393

THE VISIT

Also… nein… sorry… Entweder M. Night Shyamalan dreht wirklich keine guten Filme mehr oder ich komme mit seinem “Humor” nicht klar. So oder so war ich von The Visit leider ziemlich enttäuscht… und genervt. Diese Kinder! Das dürften die nervigsten und gekünsteltsten Blagen sein, die ich je in einem Film erlebt habe. Und das Ende, als tatsächlich das Signs Finale kopiert wurde. Dabei fand ich die Horrorelemente super und mochte die ganze Geschichte um die mysteriösen Großeltern. Es gab ein paar Jump Scaresn und verstörende Ideen. Schade nur, wenn einen das Drumherum so sehr stört, dass das am Ende den Film nicht retten kann. Ich bin gerade tatsächlich ein bisschen empört, weil ich Shyamalan mal sehr mochte und endlich wieder will, dass er einen richtig guten Film abliefert. Hoffentlich gefällt mir SPLIT besser…

4,5/10


#1394

Gerade zum zweiten Mal Casshern gesehen. Ein meisterhaftes Epos trotz zum Teil unzureichender CGI und für meinen visuellen Geschmack zu hohen Kontrasten. Dafür behandelt er große, klassische Themen der Menschheit, kommt mit wenig Worten aus und überlässt dem genialen Soundtrack (Klavier, Synthie, E-Gitarre -Klassik und Metall) einen Großteil der Erzählung. Mir wurde jetzt erst bewusst wie viel da drin steckt. Starkes Editing und viele Wechsel zwischen melancholisch langsamen und schnellen Action Sequenzen, die sich trotzdem nicht wie Brüche anfühlen sondern einen erstaunlichen Erzählfluss generieren. Großes Gefühlskino. Habe den GOEMON vom gleichen Regisseur auch hier, bislang noch nicht gesehen. 7,5-8/10 Pkt.


#1395

Casshern habe ich seinerzeit auf dem FFF gesehen, und zwar im größten Kino, Metro 5, als das Filmfest noch in diesem wundervollen Saal stattgefunden hat. Es war überwältigend. Meine Kritik findet sich hier auf F3a, ich muss aber gestehen das sie seinerzeit vielleicht etwas ZU überschwenglich ausgefallen ist und ich statt der damals vergebenen 10 Punkte heute “nur” noch 8.5 vergeben würde. Dennoch : Ein audiovisuell überwältigendes Meisterwerk, eine Art japanischer “Zack Snyder” und trotz rasanter Action und Technomusik mit viel Tiefgang ausgestattet. Unbedingt empfehlenswert, vor allem für Freunde des asiatischen Kinos.


#1396

A Cure For Wellness

Das krasse Gegenstück zu den heute leider permanent anzutreffenden, hastig auf dem Reißbrett entworfenen und viel zu nachlässig in Szene gesetzten Kommerzprodukten Hollywoods, die sich i.d. Regel nur selbst kopieren. Ein grandioses Stück Genre-Filmkunst, eine Offenbarung für Freunde von Mystery- und Horrorfilmen. Knappe 2 1/2 Stunden lang entwickelt dieses lange, dabei aber keine Sekunde langweilige, Meisterstück spannender Filmkunst ganz allmählich und mit grenzenloser Liebe zum Detail eine wirklich dichte, ergreifende Story mit unglaublich guten Schauspielern vor dem Hintergrund eines bis zum Anschlag vor gruseliger Atmosphäre triefenden Settings und einem fantastischem Musik-Score, das es eine wahre Freude für den Cineasten ist. Nägel kauend saß ich auf dem Rand meines Sessels mit weit aufgerissenen Augen und wohlige Schauer liefen mir die Gänsehaut herunter. Ein Filmfest für Freunde der nicht ganz so vorhersehbaren Mysterythriller a la “Shutter Island”, hervorragend produziert und mit einigen die Geschichte unerwartet aufreissenden, wirklich harten Schocks gewürzt, bei denen sich sensible Zuschauer entsetzt abwenden dürften und die gerade wegen der ansonsten leise und elegant in Szene gesetzten Erzählweise besonders tief gehen und mitten ins Mark treffen. Mein bisheriger Lieblingsfilm in 2017 und eine unbedingte Empfehlung.


#1397

Alien Covenant

Auch wenn man als dem SF- und Horror-Genre zugeneigter Filmfreund nicht zur “Logikpolizei” gehört, die bei den bereits im Ansatz auftauchenden Logiklöchern in Filmen sofort mit erhobenem Zeigefinger als Whistleblower das Gezeigte in Frage stellen mag (auf IMDB hat jemand in der Tat ca. 47 Logikfehler in “Covenant” gefunden!), also selbst dann, wenn man mit offenen Armen diesen lange erwarteten Film liebkosen und einfach nur genießen mag… also selbst dann fällt es einem Alien-verliebten Fan wie mir mehr als nur schwer, diesen Film zu mögen. Und dies liegt wirklich nicht allein an den tatsächlich zuhauf vorkommenden, dummen und unlogischen Aktionen der Protagonisten.

Dabei fängt alles so toll an. Der im als “Erster Teil” eigentlich unterbewertet beschriebenem Meisterwerk von 1979 kongeniale und der gruseligen Atmosphäre zumindest zu 50% geschuldete Musik-Score von ALIEN wird in “Covenant” in einer verdichteten Form hervorragend neu interpretiert und erzeugt sofort Gänsehaut bei den Liebhabern des Originals und läßt auf wirklich Großes hoffen, scheint Altmeister Ridley Scott doch endlich wieder auf den so lange nicht mehr wirklich gekitzelten Nerv des “Alien”-Fans zu zielen. Doch weit gefehlt. Anfängliche Versatzstücke die aussehen wie aus “Mission to Mars”, “Sunrise” und “Event Horizon” mögen auf der großen Leinwand zwar für kurze Momente der Verzückung beim Space-Freak führen, können aber leider nicht nachhaltig über einen Film hinwegtäuschen der vor allem eines ist : Enttäuschend!

Zwar wird hier die nicht uninteressante Idee aus “Prometheus” konsequent weiter gedichtet und verdichtet, ist das Spiel von Michael Fassbender nicht minder beeindruckender wie im Vorgänger, allein es mangelt an einer der Reihe endlich mal wieder Leben einhauchenden, atmosphärischen Umsetzung mit stringentem Spannungsaufbau und dem “Alien” Mythos geschuldeten Atmosphäre. Letztere blitzt zwar hin und wieder in einzelnen Szenen auf, aber der Film bleibt insgesamt blass und leider auch viel zu dunkel. Wenn 90% einer Geschichte in unterbelichteten Räumen spielt und man mehr erahnen als erkennen kann, was gerade auf der Leinwand passiert, dann wirkt das nicht wie eine 100 Millionen Dollar Produktion, sondern einfach nur billig.

Der größte Fehler dieses Films ist aber seine absolute Spannungs-Armut. “Covenant” ist schlicht und einfach langweilig, und wenn sogar meine Freundin, die sich sonst bei Filmen dieser Art des öfteren in Schrecken abwendet, anfängt zu gähnen und zu murren, dann läuft tierisch was schief, liebe Filmfreunde.

Natürlich bin ich als hardcore-Fan und Bewunderers des ALIEN Films von 1979 vielleicht nicht die geeignetste Person, “Covenant” (wie auch zuvor “Prometheus”) ganz objektiv zu beurteilen, aber nach so vielen Jahren des Wartens und des Hoffens hätte man meiner Meinung einfach mehr erwarten können.

Ob mit der in “Covenant” etwas konstruiert und leider auch recht konfus erzählten Geschichte die “Geburt” des Xenomorph nun auf interessante Weise erklärt oder einfach nur ein genialer Mythos entzaubert wird möchte ich dabei noch nicht mal bewerten. Doch die Art und Weise WIE das alles passiert, vor allem im letzten Drittel des Films, in dem wir dann die Aliens endlich zu sehen bekommen, kann nur als zutiefst fahrig, konfus und schlampig inszeniert beschrieben werden. Was für ein Anti-Climax voll konfuser Schnitte und unstimmiger Sequenzen - grausig, aber nicht im Sinne von dem Horror-Fan geschuldetem “grausig schön”, nicht im geringsten.

Seit Jahren bin ich der Meinung das Ridley Scott entweder sein Handwerk verlernt hat, oder genau so satt , fett und ohne Feuer ist wie sein Kollege George Lucas, der mehr oder weniger die Teile I-III von Star Wars versaut hat. In einem Interview mit dem von mir in den 80er Jahren einst so hoch verehrten Herrn Scott las ich neulich, das für ihn das “schwierigste” gewesen sei, die Drehbücher zu schreiben. Das merkt man leider.


#1398

Hat man ein 13jähriges Teenager-Mädchen zu Hause, dann kommt irgendwann der Abend, an dem man in den sauren Apfel beissen muss und still vor sich hinleidet :grin: - zumindest als Liebhaber echter Vampir- und Horrorfilme. Fünf Abende dauerte die Tortur :sunglasses: Ich spreche von

TWILIGHT

Alle fünf Teile …
Bella, die kurz vor ihrem 18. Geburtstag steht, wird zu ihrem Papa nach Forks im schönen Staate Washington geschickt, damit Mama mit Freund in so schöne sonnige Staaten wie Florida reisen kann. Ein wenig Twin Peaks Stimmung kann da schon aufkommen angesichts der leicht nebelverhangenen Landschaft.

Bella verliebt sich in den blassen, mysteriösen Edward aus der Cullen Familie. Auch Jacob, aus der Familie der Blacks, hat ein Auge auf sie geworfen. Könnte ja fast ein Shakespear’sches Drama werden. Verfeindete Clans, ein hübsches Mädchen dazwischen, zarte Romantik. Gewürzt mit dem modernen Horror-Hintergrund: Cullens sind Vampire - Blacks Werwölfe. Eigentlich sind sie Feinde, zwischendrin arbeiten sie doch zusammen, um dann letztendlich doch verfeindet zu bleiben, oder so.

Wenn’s denn dann nicht soooo langweilig wäre. Für die Geschichte hätte auch ein Film gereicht, also echt.

Landschaftlich: ganz nett.
Schauspieler: mittelmäßig
Dialoge: lachhaft und hölzern rübergebracht
Story: gähn, kennt man schon, spätestens seit Romeo und Julia
Werwolf-Design: geht ja sowas von gar nicht. Waren überdimensional groß.
Lächerlich: die Wolfsbande läuft nur mit Shorts bekleidet als Gruppe rum, fällt das keinem auf ? Und die Vampirchen glitzern im Sonnenlicht … äh, ja.

Mich hat einfach gestört, dass manche “festen” Vampir- bzw. Werwolfregeln einfach für Dämlichkeiten über den Haufen geworfen werden. Es spricht ja nix dagegen, wenn man ein eigenes Universum aufbaut, in dem eigene Regeln gelten. Aber die grundlegenden Regeln über den Haufen zu werfen, dass hat mich dann doch gestört. Vampire zerfallen nun mal zu Staub in der Sonne, oder haben kein Spiegelbild; Werwölfe verwandeln sich nur bei Vollmond und nicht, weil Vampire in der Nähe sind. (Und ja, ich weiß, es sind sowieso alles nur erfundene Gestalten).

Kristen Stewart hatte meist einen relativ dämlichen Gesichtsausdruck, ständig den Mund halb offen. Und Pattinson ist ja so ein Hemd.

Pluspunkt: Taylor Lautner als Jacob.

Da schau ich lieber Buffy, Vampire Diaries oder sogar True Blood. Da tut sich wenigstens was. Und wesentlich ansprechendere Vampire hat’s da auch.


#1399

Habe den nun auch endlich (in England auf Netflix) nachgeholt und sehe das ähnlich wie @Michaela. Hier meine Kurzkritik: THE WAILING ist eine krude Mischung verschiedener Subgenres von Epidemie-Horror, Geistergeschichte, Zombieflick und Exorzismusfilm bis zu Mysterythriller und Police Procedural. Dabei gelingen dem Film spannende, unheimliche und auch grausige Szenen, doch eine durchgehend bedrohliche Atmosphäre will sich nicht einstellen – obwohl das Thema des Films eigentlich danach schreit. Dazu tragen u. a. auch ein paar tolpatschige Slapstickszenen und eine überlange Exorzismus-Show bei. Trotzdem tut es gut, mal wieder einen – selbst für asiatische Verhältnisse – ungewöhnlichen Film zu sehen, auch wenn er nicht auf ganzer Linie überzeugt. Von daher eine Empfehlung zumindest für die Asienfans.


#1400

Ich habe eben Predestination gesehen und zitiere jetzt einfach mal ganz faul Frank, weil er im Grunde genau das geschrieben hat, was ich auch denke:

Innovative Herangehensweise um die bekannten Paradoxien, die Zeitreisen so mit sich bringen. Die Entscheidung für die Einleitung - den langen Story Aufbau war nicht ganz risikolos, wird aber schauspielerisch in einem starken Dialog brillant vorgetragen und erweckt sofortiges Interesse an den Figuren. Predestination hat einen vereinnahmenden Charakter und überzeugt mit teils geometrisch-futuristischer Optik. Eine außergewöhnliche, eher emotionale Annäherung an das Thema Zeitreise und nicht wie so häufig intellektuell. Zum Grübeln gibt es dennoch genug. 7,5-8/10

Ein wirklich feiner Film, der mich sehr überrascht hat. Es gibt so viele Details, auf die man achten kann, dass ich ihn am liebsten direkt noch mal sehen möchte. :slight_smile:

Ergänzen möchte ich aber zwei kleine Kritikpunkte, die den Spaß zwar kaum schmälern, aber den Film für mich trotz der wirklich vorbildlichen Zeitreisegeschichte vor mehr als 8/10 bewahrt haben:

Zum einen kam ich mir ein bisschen so vor, als würde ich für blöd gehalten werden, weil man die Auflösung vorgekaut bekommt, als könnte man nicht selber mitdenken. Nicht falsch verstehen, es gibt vieles an dem Film, worüber ich nach dem Abspann und auch jetzt noch nachdenke, der ist keine leichte Kost. Aber wie sie diesen einen “Twist” gehandhabt und ihn am Ende pärenstiert haben, fand ich nicht sehr geschickt. Das war (ab einem gewissen Punkt natürlich) das am leichtesten zu Durchschauendste an der ganzen Geschichte.

Und dann wäre da noch etwas, was ich eigentlich nicht ernsthaft als Kritik sehe, aber was mich ziemlich irritiert hat: Ich hätte die Frau nie im Leben für einen Mann gehalten. Das sorgt dafür, dass einige Dialoge unfreiwillig komisch wirken. Ich gehöre nicht zu denen, die finden, dass Transsexuelle ausschließlich von Transsexuellen gespielt werden sollen. Aber hier war es für mich in dieser Form nicht überzeugend. Vielleicht war die Maske nicht gut genug? Und ein großes Manko war sicher die schwache Synchronstimme, die einfach nur wie eine Frau klang, die mit rauchiger Stimme zu sprechen versucht. Also vielleicht besser auf englisch gucken?

Aber wie gesagt: Super Film, sehr zu empfehlen, gerne wieder. :wink:
7,5-8/10


#1401

Soweit ich mich erinnere war auch ich ein wenig irritiert anfangs, allerdings sah ich die OF und habe ab und an mal Untertitel eingeblendet. Wie Du hier auf Youtube - Vorsicht, Video Link spoilert! - Hi, my Name is… sehen kannst war auch ein wenig Übung notwendig.

Gut, ich nehme Dein Zitat mal als Weckruf :wink: Seit gut einer Woche ist die erste Jahreshälfte passé und bislang nur zwei Filmnennungen? Es stimmt, ich bin ein bisschen Posting faul und sah in diesem Jahr auch noch nicht soo viele Filme.

Erwähnenswerte Zweitsichtungen in Kürze:

Bad Lieutenant von Abel Ferrara wirkt als 35mm OF Kopie nochmals eine Spur dreckiger. Harvey Keitel gibt sich in seiner Darstellung deutlich mehr Blöße als es Nicolas Cage in Werner Herzog’s Remake tut. Ferrara’s Interpretation ist religiöser. Ich müsste den Herzog nochmal sehen, glaube aber es zählt dennoch zu den Remakes die ich unterm Strich besser finde als das Original.

72 Stunden - The Next Three Days Russell Crowe plant die Befreiung seiner Frau aus dem Knast. Ich mag den Film. Er ist spannend und rasant aber auch von ruhigem Rhythmus, einigermaßen intelligent und einfach ein unterhaltsamer Fluchtfilm. Zwischen 7 und 7,5 Pkt.

Ghost in the Shell Der Anime von Oshii. Ein Jammer, das kein Hamburger Kino dieses Meisterwerk zum Remake auf der großen Leinwand gezeigt hat. Auch die dritte Sichtung musste somit im Heimkino stattfinden, erstmalig auf Blu ray immerhin. 8,5/10 dieses Mal.

The Master Vermutlich habe ich schon erwähnt, das ich so meine Probleme mit den Filmen von Paul Thomas Anderson habe…? Die Wiederholung im Heimkino (sah ihn damals im Kino) hat ihn auf eine 8/10 gehoben, wobei ich wieder die letzten 15 Minuten nicht gänzlich verstanden habe, also von dem Moment an als Freddie Quell (Phoenix) seinen Master (Hoffman) ein letztes Mal in diesem riesigen Gebäude aufsucht.

Vier Fliegen auf grauem Samt Das Schauspiel in diesem Who done it Giallo von Argento bleibt Mittelmaß, die humoresken Elemente funktionieren nur bedingt. Hat dennoch Spaß gemacht. Er bietet, wenn auch nicht durchgehend, zumindest einige spannende Sequenzen und gegen Ende eine tolle Percussion Sequenz. Interessanter Mix von phantastischen und psychedelischen Momenten. Leicht unausgewogen und mitunter langatmig, dennoch sehr unterhaltsam. Zwischen 6,5-7/10

They call me Jeeg Robot Die Wiederholung im Heimkino war zwar nicht ganz so mitreißend wie auf dem FFF. Dem Charme des Films schadet das allerdings wenig. Innovativer Superhelden Film und einer der besseren italienischen Filme jüngerer Zeit. Knappe 8/10 Pkt.

Fluch der Karibik 1-3 Damals alle im Kino gesehen, trotzdem bin ich nie ein richtig großer Fan des Franchise geworden. Die Wiederholung war als Aufwärmung für Teil 5 geplant. Bis zum vierten, den ich noch nicht kenne, habe ich es allerdings genau so wenig geschafft wie für die aktuelle Produktion ins Kino. Entgegen der verbreiteten Auffassung gefällt mir Teil zwei am Besten, dann folgt 1 und danach der Dritte. Teil zwei ist düsterer als der Erste, behält jedoch gleichzeitig den Humor. Er punktet mit dem hervorragendem Musik Thema und bietet mit dem Setting der Schwertkämpfe zwischen türkisblauem Meer und weißem Sand grandiose Bilder.
Auf den Disney Blu rays befindet sich Stunden langes Zusatz Material welches mindestens so interessant wie die Filme selbst ist und mein Interesse an diesen zumindest kurzweilig tatsächlich ein bisschen gestärkt hat. Ausdrückliche Empfehlung für das Bonus Material!

Der Gefangene von Alcatraz Clint Eastwood Klassiker. Bleibt einfach gut.

Blind Date - Verabredung mit einer Unbekannten. Gott, das Bruce Willis mal so alberne Filme gemacht…höchstens 5/10 Pkt.

Ein paar Highlights meiner Erstsichtungen der letzten Zeit folgen demnächst. :slight_smile:


#1402

Wow, die Szene ist im Original um so vieles besser! Da konnte die Synchronsprecherin leider nicht mithalten.