Letzter Film, den ich gesehen habe


#1423

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#1424

Die Zeichnungen sind wirklich toll und supergut gelungen (auch schon die zu “Rings”), ich bin tatsächlich ganz verzückt… :heart: Machst Du zu “A L I E N” und “Predator” vielleicht auch welche?


#1425

Danke :slight_smile: Und ja, ich hinke zwar etwas hinterher, aber zumindest an das Alien habe ich mich schon rangetraut.

Zu den Filmen:

Wir haben zwischen Freitag Abend und Sonntag Mittag die vier alten und zwei neuen (also Prometheus und Covenant) Alien Filme gesehen, die drei Predator Teile und die beiden AvP Teile. Dabei ist mir wieder aufgefallen, wie abwechslungsreich die Reihe ist - und wie spannend es ist, die Timeline zu verfolgen. Auch wenn der Predator offiziell nicht in die Alien Timeline passt. Die vielen Anspielungen, die man in allen Filmen auf frühere oder spätere Filme entdecken kann, machen noch mehr Spaß, wenn alles am Stück sieht. Und ich persönlich finde, dass es außer AvP 2 keinen richtig schlechten Alien/Predator Film gibt. Jeder hat seinen eigenen Reiz.

Mein Favorit ist und bleibt Alien, weil er mich auch heute noch gruselt und eine unglaubliche Atmosphäre aufbaut. Aliens schätze ich nicht ganz so sehr wie viele andere, aber es ist immer noch eine hervorragende Fortsetzung, die die Reihe in eine neue Richtugn lenkt und Ripleys Charakter ausbaut. Alien³ empfinde ich im direkten Vergleich als ödesten Alien Film, aber er ist trotzdem noch besser als viele andere Sci-Fi Filme und punktet mit seinem dreckigen Setting. Alien: Resurrection ist für mich ein bisschen ein Guilty Pleasure, denn ich weiß wie verhasst er ist, aber ich mag dieses überdreht verrückte daran irgendwie. Ein bisschen Trash, aber solcher der Spaß macht. Außerdem bietet er die beste Aliensterbeszene der ganzen Reihe.

Predator baut trotz alberner Oneliner und Muskel-Überdosis ordentlich Spannung auf und der Predator ist ein imposanter Gegenspieler für Schwarzenegger. Richtig gut. Predator 2 war für eine Fortsetzung gar nicht so schlecht, ich konnte dem Setting aber leider wenig abgewinnen. Predators ist vollgestopft mit Anspielungen und ich mochte die Grundidee, aber im Mittelteil gab es einige Längen. Vielleicht lag es aber auch an der Uhrzeit.

Alien vs Predator hatte ich vor etwa 10 Jahren schon einmal gesehen und er hat mir diesmal besser gefallen als damals. Die Idee mit der Pyramide ist cool, und so kitschig und übertrieben das alles auch sein mag, so macht es doch Spaß. Nichts fürs Hirn, aber ein netter Partyfilm. Dann kam Aliens vs Predator 2… an dem kotzt mich schon an, dass der Titel plötzlich die Aliens in die Mehrzahl setzt, weil das total verwirrt. Und auch ansonsten ist es ein richtig mieses Stück Film. Er fügt der Reihe nichts neues hinzu, ackert die ausgelutchtesten Klischees ab, die Charaktere sind öde und er ist so dunkel gehalten, dass man nichts von den Monstern sieht. Argh.

Prometheus hat mir wie bereits AvP besser gefallen als bei der ersten Sichtung. Es geht halt deutlich philosophischer zur Sache und die Alienaction wird zweitrangig. Man erfährt viel über die Hintergründe… und diese Landschaften! Wunderschön. Bei Alien: Covenant (den kannte ich bisher noch nicht) war mein Ersteindruck zuerst etwas verhalten, aber je mehr ich darüber nachdenke, desto besser gefällt er mir. Allerdings eher wegen der Androidengeschichte (starkes Ende!) als wegen seiner Relevanz für das Alien Franchise.


#1426

@Zwerg-im-Bikini: Hast Du die Kino- oder “Special Edition”-Fassung gesehen? Letztere ist ja über eine halbe Stunde länger; ob und welchen Mehrwert das bringt, kann ich allerdings nicht sagen; auch diese Scheibe wartet noch, wie so viele, auf eine Sichtung bei mir…


#1427

Strammes Programm! Respekt!

Hab ich mir letztens bei Covenant auch nochmal gedacht. Alien 3 mit dem Gefängnis, den mag ich auch nicht besonders. Alien: Resurrection, der bekommt von mir den 90er-Jahre-Kino-Erlebnis-Bonus. War so einer der ersten Filme, die ich als Teen im Kino gesehen hab.

Predator hingegen hab ich nie wirklich verfolgt. Kurioserweise irgendwann mal Aliens vs. Predator: Requiem probiert. Der war viel zu dunkel, hab ich ausgemacht.

Prometheus finde ich großartig! Mag da alles dran, von der Story über die Aufnahmen bis hin zu den Schauspielern. Tolle Sache. Mit dieser Euphorie im Vorraus hatte es Alien: Covenant natürlich ein bisschen schwer. Auch gut aber ich hab nicht so wie bei Prometheus den Wunsch, ihn ein zweites oder drittes Mal zu sehen. Für mich bleibt es unglaublich spannend, wie der nächste Teil die Verbindung zum ersten Alien herstellt. Ich hab mal gelesen, dass der nächste Teil unmittelbar an Alien anschließt.

Schöne Zeichnungen!


#1428

Get Out

Sehr starker Film und an dieser Stelle inbesondere für ZiB als Tip, die ja im diesjährigen FFF-Programm ein wenig die Mystery-Elemente vermisst hat. Man sollte zu dem Film im Vorfeld eigentlich gar nicht zu viel sagen und vorallen Dingen AUF GAR KEINEN FALL den Trailer sehen! Ich hatte im Vorhinein auch nur den Einzeiler Plot als Info und mir war ehrlicherweise bis zur Sichtung nicht so ganz klar, um was es da jetzt genau geht. Der Twist ist aber so hammerhart und der absolute Horror, im positiven Sinne. Hätte ich so nie geahnt. Super Sache für Fans von Mystery, Black Mirror und Co.

mother!

Kranke Sache irgendwie. Jetzt könnte man sowas schreiben wie “Aronofsky never disappoints”. Tatsächlich ist seine Handschrift deutlich spürbar. Für mich ist er ja irgendwie der Alfred Hitchcock der heutigen Zeit.

Guter Spannungsaufbau bis zur völligen Eskalation. Die Bilder nimmt Aronofsky die meiste Zeit mit der Steadycam auf, ohne Schnitt, was den Zuschauer unmittelbar in das Geschehen hineinzeiht. Dennoch gibt es auch Punktabzüge, so fand ich die sich in ihrer Intensität ständig steigernden Szenarien teilweise ziemlich komisch. Weiß nicht, ob das so die Intention war. Und auch ein energischeres Eingreifen der Hausherrin spätestens in der Mitte hätte ich mir gewünscht. Zumindest mal eine ernste Unterredung mit ihrem Mann. Zu letzterem sei noch gesagt, dass ich den Altersunterschied recht befremdlich fand und auch schauspielerisch war das eher mau, was der Javier Bardem da abgeliefert hat. Was man vom Rest nicht behaupten kann.

Den biblischen Aspekt, den Aronofsky in der Geschichte offenbar aufgreift, und die ganzen Allegorien habe ich erst im Nachgang erfahren. Im Abspann gab es einen weiteren Hinweis, So sind bei den Schauspielern alle Rollen klein geschreiben, außer die von Ihm/Him. Da dachte ich schon, steht das für Gott? Immerhin überlebt er unbeschadet das Feuer. Was jedoch am Ende passieren soll, damit diese Zeitschleife durchbrochen wird, ist mir nicht so klar geworden. Wartet Gott auf die mother, die ihr Kind freiwlllig hergibt (und nicht das Haus anzündet)?


#1429

Es müsste die Kinofassung gewesen sein. Wir haben die Alien Legacy Box aus dem Jahr 2000, und der Assembly Cut kam erst 2003. Schlecht fand ich den Film übrigens nicht, das klang vielleicht etwas zu hart, weil ich die anderen Teile sehr mag. 7/10 :wink:


#1430

Meine Review hier:


Aktuelle Genrefilme
#1431

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#1432

Habe jetzt auch mal GET OUT nachgeholt und war ziemlich enttäuscht, dass der Film nicht nur so mittelmäßig war, wie ich nach dem Trailer erwartet hatte, sondern auch noch eine echt trashige Story hat. Hier meine Kurzreview, was meinen denn die anderen so?


#1433

Sehe ich ziemlich genauso wie Du. Das Rassismus-Thema war mir aber viel zu platt und oberflächlich und diente lediglich als Aufhänger zur Geschichte, hat aber nichts von bissiger Satire o. ä.


#1434

Kann ich nicht teilen und nachvollziehen, beide Kommentare nicht. Bekannte Genreregeln? Standard-Horrortrash? Wo seht ihr da Trash? Die Story ist mir so jedenfalls noch nicht untergekommen und finde das gerade aus diesem Grund einen ungewöhnlichen und trickreichen Genre-Beitrag. der auch noch gut gemacht ist.

Satire? Der Film will doch gar keine Satire sein.

Natürlich, das ist doch der Clou! Der einzige, der sich in der Sache Sorgen macht, ist der Hauptprotagonist (siehe Unterhaltung am Anfang).


#1435

Das Rassismus-Thema wurde doch überall groß aufgebauscht und deswegen wurde der Film als ganz großes Ding durch die Presse geprügelt.
Der Film ist natürlich kein Trash, hat in seinen Grundzügen aber eine typische B-Movie-Geschichte, die ziemlich phantasielos endet. Ich kann am ganzen Film wirklich nichts Außergewöhnliches feststellen. Ist ganz nett gemacht, aber das war’s auch schon. Ein paar einzelne Szenen sind schon ganz gut. Ist ja auch kein schlechter Film.


#1436

Naja, also das Grundmuster ist mindestens so alt wie THE STEPFORD WIVES (1975). Dass bei der Familie irgendwas nicht mit rechten Dingen zugeht, ahnt man auch ohne den Trailer gesehen zu haben. Wobei ich ja gerade die erste Hälfte noch spannend fand, solange nicht klar war, WAS da im Busch ist. Dass dann aber die reichen Alten ihre Gehirne in junge kräftige Opfer transplantieren lassen, um so länger zu leben, das ist doch mal Trash erster Kajüte. Zumindest in meinem Lexikon. Aber da hat ja auch jeder andere Vorstellungen davon. Die Tatsache, dass die “Täter” auch keine sinnvolle Erklärung dafür haben, warum ihre Opfer alle schwarz sind, ist vielleicht ein intelligenter Kommentar zur Willkür des Rassismus, vielleicht aber auch einfach nur faul. Und wie gesagt auch meiner Meinung nach kein schlechter Film, aber eben auch kein herausragender.


#1437

Im Rahmen eines SchleFaZ Abends Sunshine Reggae auf Ibiza sowie Der Dampfhammer von Send-Ling, zwei echte filmische Perlen. Wer die Trash Reihe auf Tele 5 kennt, weiß, welches Kaliber an Schrottfilmen die Moderatoren Peter Rütten und Oliver Kalkofe da auffahren und es liegt insbesondere an deren Moderations-Qualitäten, Zwischen- und Abschluss Rezensionen und Einspielern, weshalb man die Filme überhaupt erträgt. Naja und am jeweiligen begleitenden Cocktail vielleicht.

Sunshine Reggae auf Ibiza kannte ich schon außerhalb der Reihe von früher. Knüller Kömödie mit Karl Dall und damaligen D-Promis, die man heute u.a. im Dschungel Camp vermuten würde. Einer war sogar schon mal da. Eine Handlung so dünn wie Zahnseide, weswegen immer wieder neue absurde Nebenschauplätze aufgemacht werden. Flachwitze so flach wie Ostrfiesland. Diese dafür am laufenden Band. So wird in einer Szene etwa die ganze Palette an “Herr Ober-Witzen” durchdekliniert. Andere Schauwerte gibt es dann in Form von viel nackter Haut, was den männlichen Zuschauer, nun ja,…bei der Stange hält. Höhö…

Bei Der Dampfhammer von Send-Ling ist insbesondere die deutsche Synchronisation hervorstechend, weil erheiternd. So sprechen die chinesischen Darsteller jeweils einen anderen deutschen Dialekt. Eine Handlung ist beim besten Willen nicht zu erkennen. Dafür wird man in einigen Szenen wirklich aufs Äußerste gequält. Dem fortlaufend Grimassen schneidenden Hauptprotagonisten Dean Shek kann man eine gewisse schauspielerische Begabung dabei nicht abstreiten. Seine Filmographie bringt es auf eine beachtliche Anzahl. Wohl so etwas wie ein Kult-Star in China, der Didi Hallervorden aus dem Reich der MItte.


#1438

Das ist mir viel zu pauschal. Natürlich haben die meisten Filme der Reihe einen hohen Unterhaltungswert. Nur geht es darum ja gar nicht. Sie packen sie in die Schmuddelecke und machen sich darüber auch noch lustig.

Zudem trifft es nicht selten auch noch die Falschen. Etwa sind die beiden Sumuru-Filme, Macho Man, Metropolis 2000 oder Ich - Ein Groupie schlicht großartig. Sie sind vielleicht neben der üblichen Spur, aber das hat nichts mit mangelnder Qualität zu tun. Vielmehr ermöglichen sie einen Blick auf ein vergangenes Kino, das weit weg war von unseren heutigen, komplett durchkalkulierten und weichgespülten Einheitsfilmen.

Von Star Crash will ich erst gar nicht anfangen. Das ist eine einzige Liebeserklärung an das Kino. Wer meint, da unbekümmert draufhauen zu müssen, hat nicht verstanden, worum es dem liebenswerten Luigi Cozzi geht.

Es ist ihr Verdienst, dass sie solche Filme im TV zeigen und damit eine Wiederentdeckung ermöglichen. Gleichzeitig geben sie aber vor, wie man über diese Filme zu denken hat. Sie entmündigen den Zuschauer und machen ihre gute Absicht in einem Atemzug wieder zunichte.

Zudem hat mich gerade Sunshine Reggea auf Ibiza auch ohne doofe Kommentare völlig aus dem Sessel gehauen. Solche Filme traut man sich heute gar nicht mehr zu drehen. Vielleicht ist das der Grund, warum wir heute so irritiert sind und uns lieber darüber lustig machen, als sich einfach mal darauf einzulassen.


#1439

Ich finde es auch manchmal schade, wie die SchleFaZ Filme in eine Schublade gepackt werden, selbst wenn man sich nur die aktuelleren Produktionen ansieht. Da gibt es zum einen die Filme, die gut in die Reihe passen, weil sie lieblos runtergedreht wurden, und bei denen man über die Schlechtheit lachen kann. Asylums Monsterhaie, etc. Meinetwegen auch Low Budget Kost, die zwar gut gemeint, aber aufgrund der finanziellen Möglichkeiten schlecht umgesetzt ist. Aber wenn ich in das Programm sehe, entdecke ich dann so etwas wie Hentai Kamen, der eine qualitativ hochwertige Komödie ist, die sich dessen absolut bewusst ist, was für Merkwürdigkeiten sie zeigt. Solche Filme verdienen auch ihren Platz im Fenrnsehen, und dafür bin ich SchleFaZ dankbar. Aber sie durch die Bank als “schlecht” hinzustellen, obwohl sie einfach nur einen ungewohnt kreativen Humor haben, stößt mir manchmal genau wie GeorgeKaplan sauer auf. Ich glaube das passiert immer dann, wenn man einen Film selber mag ;). Dabei mag ich Kalkofe eigentlich auch… Er hat ja damals “Mystery Science Theater 3000” hervorragend ins Deutsche übersetzt, und das war ja offensichtlich die Inspiration für die SchleFaZ Reihe.


#1440

Ja, es stimmt schon. Die Kategorisierung “Scheißfilm” oder titelgebend “schlecht” mag manchesmal vielleicht nicht ganz gerecht sein. Das ist in etwa zu vergleichen mit der pauschal als “Trash” betitelten Arte Filmreihe damals. Hier liefen seinerzeit echte Kultklassiker.

Ich schätze die Einsortierung ist im Falle SchleFaZ nicht ganz einfach. Schließlich gilt es auch, die Reihe über mehrere Staffeln am Leben zu halten. Und ich weiß ehrlicherwiese auch nicht, ob das Moderatorenduo jeden vorgestellten Film in gleicher Weise “zerpflückt” und in die Tonne tritt. Dazu habe ich einfach zu wenige Filme im SchleFaz Format gesehen. Vielleicht wäre der Oberbegriff “Trash” hier passender, denn den hohen Trash-Faktor, lieber Herr Kaplan, wirst Du bei diesen Bildern zu einigen von Dir genannten Machwerken nicht abstreiten können… :smile:


#1441

Trash sieht vielleicht billig aus, vor allem im Unterschied zu den Big-Budget-Produktionenen Hollywoods. Aber das heißt nicht, das es “Machwerke” sind. An der Wortwahl erkenne ich immer noch, das du die Filme eben nicht wertschätzt. Aus welchen Gründen jetzt auch immer.

Die Gedankenkette Kein Geld = Trash = schlechter Film = lustig ist in meinen Augen im besten Fall irreführend. Trashfilmer müssen mit dem Budget sehr sparsam umgehen, was sie zwingt, andere Schwerpunkte zu setzen. Der Fokus ist schlicht ein anderer. Das bedeutet aber auch, das wir als Zuschauer den geänderten Blick folgen müssen. Legen wir die gleichen Maßstäbe an, macht der Film keinen Sinn mehr - wir haben gar keine Chance, seine Qualitäten zu entdecken.

Die Filme von Gott-hab-ihn-selig Ed Wood haben mehr Herzblut und mehr individuelle Klasse als jedes CGI-Monsterspektakel. Nicht weil brennende Radkappen als Ufos überzeugender wären als die aus dem Rechner. Sondern vielmehr, weil dahinter Charme, Witz und ein unerschütterlicher Glaube an das Medium sichtbar wird. Er wusste, das Kino zu schätzen. Bei den heutigen, markstrategisch produzierten Filmen habe ich da meine Zweifel.


#1442

Get Out

Ich bin etwas spät dran für eure Diskussion, aber jetzt habe ich ihn auch gesehen. Und ich schlage mich auf die Seite derer, die den Film sehr gut fanden. Der Spannungsaufbau war grandios, die Schauspieler gut (nur der Bruder war mir zu sehr over the top) und außerdem war mir das Verhalten der Familie noch bevor etwas passiert auf eine Art unangenehm, die ich selten in Filmen erlebt habe.

Das Ende fand ich gut (wäre er auch noch von der Polizei für die Morde verhaftet worden, wäre das zu viel gewesen), die Auflösung (Gehirnaustausch) wirkte aber tatsächlich trashig im Vergleich zum restlichen Film. Hier hätte man vielleicht ein kleines bisschen realistischer bleiben können… aber wirklich gestört hat es mich kaum. Weshalb in einigen Reviews der Twist kritisiert wird, kann ich nicht ganz nachvollziehen, denn für mich ist es kein Twist-Film. Er baut sich langsam auf und man erfährt nach und nach immer mehr, aber es gab für mich nicht die eine Szene, in der etwas völlig überraschendes enthüllt wird. Gut, wahrscheinlich ist das Videoband gemeint… aber das wirft ja nicht alles über den Haufen, was vorher war, sondern erklärt es nur näher. Ein Twist wäre für mich etwas anderes gewesen.

Zum Rassismus: Ich fand, dass es ganz klar auch am Ende noch um Rassismus ging, und dass das keine falsche Fährte oder bloß ein oberflächlicher Aufhänger gewesen ist. Nur dass der Rassismus sich ein wenig anders äußert, als man zuerst denkt. Rassimus bleibt es aber trotzdem. Dieser ominöse Club hält die Schwarzen nicht für minderwertig, sondern für körperlich überlegen. So wie es schon zu früheren Zeiten das Klischee vom “starken aber dummen/faulen Neger” gab. In einer Szene wird ja sogar die Brücke zur NS-Zeit geschlagen, als das Foto vom Großvater als junger Sportler gezeigt wird. Den Satz, dass sie selber nicht genau wissen, warum sie die Männer ausgewählt haben, sollte man den Tätern nicht wortwörtlich abkaufen. Wir sehen, wen sie auswählen, und wir bekommen bei der Party ihre Beweggründe ziemlich offensichtlich präsentiert. Man würde ja auch keinem Mörder glauben, der 20 Schwarze tötet, und hinterher behauptet, dass sei halt Zufall gewesen. :wink:

Ich würde das ganze so interpretieren, dass vor allem der unterschwellige Rassismus thematisiert werden sollte, der in vielen Menschen steckt. Sie hassen keine Ausländer - aber sind die Russen nicht soundso und die Afrikaner soundso und die Chinesen soundso…? Das kann sogar “postiver” Rassismus sein, der aber den Betroffenen verständlicherweise dennoch unnagenehm ist. Dass Get Out nicht den rabiaten KKK-Rassismus zeigt, sondern den subtileren, der viel verbreiteter ist, fand ich erfrischend und sehr clever umgesetzt.

Also… trotz dem zeitweisen Abgleiten in Trash-Gefilde, bei dem ich verstehen kann, dass es andere stört, hat mir der Film sehr gut gefallen. Und ich fand ihn eher verstörend als lustig, gerade weil das Thema unangenehm realitätsnah behandelt wurde.

8/10

P.S. Die Szene bei der Polizei fand ich aber auch am überflüssigsten.