Letzter Film, den ich gesehen habe


#1443

Wir unterbrechen den Thread für eine kurze Netflixwarnung:


Ein echter Quälgeist von einem Film, der denkt, mit lärmender Tonspur, grünlicher Nachtoptik und ein paar geliehenen Szenen aus BLAIR WITCH PROJECT, PARANORMAL ACTIVITY und REC würde sich die Spannung schon einstellen. Aber drei Laienschauspieler und eine Wackelkamera machen eben noch keinen guten Found-Footage-Horror. Laangweilig!


#1444

THE VOID

So, jetzt endlich auch mal.
Tja, was soll ich sagen? Mit ein bisschen mieserer Laune würde ich sagen: Ziemlich generischer Quark, dessen Story mich nach einer Viertelstunde schon nicht mehr sonderlich iinteressiert hat. Die zahlreichen Referenzfilme wurden ja auch in den Rezensionen hier auf f3a.net schon alle genannt.

Auf der anderen Seite: Gummitentakelschleimmonster im flackernden Licht… irgendwie schön, dass es ihn gibt, oder?:slight_smile:

Und der vorletzte:

WILD

Schon toll, diese Nicolette Krebitz, wie sie so ihr eigenes Ding in der deutschen Filmlandschaft macht und dabei dennoch klassich-narratives Hochglanzkino zustandebringt.
Ein delikates Thema, nicht unspannend umgesetzt. Dass die Dialoge und Handlungen dabei eher unnatürlich wirken und manche Ausschweifung eher grotesk-komisch rüberkommt als schockierend, schmälert vielleicht den Unterhaltungswert, macht das Ganze aber doch zu einem kleinen, etwas unangenehmen Kunstwerk.
Vielleicht der deutsche THEMROC, mit einer mutigen Hauptdarstellerin (nebst nicht minder erwähnenswertem männlichen Nebendarsteller) und der bei Frau Krebitz obligatorischen, betörenden Terranova-Soundkulisse.


#1445

mother!

Das intensivste Filmerlebnis des Jahres, von Ausnahme-Regisseur Darren Aronowsky, dem Mann der uns vor vielen Jahren das Meisterwerk “Requiem for a Dream” bescherte.

“Mother!” ist dann ein ähnlich schwer auszuhaltendes Erlebnis, das auf dem sehr schmalen Grat zwischen anspruchsvollem Drama und verkopftem Grusel-Kunstkino mit hohem “Mystery”-Anteil balanciert, dann aber doch mehr Arthouse als Horror ist. Besonders empathische Menschen seien gewarnt : Aronowsky mutet dem Cineasten hier einiges an seelischen Qualen zu und beweist einmal wieder, das es keiner physischen Gewalt oder Blutfontänen braucht um den Zuschauer kopfschüttelnd und mit offenem Mund an den Nägeln kauen zu lassen. Das ist Filmkunst die unter die Haut geht und in der Art eines Michael Haneke die Untiefen psychischer Grausamkeit und seelischer Isolation in einem Meer von bedrohlichen Charakteren auszuloten vermag.

Warum diese Perle nicht auf dem diesjährigen Filmfestival lief bleibt mir ein Rätsel.


#1446

Ich habe mal wieder ein thematisches Filmwochenende hinter mir, und zwar diesmal zu Zeitreisen: Terminator 1-5, Zurück in die Zukunft 1-3, Predestination und 12 Monkeys. Bis auf Terminator 4 und 5 (und mit Abstrichen Terminator 3, den ich aber im Grunde ganz okay finde) waren das sehr sehenswerter Filme! Bis auf Terminator 4 und 5 kannte ich sie schon, aber teilweise war es sehr lange her, dass ich sie zuletzt gesehen hatte.

Tja, die Terminator Reihe… so am Stück ist das schon eine spannende Entwicklung. Terminator 1 und 2 sind für mich auf unterschiedliche Weise echte Klassiker. Der eine düster, der andere eher Richtung Popcorn-Kino, aber beide bieten nahezu perfekte, durchgehend spannende Unterhaltung. Terminator 3 kann damit zwar nicht mithalten, aber ich mag den Anfang (diese Kran-Szene!) und das Ende (der Bunker) sehr. Das gleicht den eher mauen Mittelteil ganz gut aus. Salvation klang dann vom Grundgedanken her zwar nach angenehmer Abwechslung, weil er komplett während des Krieges spielt, zog sich aber in seiner tristen Eintönigkeit extrem. Ich bin zwischendurch fast eingenickt, obwohl es erst der zweite Film an dem Tag war. Mein persönlicher Tiefpunkt der Reihe. Genisys bemüht sich zumindest, einen mit Zeitreisespielereien und bunten Farben mehr bei der Stange zu halten, aber hier hatte ich das Gefühl, dass sie fast schon zu viel reinpacken. Anfangs macht das ganze noch Spaß, dann hatte ich aber immer mehr das Gefühl, dass sie selber nicht wissen, wohin sie eigentlich noch wollen. Und was sie aus John Connor gemacht haben hat für mich nicht funktioniert.
Also mal wieder eine Filmreihe, die gut eine Trilogie hätte bleiben können. :wink:


#1447

Nachgeholt, aber nichts verpasst: 31 von Rob Zombie.


#1448

Stimme zu, was für eine Enttäuschung, und was haben wir darauf gewartet… ein Paradebeispiel dafür, wie man es NICHT machen sollte. EIn Antiklimax jagt den nächsten, die Kritik trifft den Nagel VOLL auf den Kopf. Ein viel zu langer und langweiliger Quark.


#1449

Eine Menge Filme gesehen seit Ende August. Habe leider viel zu wenig Zeit zum posten dieses Jahr. Vielleicht finde ich die Zeit für ein ausführliches Jahres Fazit…

Vor ein paar Tagen sah ich erstmals The Killing von Stanley Kubrick im Heimkino, die Arrow Blu ray OF. Ein sehr unterhaltsamer Heist-Noir Movie, dessen massiver Voice over Einsatz zwar schön einlullt aber leider zu lasten der Spannung geht. Kubrick spendiert dem Film ein albernes Ende das ich habe kommen sehen. Bei DR.STRANGELOVE war dieser Humor essentiell. Hier hatte ich das Gefühl er wollte dem Film unbedingt diese komische Komponente hinzufügen oder ihn schnell beenden. Der Film ist gut geschauspielert und der Percussion Einsatz der Musik grandios, besonders zur Pferderennen Sequenz zu Beginn. ca. 7,5/10 Pkt.

Der Dritte Mann Entgegen der Ankündigung lief der Film nicht als OF sondern als deutsche Synchronfassung in 35mm. Nun ja. Ich kannte den Film noch nicht und muss ehrlich sagen, ich habe mich gelangweilt. Der Film (die Story) wirkte auf mich wie ein Heimatfilm irgendwo zwischen Komödie und Satire. Von der genial spannenden, langen finalen Tunnel Sequenz abgesehen. Dazu diese Kaufhaus- bzw. Jahrmarkt Musik. Ich kann den Erfolg des Films nicht nachvollziehen, das muss wohl etwas Generations bedingtes sein. Schauspielerisch fand ich den Film überzeugend und sicher gespielt. Technisch ist er sehr ausgefeilt, nahezu perfekt, die gewählten Bilder für sich genommen super, die Kamera spitze. Doch ich hatte das Gefühl das dem Film eine Noir Stilistik aufgezwängt wird, die die Story absolut nicht bietet. Vielleicht hat die deutsche Synchro dem Film geschadet. Für mich reiht er sich ein in die meiner Meinung nach überbewerteten Klassiker wie M oder Murnau’s Nosferatu. 6,5/10 Pkt.

Spacewalker, auf deutsch unter dem Titel DIE ZEIT DER ERSTEN vermarktet läuft als Amazon Prime Titel. Der Film ist ein Tip, sollte aber am Besten im russischen Original gesehen werden, obwohl die Synchro ganz okay ist. Es ist der kalte Krieg, die Frage wer als erster seinen Fuß ins All (nicht auf den Mond) “setzt”. Russen konkurrieren mit Amerikanern. Der Film zeigt die Bemühungen der Russen und entwickelt sich zum Survival Drama. Die Inszenierung umgeht einige gängige Klischees, die Figuren sind sehr “menschlich” gezeichnet. Unterhaltsam, spannend, emotional und zuweilen melancholisch. Gute 7,5/10 Pkt.

The Void Hatte mir mehr erhofft. Goriger Horror Schocker mit viel blutigen Szenen. Seltsame Story um Allmacht und Ewigkeit. Mittelmäßiges Schauspiel, mittelmäßiger Film. Aber er hatte seine Momente. 5,5/10 Pkt.

Bound Dieser frühe Film, es ist sogar der Erste der Wachowski Brothers von 1996 ist eine kleine Genreperle. Ein schnörkelos und Stil sicher inszenierter Neo noir Krimi/Thriller mit viel individueller Handschrift. Sehr sexy in Szene gesetzt. Mit Romanze zweier sehr unterschiedlicher Frauen. Klasse gespielt und stark gecastet. Wer den noch nicht kennt sollte das nachholen. Gute 7,5/10 Pkt. Mit “MATRIX Verräter” Cypher, Joe Pantoliano.


#1450

Ich sah kürzlich ebenfalls die Terminator Filme noch einmal. Anlass war die Neuauflage von T2 im Kino. Teil 1 und 2 sah ich mittlerweile fünf mal, 3 und 4 jeweils drei mal. Die ersten beiden sind für mich zu großen Klassikern gewachsen, die über jeden Zweifel erhaben sind und von mir mit je 9,5 Pkt. bewertet werden.
Die Kranszene im dritten Teil war beeindruckend und das tolle Finale im Bunker kann in der Tat viele Schwächen im Mittelteil kompensieren. Mittlerweile macht der Film auf mich jedoch einen irgendwie unreifen Eindruck. Auch das neue Hauptdarsteller Pärchen empfinde ich nicht als die Beste Wahl. Teil vier gefiel mit beim ersten Sehen überhaupt nicht gut, wobei wohl die Enttäuschung darüber groß war wie weit Christian Bale hinter seinem schauspielerischem Potenzial liegt. Er wirkt kraftlos in Salvation. Möglicherweise haben ihm die Reibereien während der Dreharbeiten auch geschadet. Allerdings gewinnt Salvation mit jeder Sichtung. Die Welt in der spielt ist trist und eintönig und er fängt diese Stimmung hervorragend ein, wobei ich Sam Worthington als gute Wahl in der Rolle des Marcus Wright sehe, dem nur sein Hez geblieben ist. So liegt Salvation in meiner Gunst mittlerweile knapp vor dem dritten Teil. Ich empfehle dem Film eine weitere Sichtung zu gönnen. Dahingegen ist Genisys Beispiel für eine der größten Fehlbesetzungen bedeutender Filmreihen und zudem noch mit einem chaotisch vollgestopftem Drehbuch belastet, das er als normaler Sci-fi Film für Zeitreise Fans noch unterhaltsame Momente bietet, im Canon der Reihe jedoch für mich nicht mehr von belang ist.


#1451

Ich fürchte Salvation wird bei mir keine zweite Chance bekommen, weil ich mir Filme in der Regel nur mehrmals ansehe, um sie Freunden zu zeigen… und das wird hier wahrscheinlich nicht passieren. Alleine arbeite ich lieber meine nicht enden wollende Liste an Titeln ab, die ich noch nicht kenne. Es gibt ja leider so viel Spannendes da draußen, da hätte sich Salvation bei mir ein bisschen mehr ins Zeug legen müssen. :wink:


#1452

Kürzlich sah ich Guardians of the Galaxy Vol. 2 als Wiederholung im Heimkino und muss leider sagen das der Film nicht gut Heimkino tauglich ist. Ein 40 Zöller reicht jedenfalls nicht. Obgleich der eigenwillige Mix bzw. Humor dadurch natürlich nicht verloren geht, kommen die zahlreichen visuellen Einfälle der bunten Fantasy Welten nicht gut zur Geltung. Bin froh das ich den im Kino mitgenommen hatte.


#1453

Star Wars 8 : Die letzten Jedi.

Ich bin vielleicht nicht der idealste Rezensent um Star Wars 8 objektiv bewerten zu können. Bereits vor genau 40 Jahren saß ich nämlich mit meinen Eltern im Kino und sah Teil 1 als dieser in Deutschland gerade Premiere hatte. Mit der Wiederbelebung der Saga vor ein paar Jahren durch “Star Wars 7 - Das Erwachen der Macht”, der mir so richtig Spaß gemacht hat, wurden die alten Fans endlich wieder so bedient, wie sie sich das seit Jahrzehnten gewünscht hatten, und der neue Teil setzt glücklicherweise genau dort an, wo “Star Wars 7” aufgehört hatte. Ich mache es kurz : Teil 8 ist bombastisch und macht dem Namen “Wars” im Titel wirklich Ehre. Trotz vieler fulminanter Schlachten und Kämpfe, vieler Weltraumkanonen, grandios in Szene gesetzter Laserschwerter und Bösewichter, die mal so RICHTIG böse sind, bleibt aber auch Zeit für ruhige Momente, für ganz viel Emotion und auch für ein paar Tränen, etwas Pathos und auch Drama. Als alter Star Wars Fan hatte ich bei einigen Szenen wirklich richtige Gänsehaut. Dazwischen tauchen vereinzelt einige wenige, wirklich witzig gemachte Creatures auf, die aber niemals nerven, wie einst der unsagbar dämliche Jar Jar Binks aus dem mißglückten “Mittelteil” der Serie, sondern deren Figuren (nennt sie meinetwegen “Muppets”) wirklich lustig sind und mit kurzen und perfekt getimten Gags, die mich mehrmals so richtig zum Lachen gebracht haben, ganz viel Charme und Spaß versprühen. Ich bin weiß Gott kein großer Fan von kommerziellen Mega-Franchise-Blockbustern, aber diesen Film liebe ich ! Der echte Fan bekommt endlich mal exakt das, was er will. Sowas ist selten. Und BB-8 ist einfach süß!


#1454

Das ist eigentlich nahezu fast überall der durchgehend größte Kritikpunkt an dem Film, dass die dunkle Seite leider in keinster Weise böse rüberkommt, teilweise eher ziemlich schwach und lächerlich.


#1455

Seit dieser Woche bei amazon prime im Stream: der sehenswerte atmosphärische Gruselfilm ACROSS THE RIVER.

Ein Naturforscher nachts alleine im tiefen Wald, durch einen überschwemmten Fluss von der Außenwelt abgeschnitten, auf seinem Monitor die Nachtsichtbilder der im Wald verteilten Überwachungskameras – Found Footage der besonderen Art. Vor allem in seiner ersten Stunde erinnert die intensive Atmosphäre des italienischen Mysterythrillers an die stimmungsvollsten Szenen von BLAIR WITCH PROJECT, da hätte es die späteren erklärenden Kommentare und den zusätzlichen Handlungsstrang gar nicht gebraucht. ACROSS THE RIVER funktioniert am besten in seinen ganz einfachen, reduzierten Momenten, mit den Geräuschen der Nacht, den leuchtenden Augen der Wildschweine und den weißen Schatten hinter den Bäumen.

Ebenfalls kürzlich gesehen:

Wenn man seinen Film so offensichtlich an das Konzept von GROUNDHOG DAY anlehnt, sollte man nicht ein Drittel der Spielzeit verschwenden, um ebendieses Konzept zu etablieren. HAPPY DEATH DAY wäre gerne cool und clever, hinkt dem Zuschauer aber die meiste Zeit ein Stück hinterher, und hat zu wenig Witz und Twists zu bieten, was ihn dann trotz seiner interessanten Prämisse doch nur zu einer mittelmäßigen Slasherkomödie à la SCREAM macht – die TV-Serie, nicht die Filme.


#1456

Seltsam. Ich fand bis auf 1 oder 2 Szenen die Bösen wesentlich fieser als diesen ulkigen Blechkameraden Lord Sidious in den Teilen “I-III”.


#1457

So, ich hab am Wochenende auch mal wieder ein wenig Zeit zum DVD schauen gehabt.
Dabei u.a. auf dem Programm:

JABBERWOCKY

Terry Gilliams früher großer Wurf, der immer fälschlicherweise als Monty-Python-Film gelabelt wird. Natürlich nicht ganz von ungefähr: Versifftes Mittelalter, galliger Humor und Michael Palin in der Hauptrolle - die Parallelen zum zwei Jahre früher erschienenen MONTY PYTHON AND THE HOLY GRAIL sind da.
Aber JABBERWOCKY ist schon ein wenig anders: Weniger Gagdichte, dafür mehr Affinität zum Morbiden, und Gilliams ganz eigene Fantasy-Ästhetik (“kaputte” Ungeheuer, Verfall und Düsternis allerorten). Das Bindeglied zwischen dem absurden Varieté der Monty Pythons und dem ungleich epischeren TIME BANDITS von 1981. Gefiel mir beim Wiedersehen nach vielen Jahren erheblich besser als damals.

WE GO ON

Endlich, eine lange juckende Stelle gekratzt, Was habe ich mich auf Grund der Reviews hier und andernorts geärgert, dass ich den damals auf dem FFF nicht gesehen habe. Aber nun Samstagabend die Erlösung, dank Import-DVD.
Allerdings, muss ich sagen, hat sich über die anderthalb Jahre eine gewisse Erwartungshaltung aufgebaut, die der Film dann letztlich nicht ganz befriedigen konnte.

An guten Ideen mangelt es dabei nicht. Im MIttelpunkt steht der multiple Phobiker Miles Grissom, der zumindest seine Angst vor dem Sterben etwas lindern will, inderm er versucht, herauszufinden, ob es nach dem Tod irgendeine Form des Weiterexistierens gibt.
Es dauert eine ganze Weile, bis Miles eine Antwort auf die Frage bekommt. Bis dahin ist er ebenso wie der Zuschauer ein zwischen Skepsis und Hoffnung Hin- und Hergerissener, denn das Thema zieht auch jede Menge Spinner und Scharlatane an, und wem auf Erden soll man Glauben schenken, wenn es um das Jenseits geht?

Daher wartet der Film auch mit ein paar hübschen kleinen Twists auf, sowie genreüblichen Zutaten, die erfrischend anders eingearbeitet werden, und letztlich mit glaubwürdigen Figuren und einer doch sehr “erwachsenen” Herangehensweise an das Thema.

Inhaltlich also ganz passabel. Optisch gibt der Film leider nicht allzu viel her. Das Ganze findet auf ganz gutem TV-Film-Niveau statt, für DVD also ganz o.k., fürs Kino wär’s mir zu wenig gewesen. Was es an Schaurigem zu sehen gibt, nehmen leider auch Trailer und DVD-Cover schon vorweg,
Nichtsdestotrotz: Ein cleverer, aber auch nicht unbedingt unvergesslicher kleiner Gruselfilm, kreatv im Umgang mit den Elementen des Genres. Durchaus mal sehenswert.


#1458

Bei einer perfekten Story ist mir die Optik vollkommen egal, kann ich dazu nur sagen. Lieber “We Go On” ohne Farbrausch und prätentiöser Optik, als einen total inhaltsleeren Superlangweiler a la “Shape of Water”. Was hab ich denn von der Optik, wenn ich nach der Hälfte des Films einschlafe ?


#1459

Ich fand The Shape of Water ja obwohl ich Liebesgeschichten grundsätzlich nicht mag sehr berührend und mochte auch die Handlung. Die war natürlich vorhersehbar, aber das haben wir in 99% aller Märchen / Fantasy Filme. Die Überraschungen lagen hier für mich eher in dem liebevollen Blick für Details, den Dialogen und den tollen Charakteren. Dabei ging es mir bei meinem letzten Del Toro Film (Crimson Peak) lustigerweise noch wie Alexander - den fand ich ziemlich flach, abgesehen von der gewohnt opulenten Optik. Eher ein Bilderbuch als ein Film :wink:

Zum Thema des Threads: Ich habe unter anderem neulich einen Film nachgeholt, den ich eigentlich unbedingt im Kino sehen wollte und bei dem es dann aus diversen Gründen nicht geklappt hat. Auf Blu-ray holen wollte ich ihn mir dann auch… wurde aber von negativen Kritiken abgeschreckt.

SHIN GODZILLA

Schade, dass ich so voreingenommen war, denn mir hat er sehr gut gefallen. Klar, es wird viel geredet - aber der Spannungsaufbau stimmt und ich fand es sehr faszinierend, diesen realistischen Ansatz mit den klassischen Monsterszenen zu vermischen, die nebenbei absolut phantastisch aussahen. Auf eine Fortsetzung freue ich mich jetzt schon. :slight_smile:

Außerdem habe ich ein Wochenende mit alten Steven Spielberg Filmen hinter mir: Duell, Der weiße Hai, E.T., Close Encounters, usw. Es war eine ziemlich spannende Erfahrung, sie nach zig Jahren mal wieder zu sehen, denn viele kannte ich nur aus meiner Kindheit. Leider ist ausgerechnet der große Klassiker E.T. für mich am schlechtesten gealtert… Wirkliche Sympathie für das Gummiwesen wollte sich bei mir nicht einstellen und auch die Kinder nervten mich mehr, als dass ich mit ihnen mitfieberte. Außerdem ist der Kitschfaktor höher als sowieso schon bei Spielberg. Irgendwie schade. Aber dafür konnte ich anderen Filmen mehr abgewinnen als als Kind, wie etwa “Close Encounters of the Third Kind”. Für den war ich damals wahrscheinlich einfach zu jung und habe mich deshalb gelangweilt (wann sieht man denn endlich die Aliens? :wink: ).


#1460

Naja, für mich überwiegt beim Medium Film schon das visuelle Erlebnis. Sonst könnte ich ja auch ein Buch lesen.
Natürlich ist es schön, wenn das Narrative und das Visuelle zu einer gelungenen Einheit verschmelzen, aber letztlich finde ich es schlimmer, wenn ich 2 Std. vor der großen Leinwand saß und nichts Tolles zu sehen bekommen habe, als wenn es tolle Bilder gab und die Story dafür nichts war. Bei Letzterem nehme ich wenigstens noch das sinnliche Erlebnis mit raus.


#1461

Die Wahrheit ist wohl irgendwo dazwischen. Entscheidend ist nicht, was erzählt wird, sondern wie. Denn sehen wir den Tatsachen ins Auge: Wirklich neue Geschichten gibt es nicht, jede denkbare Geschichte ist bereits erzählt worden. Aus einem guten Drehbuch kann ein guter Film werden, aber zwingend ist das nicht. Andererseits reicht manchmal eine DIN A4 Seite mit ein paar Stichworten für einen genialen Film aus.


#1462

Ich würde sagen, bei Filmen die extrem auf Bilder oder extrem auf die Geschichte setzen, und den anderen Aspekt hinten an stellen, kommen wir in einen Bereich, in dem es nur noch auf Geschmack ankommt (vorausgesetzt, sie machen wenigstens eines von beidem gut). Denn man kann objektiv ja nicht beschließen, dass eines von beidem unwichtig wäre. Manche Menschen können sich unheimlich an einer augenschmeichelnden Inszenierung erfreuen, langweilen sich aber bei einem schmucklosen, dialoglastigen Kammerspiel, weil sie dann auch das Buch hätten lesen können. Anderen geht es halt genau anders herum. Ich habe schon Filme mit beeindruckenden Landschaftsaufnahmen durchstehen müssen, bei denen das Drehbuch auf eine DIN A4 Seite gepasst hätte, und bei denen ich mir vorkam, wie nach einer Diashow von einem zu langen Urlaub :wink: Andere lobten diese Filme in den höchsten Tönen, weil sie etwas anderes daraus mitnehmen. Und ich denke beides ist okay, das wird man nie objektiv bewerten können.