Letzter Film, den ich gesehen habe


#1503

Ich war nie ein Fan der Reihe, aber für alle Fans von gutem alten Retrohorror ist das hier eine Empfehlung:

Ein James Bond-Intro, Alice Cooper auf der Tonspur, selbstreferentielle Sprüche und ein Kind, das zum Einschlafen Sartres „No Exit“ liest: Es ist 1986 und der sechste FRIDAY-Film bringt erstmals den Spaß zum Splatter – damit wird JASON LIVES tatsächlich zum besten Teil der Reihe. Manche Gags sind selbst mehr als 30 Jahre später noch amüsant, das Tempo stimmt, die Spannungsszenen und Kills sind gut in Szene gesetzt und dankbarerweise nicht so goreverliebt wie in anderen Filmen. Ein unerwartet kurzweiliges Vergnügen. Schade, dass Autor und Regisseur Tom McLoughlin nach diesem, seinem zweiten Film, fast nur noch belanglose TV-Movies gemacht hat.


#1504

Letzte Filme die ich gesehen habe …

„Das siebente Siegel“

Ingrid Bergmans Mutter aller Düsternis, vielleicht der beste „Mittelalterfilm“ aller Zeiten,
irgendwo zwischen arthouse, Filmkunstdrama und Mittelalter-Horror zu verorten.
Philosophische Passagen, tiefschürfende Dialoge in denen ganz plötzlich sogar
Sätze wunderbaren Humors aufblitzen, dazu Bilder, die zeigen wie ein begnadeter
Kameramann schwarz/weisse Szenen in kleine Wunderwerke verwandeln kann.
Der Mensch wird als Narr enttarnt und der Tod schmunzelt darüber. Grandios.
Man spürt kaum das der Film 62 Jahre alt ist. Ein zeitloses Meisterwerk und Pflichtprogramm
für jeden Cineasten. Nach vielen, vielen Jahren erst zum 2. mal wieder gesehen.
Für mich der beste Film den ich bislang dieses Jahr sehen durfte.

9/10

Ghost Stories

Das soll der gruseligste Geisterfilm aller Zeiten sein ? Hab ich da irgendwas verpasst ?
Abgesehen davon das der Slang in diesem Film auch für geschulte Ohren der britischen Sprache eine Zumutung ist, kam für mich hier nur ganz wenig Freude auf. Irgendwie ist alles weniger als nur schlecht verständlich, ich schaffte es wirklich kaum, in die Geschichte(n) reinzufinden, Spannung kam so gut wie keine auf. Dabei hatte ich mich so darauf gefreut. Bizarr, ja. Spannend ? Definitiv gar nicht ! Die Geschichte ist so seltsam, das man vor lauter Grübeln für so etwas wie Angst gar keine Zeit findet. Und im Gegensatz zum ebenfalls hübsch unkommerziellen, aber VIEL besseren Geistergrusler „We Go On“ gibt es hier weder einen roten Faden, noch eine Verknüpfung der Episoden, die streng genommen für sich alleine betrachtet auch noch so unrund laufen, wie ein Getriebe das seit Jahrzehnten kein Öl mehr sehen durfte. Kein Schrott, aber die bisherige Enttäuschung des Jahres.

5/10

Incident in a Ghostland/Ghostland

Grandioser lupenreiner Horrorfilm aus Frankreich. Kunstvoll und mit der genialen Mylene Farmer in einer der Hauptrollen. Hart, gemein und mit einem der fiesesten Twists der jüngeren Horror-Filmgeschichte ausgestattet. Für mich einer der besseren Horrorfilme der letzten Jahre. Der Titel ist jedoch irreführend und schlecht gewählt.

8/10

The Endless

Ich liebe ALLE Filme des Regisseur-Duos Benson/Moorehead und fand bereits „Resolution“ klasse. Wegen seiner entschleunigten Erzählweise und dem verschwurbelten Conspiracy-Getue dürfte „The Endless“ sicherlich nur geduldigen Mystery-Hardcore-Fans Freude bereiten, die am ganz allmählichen entschwurbeln der hoch mysteriösen Vorgänge Spaß haben. Für Rätselfans ist der Film eine kleine Offenbarung und in der mit Mystery-Beiträgen leider nur sehr dünn bestückten Welt des FFF auf jeden Fall eine Perle die man nicht auslassen sollte, auch wenn der Film streckenweise unterproduziert wirkt und man sich durchaus vorstellen kann, das die Regisseure auch noch das Catering selber machen, Herr Kees :wink: . Es macht auch Sinn sich „Resolution“ vorher anzusehen, sonst entgeht einem ein großartiger Gag, der den ansonsten recht ernsten Film zeitweise sogar mit Humor ausstattet.

7.5/10

Jurassic World – Fallen Kingdom

Nunja. Seit dem letzten „Jurassic World“ Film besitzt die Reihe für mich nicht mehr den
Witz, Zauber und Charme, den die ersten 3 Filme noch zu versprühen wussten. Für die Hollywood Blockbuster der letzten Jahre so typisch, wird hier einfach nur „Quantität statt Qualität“ produziert. Noch mehr Dinosaurier, noch mehr Action, noch mehr Getöse, Lautstärke und Geschreie. Dabei ist die story so dünn wie das Eis das den Produzenten wegen Ideenarmut sichtlich unter den teuer beschuhten Füßen wegschmelzen dürfte. Neben den blassen Darstellern gibt es kaum neue Ideen und der Geschichte fehlt, mit Ausnahme von 2-3 Actionsequenzen, häufig das benötigte Tempo, so das sich die nicht ganz so spannende Geschichte immer wieder im Leerlauf verliert. Das alles bietet 25 Jahre nach dem ersten Film nicht mehr viel Originalität und liefert eigentlich nur noch absurde Szenen, die mit viel Bombast künstlich zu einer Art Actionhorror aufgebläht werden. Es wird Zeit, das der Reihe die Luft ausgeht.

6.5/10


#1505

Auswahl aus meinem bunten Programm der letzten Wochen: ein Seniorenthriller, ein getarnter Tortureporn, ein Parkourspektakel und eine asiatische Zombieapokalypse.





#1506

Wo hast du den I am a hero gesehen?


#1507

Lief bei uns im Cinemaxx mal in einer Sondervorstellung. Gibt‘s aber auch als UK DVD/BR.


#1508

Und als deutsche auch, die habe ich nämlich letzte Woche erstanden. :wink:


#1509

Ach schau mal an. Und wie fandste?


#1510

Zwischen Erstehen und Sehen liegt noch der Pile of Shame - aber sobald er da runter ist, werde ich berichten. :slight_smile:


#1512

Hit-Man
Naja. War ziemlicher Quark. Zwei Interpolagenten jagen einen Ghost-Agenten (Attentäter). Hauptsächlich versucht dieser Ghost herauszufinden, wer ihn gelinkt hat und so gibt es viele viele shoot-outs und andere Kampfszenen mit zartem love interest und irgendwie happy end. Timothy Olyphant war in seiner Ghost Rolle so ganz gut.

Dass der Film keine wirkliche Härte und Konstante hat, liegt wahrscheinlich an den unterschiedlichen Vorstellungen von Regisseur und Produzenten, die einige Szenen nachdrehen ließen, um zu einem PG13 rating zu gelangen. Kann ja nix sein.

Dass trotzdem Spannung aufkam, lag an dem treibenden soundtrack.

Hit-Man basiert auf dem gleichnamigen Videospiel.


#1513

The First Purge

Was mit dem ersten „Purge“ Film als wirklich coole neue Idee begann, hat mit dem
nunmehr vierten Teil der Reihe seinen bisherigen Tiefpunkt gefunden.
Statt die Spannungsschraube anzuziehen, ergeht sich der vierte Teil in moralinsaurem
Gelaber, ödem Herumgeballere, und tischt uns eine seltsam doppelmoralige Geschichte auf, die ohne das ganze Purge-Tammtamm auch als simpler Gangstermovie durchgehen würde.
Denn außer vielen schwarzen Ghetto-Kids mit Goldkettchen, Koks & HipHop Gejaule
gibt’s kaum was zu sehen. Das selten verspritzte CGI Blut schockiert keinen mehr,
die Geschichte ist spannungsarm und macht so gut wie nichts aus ihren Möglichkeiten.
Alles wirkt irgendwie viel zu harmlos, ideenarm und glattpoliert. Ich war gelangweilt.


#1514

Don’t Breathe

2016 gehörte er ja zu den Genrefilmen, die ganz gut ankamen, und tatsächlich hat mir die Inszenierung sehr gefallen. Die Handlung ist abgesehen von dem Kniff, dass Einbrecher an einen blinden Kriegsveteranen geraten, altbekannt: Man jagt sich halt durch ein düsteres Haus, aus dem es kein Eintrinnen zu geben scheint. Aber ein, zwei Überraschungen wurden dann doch eingestreut, die ich hier natürlich nicht verrate (der Trailer allerdings schon…).

Was wir völlig daneben fanden, war allerdings der Anfang. Kann mir jemand erklären, weshalb so viele (im weitesten Sinne) Slasherfilme denken, als erste Szene das Finale vorwegnehmen müssen? Typ/Typin befindet sich in auswegloser Situation. Dadurch weiß man exakt, wer überlebt, ohne dass es irgendeinen Vorteil für den Spannungsaufbau hätte. Ich weiß doch vorher, dass ich mir einen Horrorfilm ansehe, da braucht ihr mir nicht in der ersten Szene zu zeigen, dass jemand in tödliche Gefahr geraten wird! Außerdem könnte man es wenn dann so filmen, dass man die Person nicht erkennt. Argh! Ich verstehe so etwas einfach nicht.

Verzeihung für diesen kleinen Ausbruch. Jedenfalls hat mir Don’t Breath abgesehen davon ganz gut gefallen, auch wenn er das Rad trotz einiger frischer Ideen nicht neu erfindet. Dafür hängt er dann doch zu sehr an Genreklischees und ist in vielen Dingen sehr vorhersehbar. Aber wer einen kurzweiligen, spannenden Horrorfilm klassischer Bauart sehen möchte, der nicht mit Art House liebäugelt, ist hier richtig.

7,5/10


#1515

Ist beim unsagbaren “Desolation” auch so, allerdings noch um einiges billiger gemacht. Hat man eigentlich immer nur bei Filmen, deren Anfang sich länger “hinschleppt”, wohl um den unkundigen Zuschauern klar zu machen “keine Angst, da kommt noch was!”. Die Feigheit des Regisseurs vor dem dummen Zuschauer ? Wobei “Don’t Breathe” in der Tat noch zu den besseren Horrorfilmen der letzten Jahre gehört, finde ich.


#1516

Ich denke, das ist für viele Regisseure/Produzenten ein bequemer Weg, um dem Zuschauer gleich zu Beginn (idealerweise) einen genregerechten Adrenalinschock zu verpassen, um sich dann mit dem für gewöhnlich folgenden eher gemächlichen Aufbau der Geschichte und der Charaktere etwas Zeit lassen zu können, ohne den geneigten Genrefan zu langweilen. Was natürlich trotzdem passiert, wenn es sich um einen 08/15-Slasher handelt, dessen Figuren einen oftmals ziemlich kalt lassen, weil es einfach kein gutes Drehbuch gibt.

Das erste Mal, dass mir dieser Kniff aufgefallen ist, war bei Romeros DAWN OF THE DEAD. Der Film startet mit einem ziemlichen “Bang”, der sehr schnell klar macht, dass wir es hier mit einer echten Bedrohung zu tun haben. Allerdings wird Romeros Film auch nach dem Opening nicht mehr langweilig.

Inzwischen verfahren eben sehr viele Genrefilme nach diesem Prinzip, so dass man schon froh sein kann, wenn es mal wieder variiert wird.


#1517

Mich ärgert es nur, wenn diese Szene das Überleben einer Figur vorwegnimmt, von der man es ohne sie nicht gewusst hätte. Das verleidet mir das Mitfiebern. Ein Beispiel, bei dem es nicht stört, wäre John Wick - da sieht man ihn zwar auch in der ersten Szene schwer verwundet herumkriechen, aber man weiß bei diesem Film sowieso, dass er als einziger Protagonist nicht mitten im Film das zeitliche segnen dürfte. Deshalb ist es kein störender Spoiler.


#1518

Bei mir ist DON’T BREATHE schon ein Weilchen her - weiß man denn, dass die erste Szene am Schluss spielt? Oftmals ist es ja so, dass die erste Szene ein Vorausblick auf den Beginn des letzten Aktes ist und sich dann nochmal was an der Situation ändern kann.


#1519

Man sieht, wie der Killer das offenbar bewusstlose Mädel hinter sich her schleift. Da weit und breit keine anderen Menschen zu sehen sind, dachten wir uns bei dieser Szene, dass sie wahrscheinlich sehr spät in der Handlung spielen wird, nachdem die anderen schon ausgeschaltet wurden. Es könnte natürlich noch sein können, dass andere Personen irgendwo überlebt haben - aber man weiß zumindest sicher, dass sie lange überlebt. Vielleicht wollte die Szene, dass man sich fragt, ob sie tot ist? Aber der Gedanke kam mir ehrlich gesagt gar nicht, sondern nur: aha, sie wird auf diese Weise gezeigt, also ist sie das Final Girl.


#1520

Zwei Tipps für Freunde des gepflegten französichen Thrillers:

Bei weitem nicht so glamourös wie die OCEAN‘S Reihe, aber fast so raffiniert, lässt der Film auf den eigentlichen Heist einen weiteren folgen und wird so gegen Ende nochmal richtig spannend. Schade nur, dass der Humor fehlt und dass die beiden Hauptdarsteller keine so rechte Chemie entwickeln. Dennoch sehenswert. Zu deutsch: 137 KARAT, erhältlich auf DVD.

Ein alkoholabhängiger Buchhalter, der aus Verzweiflung eine mysteriöse Tätigkeit annimmt und in zwielichtige Politaffären hineingezogen wird – eine spannende, wenn auch nicht immer ganz glaubwürdige Geschichte, in kühlen Bildern französisch-unspektakulär erzählt und von François Cluzet souverän verkörpert. Unter seinem deutschen Titel OPERATION DUVAL aktuell bei amazon prime kostenlos im Stream (wenn auch nur in der deutschen Synchronfassung).


#1521

Dazu passt ja mein kleines Leatherface-Doublefeature:


#1522

Seltsam… Leatherface war für mich einer der schlechtesten Filme der letzten Jahre, die totale Mogelpackung, in keinster Weise auch nur annähernd der Reihe würdig. Dafür halte ich TCM2 für genial konsequent und ultrabrutal in einer verstörenden Härte, die man heute in Horrorfilmen so nicht mehr erleben kann. Dabei höchst originell und mit einem grandios aufspielenden Dennis Hopper, der in der Kritik nicht mal lobenswert erwähnt wird. Sicher nicht das “Original”, aber immer noch das beste Sequel von allen Prequels, Sequels und wasweissichwas für anderen Vor- oder Nachspeisen.


#1523

Da gebe ich Dir recht.

Hoppers Darstellung erinnert mich hier an Nicolas “eh schon alles egal” Cage. Das Zitat in der Review ist übrigens von ihm. Er war überzeugt, das sei der schlechteste Film, in dem er je mitgespielt hat. Bis dann SUPER MARIO BROS. kam, da hat er dasselbe gesagt.