Nippon Connection Filmfestival 9.-14.6.2020

Komödie? :rofl: Ich fand die erste Stunde trotz humorvoller Momente echt traurig, aber die letzten 40 Minuten waren der Hammer, ein guter Abschluss für eine tolle Nippon Connection! :ok_hand:
Oh man, 12 Filme und ein paar Live-Streams in 7 Tagen, fühle mich immer noch erschöpft. Da waren einige schwere emotionale Geschütze im Programm…
Ausgehend von „After the Sunset“, den ich Dank deiner Empfehlung zum Glück doch noch gesehen hab, denke ich, dass dir Hirokazu Kore-edas Filme ebenfalls gut gefallen werden. Neben „Shoplifters“ (OmU auf Amazon Prime) vermutlich auch „Like Father, Like Son“ (Abschlussfilm der NC 2014), in dem zwei Ehepaare erst Jahre später erfahren, dass ihre Babies kurz nach der Geburt vertauscht wurden :cry: .

Ich grüble wegen „Family Romance, LLC.“ von Werner Herzog nun schon seit Tagen darüber, was mir wichtiger ist: die Echtheit von Situationen/Interaktionen oder die Echtheit der Emotionen, die ich dabei empfinde… (P.S.: Nein, im Film kommen keine Sexbots oder Ähnliches vor :innocent:).

Im Interview erzählt Herzog Interessantes zur Entstehung des Films, an dem eine Mitarbeiterin von Nippon Connection mitgewirkt hat:

Äh, ist das jetzt nicht ein fieser Spoiler?

Steht jedenfalls in jeder Inhaltsangabe zum Film, wahrscheinlich auch auf dem Backcover der DVD. Wenn man das weglässt, darf man eigentlich gar nichts über den Film sagen.

Kann den Film selbst auch empfehlen, hat mir gut gefallen.

2 Like

Ich hab deswegen auch kurz überlegt… Dies ist zum Glück nur der Anfang des Films (steht, wie @lexx geschrieben hat, in allen Kurzbeschreibungen, die ich gelesen habe, z.B. auch auf der NC-Webseite). Der Hauptteil dreht sich darum, wie die Familien mit der Situation umgehen (thematisch überschneidet sich manches mit „After the Sunset“).

1 Like

Habe DANCING MARY letztes Jahr in Sitges gesehen und war, ehrlich gesagt, ziemlich enttäuscht. Ich mag ansonsten eigentlich (fast) alles, was ich von Sabu kenne. Weil es immer eine Ecke wunderschönen cinematographischen Wahnsinn enthält und feiert; weil es das Alltägliche ins „philosophisch Absurde“ transportiert. Davon liefert MARY aber fast Null. Ist in der Story, ihrer Entwicklung und auch der Darbietung viel zu konventionell und hat mich irgendwann vorwiegend gelangweilt ;(

1 Like

Kann ich im wesentlichen so unterschreiben wie schon oben im beitrag 35 geschrieben. Aber das Intro fand ich saustark.

1 Like

BEAUTIFUL, GOODBYE fand ich auch extrem beeindruckend. Hatte am Anfang kurz befürchtet, der würde sich eher als klemmig-peinliche Zombie-Love-Comedy entpuppen, hat dann aber doch ungeheure emotionale Wucht entwickelt.

Genauso übrigens FORGIVEN CHILDREN, ein völlig anders gearteter Film natürlich, der das Thema Mobbing und seine Konsequenzen auf drastische Weise thematisiert - und es dabei sehr gut schafft, sowohl die Perspektive der Opfer als auch des Täters zu vermitteln. Ohne des Letzteren Taten zu verharmlosen, im Gegenteil. Über 130 Minuten lang, aber - von ein paar ausufernd „Emotionswallungen“ inszenierenden Szenen abgesehen - bis zum Ende fesselnd. War eins meiner Highlights.

Ich habe aus Job-/Zeitgründen diesmal aber auch nur 5 Filme sehen können, neben diesem und BEAUTIFUL… noch UNDER YOUR BED, THE JOURNALIST und LABYRINTH OF CINEMA. Letzterer ist übrigens der allerletzte Film des im April 2020 leider verstorbenen Nobuhiko Ôbayashi, Regisseur von, genau, HAUSU :wink: Kann ich unbedingt empfehlen, wenn man Lust auf einen wirklich harten Trip durch die Geschichte des japanischen Kriegsfilm-Kinos hat. Teilweise extrem schwer, dem Geschehen zu folgen - hat x verschiedene Zeit- und Erzählebenen, echt labyrinthisch eben, und vermutlich braucht man eine gewisse Kenntnis der japanischen (Film-) Geschichte, um hier alles voll verstehen und deuten zu können. Aber auch, wenn man hier Schwächen aufweist, ist der Film ein echtes Erlebnis. Wahnsinnig ideenreich, humanistisch bis ins Mark und ab einem gewissen Punkt auch emotional wirklich nahegehend. Wie ein CINEMA PARADISO mit weniger Kitsch, mehr Witz und viel mehr Wahnsinn :wink:

Das war meine erste Nippon Connection seit gefühlten 100 Jahren, bei der ich nicht vor Ort sein, japanische Snacks, alte Videospiele und die tolle Stimmung genießen konnte. Die großartigen Filme gab es natürlich trotzdem, laut Pressemitteilung gab es auch einen „Rekordbesuch“ von über 25.000 Leuten, und ich habe mir Mühe gegeben, das Festival zusätzlich durch die Bestellung einer „Nippon Nippes“-Box zu unterstützen. Es war trotzdem nicht dasselbe und ich bete, dass die Nippon in 2021 wieder regulär stattfinden kann… der Termin ist der 01.-06.06.2021!

1 Like

@todaystomorrow Danke für den Tipp! Ich hoffe, dass ich „Labyrinth of Cinema“ demnächst beim Far East Film Festival nachholen kann. Haha, „Hauuuuusu“ war echt ein Trip! Über weite Strecken wunderschön/nostalgisch, in der zweiten Hälfte dann total abgedreht (mein Klavier schau ich seitdem etwas misstrauisch an). Muss mir den Film bei Gelegenheit nochmal nüchtern angucken :innocent: .

Ich hatte eine fantastische (Film-)Woche! :blush: Falls sie wieder zu einer Online-Edition gezwungen sein sollten (was ich dem NC-Team und Festivalfans vor Ort natürlich nicht wünsche), hoffe ich, dass sie uns für das umfangreiche Programm mehr als 6-7 Tage geben. Gerade Dokus und Animes sind bei mir diesmal viel zu kurz gekommen.

Hihi, japanische Radiogymnastik für Film-bedingt steife Rücken:

1 Like

Mit der Genre Zuordnung Horror tue ich mich hier auch etwas schwer wenn man den Begriff ganz klassisch auffasst. Der Horror liegt halt eher in einem Leben das von Isolation, Unterdrückung und Gewalt geprägt ist und durch die Ruhe der Inszenierung mehr in Richtung tragisches Drama mit Thriller Elementen tendiert. Welche Filme meintest du mit FFF Filmen? Mir fällt spontan nur BED OF THE DEAD ein, den ich nicht gesehen habe.

Der eine heißt Sleep Tight und den anderen weiß ich nicht mehr. Bed of the Dead spielt auf dem Bett und nicht darunter.

Der andere könnte vielleicht das koreanische Remake von SLEEP TIGHT sein: DOOR LOCK, der beim FFF 2019 lief.

1 Like

Oh, wusste nicht das SLEEP TiGHT auf dem FFF lief. Guter Film! Und DOOR LOCK kenne ich noch nicht.

Ich hatte noch nichts zu HAUSU und zu THE NIGHT IS SHORT, WALK ON GIRL geschrieben. Es gibt ein paar Gemeinsamkeiten beider Filme. Sie sind auf jeden Fall einzigartig und beide Filme sind surreal bzw. Mit surrealen Szenen angereichert. Genau dazu konnte ich die Tage nicht so recht Zugang finden, weshalb eine weitere Gemeinsamkeit ist, das sie mich nicht so gepackt haben. HAUSU kam mir ziemlich wirr vor aber wie gesagt, es schien nicht in meine Stimmung zu passen. Beide Filme fallen durch ihre besondere Musikauswahl auf; Die Kombi aus asiatischem Horror und westlicher Hippie Musik bei HAUSU war ebenso erfrischend wie der atmosphärische Jazz Score in THE NIGHT IS SHORT… Beeindruckend fand ich den Mix stilistischer Techniken in HAUSU. Mir fällt spontan keine Horror Komödie ein, die, mit Hilfe der Musik, mit soviel Melancholie angereichert ist wie HAUSU, was ebenfalls zum einzigartigen Charakter des Films beiträgt. Hier unterscheidet er sich übrigens von THE GIRL…und besonders von dessen Ende, das, ähnlich wie in einigen jazzigen Woody Allen Filmen, seine Protagonisten versöhnlich beschwingt aus der Strory entlässt. Fazit: Empfehlenswerte Filme mit Alleinstellungsmerkmalen und auffälligem Score, zu denen ich leider keinen guten Zugang fand. Nicht für jede Stimmung und (sowieso) nicht für jedermann. Besonders bei HAUSU wünschte ich mir, ich hätte ihn vor 15 Jahren gesehen.

Gute Auswahl bei der Nippon hier. Gefiel mir. Schön wäre ein längeres Zeitfenster fur die Filme gewesen, z.B. 48 statt 24 Stunden.

1 Like

Kein Film, den man nüchtern sehen sollte… :innocent:

Haha Hammer, dass eine Frau, die in Interviews so sanft und süß wirkt, nen krassen Film wie Under Your Bed gedreht hat :heart: :heart:

1 Like

Du scheinst nicht so viel Erfahrung mit asiatischen Frauen zu haben :joy:

2 Like

MUAHAHAHAHAHAHAHA!!!

#Audition :innocent:

1 Like

„Kirikirikirikiri…“

1 Like

:rofl: :joy: :rofl: :joy: :rofl: :joy: :blush: