Am 31.07.2009 14:08 , GeorgeKaplan schrieb:
Es fehlt den amerikanischen Filmen oftmals die SUBTILE Verwendung der filmischen Möglichkeiten. Getreu dem Motto viel hilft viel wird gleich alles aufgefahren, was geht. Das ist nicht immer und grundsätzlich verkehrt, führt aber oft zu einer Übersättigung und gegenseitigen Überlagerung. Die Nachhaltigkeit bleibt aus, es bleibt ein - durchschaubarer - Kirmeseffekt.
Hallo Schorsch. 
Kirmeseffekthascherei? Bei den Amis?! Nääääääää …
Aber jetzt mal ehrlich: Horror & Artverwandtes ist immer irgendwo auch Effekthascherei. Allerdings kann man diese auch in ansprechende, stimmungsvolle und künstlerisch/inhaltlich eigenständige Bilder verpacken, bzw. „kaschieren“, so dass der Zuschauer sich zumindest nicht ganz verschaukelt vorkommt (z.B. dadurch, dass die oftmals primär marketingsstrategischen Beweggründe der Filmemacher derart offensichtlich sind, dass sie fast schon einem persönlichen Affront gleichkommen - so wie es beispielsweise bei unzähligen Remakes der Fall ist)
Natürlich ist das reines Wunschdenken. Gerade in Amiland läuft diesbezüglich längst nichts mehr ohne Marktanalysen, Gewinnoptimierung, Test Screenings, Zielgruppenprofilerstellung und großangelegte Marketingoffensiven - das Eigentliche, nämlich der Film, wird da fast schon zur Nebensache.
Das Schlimmste ist m.E. jedoch die fortschreitende Trivialisierung des Horrorgenres, gerade in Amiland. Nicht nur, dass ein Sequel das nächste jagt - nein, es ist diese zunehmende Fixierung auf ein unbedarftes Teeniepublikum, welches nach wie vor die meiste Kohle locker macht und auch dem x-ten Aufguss von FINAL DESTINATION oder SCREAM oder HASSENICHGESEHN relativ unkritisch gegenübersteht, weil es sich ein Scheiß dafür interessiert, was - ich sag mal - vor 1995 stattgefunden hat. Deshalb müssen ja auch neuerdings sämtliche Ikonen des Genres (sprich: Freddy, Jason, Michael, Leatherface etc.) eine neuzeitliche Verjüngungskur durchlaufen und sich bei einem Publikum anbiedern, das John Carpenter womöglich für den schreinernden Kumpel von Bob dem Baumeister hält …? 
Echt schlimm. Vielleicht könnte man das Ganze ja als „Buffy“-Effekt bezeichnen, denn damit fing seinerzeit alles an. Nachmittagshorror mit Teen-Appeal - und dabei noch ungemein stilprägend (ist Euch schon mal aufgefallen, in wie vielen Werwolf-Vampir-oder-sonstwas-für-Streifen inzwischen dieses unsägliche „Buffy“-Make Up eingesetzt wird? Ihr wisst, was ich meine, oder …? - Eben.)
ABER: Bevor ich mich hier noch in Rage schreibe, mache ich lieber Wochenende. In diesem Sinne …