Offene E-Mail an Rosebud zum Hamburger FFF im Grindel

Hallo zusammen,

ich bin Besucher des jüngst abgelaufenen FFF in HH gewesen und wollte ein paar Dinge anmerken.

Zuersteinmal das Positive:
Das Programm war gut!!! Mit Irreversible habt ihr sicherlich einen DER Filme des Jahrzehnts gezeigt. Dazu Ichi the Killer und Demonlover und der Rest war mir dann auch egal. Nach einem in den letzten Jahren doch deutlichen Qualitätsrückgang in Eurem Programm eine erfreuliche Feststellung. Vielleicht solltet Ihr aber im Interesse einer gewissen Glaubwürdigkeit in Eurem Programmheft nicht bei JEDEM Film DERMASSEN auf die Tonne hauen. Manchmal meint man, ihr führt nur zeitlose Meisterwerke auf.

Nun zum Negativen:
Das Grindel geht ÜBERHAUPT nicht!!! Eine Beleidigung für jeden Kinogänger. Ich bin FFF-Besucher seit ca. 12 Jahren und habe schon einige Kinos miterlebt, aber dieses Jahr war’s arg an der Schmerzgrenze. Über Fragen von Ambiente und Athmosphäre (ja, ich bin einer der nostalgischen, reaktionären Metropolis-Anhänger) will ich ja gar nicht reden (Festivalathmo kommt in einer gefliesten Halle, die einem McDonalds gleicht, eben nicht auf), aber für 8 € Eintritt sollten zumindest die Grundlagen stimmen.

  1. Sehr häufig unscharfe Projektion. Mindestens 1/3 bis die Hälfte der von mir gesehenen Filme waren so unscharf, daß man z.T. nur mit Mühe die Credits lesen konnte (z.B. The Bunker). Und ich habe KEINE Glasbausteine vor den Augen. Besonders schlimm war dieses Phänomen im großen Kino.

  2. Der Ton im kleinen Kino war ne glatte 6 minus. Das rumpelte, weil die den Ton teilweise bis zur Schmerzgrenze aufgedreht haben. Offenbar waren die Boxen hinüber.

  3. Die Kinosessel im großen Kino waren eine Zumutung. Durchgesessen und eng. Es war nicht möglich, die 8 Tage mit gesundem Rücken zu überstehen. Überall um mich rum begannen die Zuschauer nach ca. 30 - 40 Minuten unruhig hin- und herzurutschen. Etliche Leute waren nach 120min-Filmen komplett fertig und haben dann keine Lust mehr gehabt, einen weiteren zu gucken.

  4. Filme mit Untertiteln waren im großen Kino kaum zu ertragen, weil zumindest die vordere Hälfte der Sitzreihen ebenerdig gebaut waren. Da es nun sowieso unbequem wie Hölle war, musste man dann noch zudem permanent mit dem Kopf hin- und herwackeln um der Handlung folgen zu können. NEIN, ich bin nicht 1,53 m groß sondern 1,88 m.

  5. Die Notbeleuchtung im kleinen Kino war taghell. Speziell bei Genrefilmen, die nun mal häufig im Dunklen spielen, mindert das den Filmgenuß erheblich. Die Leinwand sollte schwarz sein, war aber hellgrau.

Ich war zwar seinerzeit ein Gegner des Umzugs vom Metropolis ins Cinemaxx, habe damals aber nur wenig gemurrt, weil dort zumindest Service und Technik
(zum großen Teil) stimmten. Also: wenn schon ein Multiplex, dann doch bitte nicht das allerletzte Haus am Platz. Ansonsten könnt Ihr ja wieder ins Metropolis gehen, da sitzt man zwar auch unbequem, aber man kann dann ein schönes Bierchen bei Rosi trinken und mit anderen FFF-Besuchern ins Gespräch kommen und die Projektion war dort immer herausragend gut.

Mir sind etliche Besucher persönlich bekannt, die über das Kino ähnlich genervt waren und im f3a-Forum wird das ganze auch gerade diskutiert. Die Tatsache, daß HH die einzige Stadt mit Besucherrückgang war ist m.E. nicht zuletzt auf das unattraktive und technisch miserable Kino zurückzuführen.

Denkt drüber nach und bleibt dran.

Viele Grüße aus HH

Mirco

P.S.: Aufgrund der aktuellen Diskussion werde ich diese E-Mail auch ins f3a-Forum einstellen.