Schaurig schöner Dezember


#28

Man kennt ja die Familienzusammenkünfte zu den Feiertagen. Und dass man manchmal lange fahren muss, um dahin zu gelangen. Allerdings ist diese Familie auf einer Road to Hell gefangen, als Väterchen beschließt, eine Abkürzung zu nehmen.

Dead End
2003, FSK 16
Regie: Jean-Baptiste Andrea, Fabrice Canepa
Darsteller: Ray Wise, Lin Shaye, Mick Cain, Alexandra Holden, Amber Smith

Beim ersten Mal schauen fand ich diesen Film echt gruselig. Eine Familie, die auf einer einsamen Landstraße mitten im Wald knapp einem Unfall entgeht und dann allerlei Merkwürdigkeiten erlebt, scheint von dieser endlosen Straße nicht mehr weg zu kommen. Als dann auch noch eine geheimnisvolle Frau in Weiß auftaucht und ein schwarzer Wagen, sind sie ihres Lebens nicht mehr sicher. Die Atmosphäre empfand ich als ziemlich spannend und unheimlich.

Was wäre ein Filmmarathon, wie ich ihn mir vorgenommen habe, ohne unseren Festival-Liebling Ray Wise? Genau. Es würde was fehlen. Dieser Film ist kein Blockbuster und steht und fällt mit seinen Schauspielern, allen voran Ray Wise und Lin Shaye, denen man durchaus Kultcharakter unterstellen kann. Außerdem ist er ziemlich unheimlich, seine Gore-Szenen sind eher angedeutet und überlassen einiges der Phantasie. Hinzu kommen ein paar kleine jump scares und fertig ist ein kleiner, aber feiner Horrorfilm. Beim zweiten Mal schauen ist mir allerdings der ziemlich schräge schwarze Humor mehr aufgefallen.

Einer der Produzenten ist übrigens James Huth, der uns mit seinem Film Serial Lover beglückt hat.

So zwei Weihnachtsfilme an einem Tag reichen jetzt. To all a good night. … :santa:


#29

Ja, den meine ich. Isabelle Fuhrmann heißt die Schauspielerin von Esther. Ich fand aber auch die Performance von Vera Farmiga echt stark. Überhaupt stimmte die Chemie. Hohes Produktionsniveau außerdem. Und wegen des tollen Mixes aus Horror und Psychothriller mit Slasher Elementen verzeihe ich auch weniger gelungene Szenen.


#30

Auch heute gab es keinen Weihnachtsfilm, dafür aber ein Musical, bei dem Schnee und Kälte eine Rolle spielen. Heute Abend luden die Vampire zum Tanz.

Tanz der Vampire
Das Musical, mit Jan Ammann
Regie Uraufführung: Roman Polanski
Musik: Jim Steinman
Texte: Michael Kunze

Der Tanz der Vampire ist eine herrliche Parodie auf Vampirfilme, Regie und einer der Darsteller im Film: Roman Polanski.
Roman Polanski hat auch das Musical in Wien zur Uraufführung inszeniert. Die Handlung weicht von der im Film höchstens unwesentlich ab. Professor Abronsius und sein Assistent Alfred reisen in die Karpaten, um die Existenz von Vampiren zu beweisen. Allerdings interessiert sich Alfred schon bald für das Wirtstöchterlein, die schöne Sarah (im Film von Sharon Tate, Polanskis späterer Ehefrau, dargestellt). Da ist er nicht alleine, auch der Graf hat ein Auge auf sie geworfen und entführt sie. Alfred und der Professor reisen zum Schloß, wo Alfred sich gegen die Annäherungsversuche von Sohn Herbert zur Wehr setzen muss. Sie versuchen, die Vampire zu vernichten und Sarah zu retten, was schließlich zum berühmt gewordenen Tanz der Vampire und die Spiegelszene führt.

Vielleicht eine kleine Notiz am Rande: im Film wurde ein Text synchronisiert mit: “Ach das Kreuz, das wirkt nur bei alten Vampiren!”. Im Musical verwendet man den ursprünglichen Text: “das Kreuz wirkt bei mir nicht. Ich bin ein jüdischer Vampir!”

Ja, Stuttgart München - zwei unterschiedliche Musical Bühnen. In Stuttgart ist wesentlich mehr Platz auf der Bühne, so dass die Ausstattung opulenter ist. Aber man wusste sich gut zu helfen. Die Bühnenbeleuchtung wurde genial eingesetzt. Vieles war einfach kleiner. Man hat auch gut mit Vorhängen gearbeitet, so dass das ganze schon auch eindrucksvoll war. Die Sänger und Tänzer waren hervorragend. Und mit Jan Ammann als Graf, da schmelz ich doch gleich dahin. Der könnte mich auch jederzeit beißen. …

Ein schöner Abend.


#31

Hi Michaela, ganz so hardcore wie Du mache ich das nicht, aber auch auf meiner diesjährigen Weihnachtsfilmwunschliste stand der KRAMPUS, von dem ich deutlich mehr erwartet hatte. Dieses Mal sind wir uns ziemlich einig:

Der Film hätte jede Menge Potenzial, Horrorfans jährlich die Vorweihnachtszeit zu versüßen, allen voran gute Schauspieler und ein noch unverbrauchtes Konzept. Anfangs sieht es auch noch so aus, als würde KRAMPUS die Balance zwischen bissigem familiärem Weihnachtswahnsinn, Mythologie und Monsterhorror hinbekommen, spätestens in der zweiten Hälfte offenbart sich jedoch das unstimmige Chaos: animierte Lebkuchenmännchen aus SHREK treffen auf ANNABELLE Horrorspielzeug und TREMORS im Schnee (wie gut, dass jeder ordentliche Amerikaner das Recht hat, immer ein Waffenarsenal bei sich zu führen), statt einem ordentlichen Spannungsaufbau oder dem Fokus auf den Krampus, ziehen sich die Szenen, der anfängliche Humor wird irgendwann komplett vergessen und das vom Studio verordnete PG 13-Rating verbietet jegliche Konsequenz oder Härte.


#32

Gab’s bei mir als Vorfilm zum KRAMPUS. Fand ich ziemlich charmant und besser als den “Hauptfilm”. Gibt’s in voller Länge (16 Min.) hier auf Youtube.


#33

Und hier in HD:


#34

Heute war ich mal wieder familiär eingestellt, so als Mama einer pubertierenden Zwölfjährigen, erfreut man sich doch auch mal an kleineren Kindern, wie sie im Schnee rumtollen, Schneebälle werfen und Papa dann mal kurzerhand beim Schlittenfahren mit Gartenwerkzeug aufspießen. Leise rieselt der Schnee und färbt sich blutrot. Jaja, bei

The Children
haben Eltern nix zu lachen.
2008, FSK 18

Regie: Tom Shankland
Darsteller: Eva Birthistle, Hannah Tointon

Lief 2009 auf dem FFF. Bis jetzt hatte ich einen weiten Bogen um diesen Film gemacht. Die Beschreibung an sich ließ mich schon erschauern. Weihnachtsfeiertage, Idylle und dann werden die süßen Kleinen zu Monstern, die ihre Eltern abmurksen. Ist nachvollziehbar, wenn man kleine Kinder schon mal überdreht und auf Zuckerschock erlebt hat. Aber das geht vorüber und hat nicht solche tödlichen und blutigen Auswirkungen. Und hier setzen sich die Erwachsenen dann entschieden zur Wehr. Die einzelnen Todesszenen waren durchaus heftig. Insgesamt ist der Film richtig böse und fies. Das Grauen beginnt achleichend und hört zum Ende hin nicht auf. Brrrr.

Das Ganze ist auch atmosphärisch sehr schön in Szene gesetzt. Interessant fand ich in manchen Szenen die Doppeldeutigkeit: man sieht was passiert ohne richtig auf das zu hören, was gesprochen wird. Gut, dass man bei DVD Szenen wiederholen kann und sich den Text nochmal anhören kann. Ergibt dann ein sinnvolles Ganzes.

Anfänglich fand ich es verwirrend, dass man nicht genau wusste, wieviele Kinder und Erwachsene es gab, hat dann aber faire 4:4 ergeben plus Teenager, der ja das Bindeglied zwischen Kind und Erwachsenem ist. Leicht störend fand ich, dass die Darsteller nicht der Jahreszeit angemessen gekleidet waren. Wobei, Englanderinnen sind meiner Erfahrung nach hart im Nehmen. Die rennen tatsächlich bei Minusgraden ohne Strümpfe rum. Die Schauspieler fand ich allesamt überzeugend, auch die Kinder. Schön, dass man unverbrauchte Gesichter genommen hat.

Wer also von seiner Familie an Weihnachten genervt ist, sollte mal einen Blick in diesen Film werfen. Schlimmer geht immer.

Achja, und was aus der Mietzekatze wurde, will ich, glaub ich, gar nicht wissen.


#35

Den kenne ich noch vom FFF und habe ihn auch in guter Erinnerung :slight_smile: Schön böse. Und dabei doch so hell und freundlich von der Farbgebung her, dass man meinen könnte, einen normalen Weihnachtsfilm zu sehen.


#36

Nachdem heute ein stressiger Tag in der Arbeit war, brauchte ich was leichtes, seichtes. Und was könnte da besser passen als eine amerikanische Weihnachtskomödie.

Eine schöne Bescherung - National Lampoon’s Christmas Vacation
1989, FSK 6

Regie: Jeremiah S. Chechik
Darsteller: Chevy Chase, Beverly D’Angelo, Juliette Lewis, Johnny Galecki, Randy Quaid

Vater Clark Griswold plant das beste und tollste Familienweihnachtsfest aller Zeiten. Das geht natürlich nicht ohne Pannen von statten, die für den Zuschauer äußerst vergnüglich sind, wenn man Slapstick-Humor mag. Der Film wird hauptsächlich von Chevy Chase getragen, die restlichen Schauspieler sind eher schmückendes Beiwerk und haben auch die eine oder andere humorvolle Szene, in der sie glänzen können bzw. manchmal auch dem kompletten Irrsinn einen beruhigenden Gegenpol entgegensetzen. Sonst wäre es zuviel des Guten, over the top sozusagen. Wie in jeder guten Komödie gibt es auch leise, nachdenkliche Szenen, aber nicht allzu viele.

Zum Abschalten nach einem stressigen Tag durchaus empfehlenswerter Filmspass für die ganze Familie.

Putzig, Johnny Galecki wirkt bereits wie ein Mini-Leonard (aus The Big Bang Theory).


#37

Heute gab’s gemütlichen Weihnachtsfilmnachmittag in der Arbeit bei Plätzchen, Glühwein und

Zwei Weihnachtsmänner
2008

Regie: Tobi Baumann
Darsteller: Christoph Maria Herbst, Bastian Pastewka

Was haben ein Wirtschaftsanwalt und ein Poolnudel-Vertreter gemeinsam? Genau: gar nichts, außer dass beide an Weihnachten zu Hause sein wollen. Also ab ins Flugzeug und von Wien nach Berlin geflogen. Man kommt nicht weit, der Flughafen Berlin ist geschlossen wegen Schnee, also wird man nach Bratislava umgeleitet. Dort werden die beiden zu unfreiwilligen Reisegenossen und schlagen sich durch per Zug, zu Fuß, mit dem Auto. Eine ziemliche Odyssee, nicht nur nach Hause, sondern auch zu sich selbst.

Teil 1 nachmittags und heute Abend dann Teil 2, handelt es sich doch um einen sat1 Zweiteiler. Den ersten Teil fand ich recht kurzweilig und vergnüglich, gute Schauspieler mit sehr gutem komödiantischem Timing. Dem zweiten Teil geht ein wenig die Puste aus, übertreibt die Komik bzw. skurillen Szenen, sodass dieser zwar durchaus schaubar ist, aber hinter dem ersten Teil zurückbleibt. Er setzt außerdem auch mehr auf Gefühl, als auf pure Komik. Der Soundtrack von beiden Teilen ist auch sehr hörenswert. Insgesamt eine vergnügliche Angelegenheit.

Wenn ich das richtig sehe, ist das ein Remake von “Ein Ticket für zwei” mit John Candy und Steve Martin?


#38

Und wenn wir schon von Remakes sprechen:

Black Christmas
2006, FSK 18

Regie: Glen Morgan
Darsteller: Michelle Trachtenberg, Mary Elizabeth Winstead

Weist durchaus Ähnlichkeiten zum Original auf, ist allerdings eher auf heutige Sehgewohnheiten zugeschnitten, also schnellerer Story -Verlauf, schnellere Bilder, vom Ablauf her hektischer, im Original lässt man sich mehr Zeit. Auch hier haben wir eine Schwesternverbindung, einen unheimlichen Anrufer und irren Killer. Die Polizeiszenen, die im Original vorhanden und wichtig waren, fehlen komplett.

Der Film war jetzt so nicht schlecht, allerdings waren die Charaktere relativ eindimensional gezeichnet, hübsche austauschbare Mädels, deren Namen ich mir nicht gemerkt hab. Die Sterbeszenen sind kurz aber heftig, Blut spritzt, aber was tatsächlich vorgeht, ist off screen. Der Killer bekommt hier eine Hintergrundgeschichte, die ziemlich gruselig und grausam ist. Das ist einer der Pluspunkte des Films. Weniger gefallen hat mir das Ende, das hat sich dann doch recht gezogen.

Find jetzt so im direkten Vergleich das Original klar besser.

Noch zwei Tage, dann is Weihnachten :evergreen_tree:

hei ZiB
Jetzt weiß ich, warum aus eurem Horroroktober nicht so viel geworden ist. So ein Unterfangen, einen Thema bezogenen Filmmonat durchzuziehen, ist anstrengender und zeitraubender als ich dachte. :sweat:


#39

Der eigentliche Sinn von Weihnachten ist der, die Geburt des Erlösers, Jesus Christus, zu feiern. Am 25. Dezember 1995 sollte die Geburt des Antichristen stattfinden. Dies wurde von drei wackeren Männern verhindert. Wie? Das sehen wir in

El Dia de la Bestia
1995, FSK 16

Regie: Alex de la Iglesia
Darsteller: Alex Angulo, Armando de Razza, Santiago Segura

Ein Priester findet durch Jahrzehnte langem Studium der Johannes Offenbarung heraus, dass am 25. Dezember 1995 der Antichrist geboren wird und versucht mit allen Mitteln, die daraus resultierende Apokalypse zu verhindern… Da Gottes Wege ja bekanntlich unergründlich sind, wird es für das Priesterlein eine abenteuerliche Reise, auf der er zwei weitere Mitstreiter gewinnen kann. Sozusagen die drei heiligen Könige. Es ergeben sich allerlei Absurditäten, sehr zum Vergnügen des Zuschauers.

Ich denke, dieser Film gewinnt immer mehr, je öfter man ihn sieht. Beim ersten Schauen fand ich ihn okay, allerdings nicht besonders lustig. Dieses Mal sind mir die vielen Feinheiten und Seitenhiebe, die so beiläufig in das Geschehen einfließen, mehr aufgefallen. Wahrscheinlich wird mir noch mehr auffallen bei einer Dritt- oder Viertsichtung.

Lief 1996 beim FFF als Eröffnungsfilm.


#40

Das ist einer meiner absoluten Lieblings-Weihnachtsfilme, hab den ca. 20 mal gesehen. Ein Gag jagt den nächsten, anfänglich noch etwas sehr Slapstick wird’s dann zusehends interessanter und die Witze und Einfälle sind mit sehr viel Liebe zum Weihnachts-Detail gemacht. Insbesondere der pleite-Cousin mit seinem Wohnwagen ist für mich der Knaller (“Das Scheisshaus war voll, frohe Weihnachten!”). Kult !!!


#41

So, drei hab ich noch:

Angesteckt vom Tanz der Vampire und noch Schneemangel gab’s

Frostbite
2006, FSK 16

Regie: Anders Banke
Darsteller: Petra Nielsen, Carl-Äke Eriksson, Grete Havnesköld

Kennen Fans des FFF.
WW II: Laufen ein paar deutsche Soldaten im Winter durch schwedischen Wald, fernab von den Kumpels und verfolgt von schwedischen Soldaten und treffen auf eine scheinbar verlassene Hütte. Nix da, Vampire hausen da. Einer überlebt den Vampirangriff, schnappt sich ein Vampirmädchen und zieht sie Django-mäßig im Sarg hinter sich her. Soweit zum Vorspann.

Heute: Mutter Annika und Teenie-Tochter Saga ziehen in den hohen Norden, damit Mama mit ihrem Vorbild Dr. Beckert am Krankenhaus zusammenarbeiten kann. Saga versucht Anschluss an die dortigen Jugendlichen zu finden und wird auch prompt zur Party eingeladen. Dr. Beckert entspricht nicht ganz Annikas Erwartungen und von ihm entwickelte Pillen werden kurzerhand von Medizinstudenten als Partydrogen eingesetzt. Mit blutigen Folgen, denn wer eine Pille schluckt mutiert zum Vampir.

Insgesamt ganz witziger Vampirfilm, finde ich. Manche Szenen sind einfach Kult, ich sage nur: Gartenzwerg. :grin:Angeblich der erste schwedische Vampirfilm. Und zusammen mit “Let the right one in” haben die Schweden gezeigt, dass sie durchaus ein Händchen für Vampirfilme haben.

So, wenn es dann endlich schneit, kann man schöne Schneemänner bauen und Wettbewerbe veranstalten, wer den schönsten hat. Dabei sollte man allerdings darauf achten, dass der Schneemann nicht aus Schnee besteht, der sich aus den Molekülen eines wahnsinnigen Serienmörders zusammensetzt. Wie es dazu kommen kann und wie man so einen Schneemann wieder los wird, seht ihr in

Jack Frost
(Nicht der mit Michael Keaton)
1997, FSK 16

Regie: Michael Cooney
Darsteller: Scott MacDonald, Christopher Allport

Es ist schon unglaublich, auf welchen Schwachsinn manche Autoren kommen. Der Film ist leidlich unterhaltsam, die special effects sind unspektakulär, die Schauspieler gehen so. Allerdings war der Film wohl erfolgreich genug, denn es gibt einen zweiten Teil: Jack Frost 2: Revenge of the Mutant Killer Snowman. Der spielt - ausgerechnet - auf einer tropischen Insel !

Zum Jahresausklang, da werde ich immer leicht depressiv, gab es dann passend zur derzeitigen Lage mit den ganzen Attentaten und Kriegen

War of the Worlds
2005, FSK 12 (äh ja?)

Regie: Steven Spielberg
Darsteller: Tom Cruise, Dakota Fanning, Tim Robbins

Tom Cruise spielt einen geschiedenen Papa, der mal eben übers Wochenende auf seine zwei Kinder aufpassen soll. Pech für ihn, dass gerade dann Außerirdische die Erde angreifen und alles zu Schutt und Asche hauen. Er versucht mit den Kindern zu Mama zu fliehen. Auf der Flucht müssen sie immer wieder den Außerirdischen ausweichen, die nur auf den richtigen Moment gewartet haben, um ihre komischerweise seit Jahrtausenden unbemerkt gebliebenen Maschinen in Gang zu setzen und die Menschheit auszurotten.

Der Fokus liegt erst einmal auf der Familie und die Alien-Invasion wird hauptsächlich aus dem Blickwinkel von Tom Cruise gezeigt. Erst versucht er, einen Kontakt zu seinen Kindern herzustellen, dann herauszufinden, was passiert und schließlich sich und die Kinder in Sicherheit zu bringen. Ein, für so eine große Invasion, eher kleiner Blickwinkel, aber gerade deswegen spannend. Eine Szene gefiel mir besonders gut: als eine Gruppe Menschen allmählich erkennt, in welcher Gefahr sie sich befinden und langsam Panik ausbricht. Diese Stimmung und Atmosphäre hat Spielberg gut hingekriegt. Naja, ähnliches gab es ja auch schon im Weißen Hai zu bewundern. Mir gefiel auch, dass Tom Cruise anfänglich eben nicht der strahlende Held ist, sondern einfach nur Otto Normalo und aus der Menge erst mal nicht hervorsticht. Das ändert sich zum Ende hin, hat aber insgesamt nicht gestört. Außerdem hat sich Spielberg angenehm mit superkitschigen Szenen zurückgehalten. Liegt vielleicht auch an der Vorlage von H.G. Wells, die ich aber nicht kenne.
Super nervig an dem Film war das Töchterchen, die schreit die ganze Zeit. Da hofft man dann doch, dass so ein Alien die mal kurzerhand entsorgt.

Insgesamt spannender Alien-Invasion Film, typische Hollywood-Unterhaltung und mit einem angenehm zu sehenden Tom Cruise.

Hatte ich drei Filme gesagt ?
Ja, den einen zum Jahresanfang kann ich noch schnell erwähnen.

Arsen und Spitzenhäubchen
1944, FSK 12

Regie: Frank Capra
Darsteller: Cary Grant, Peter Lorre

Ich liebe diesen Film. Er ist einfach knuffig und witzig. Außerdem mag ich sowohl Cary Grant als auch Peter Lorre. Allein Carys komödiantisches Schauspiel und Timing machen den Film sehenswert. Dazu kommen noch zwei schrullige Tantchen, die eben mal so aus reiner Nächstenliebe alleinstehende ältere Herren vergiften. Man merkt dem Film allerdings schonn an, dass er auf einem Theaterstück basiert. Treten die einzelnen Schauspieler doch oft wie auf einer Bühne auf. Einer der Charaktere sieht aus wie Frankenstein’s Monster. Hierzu ist anzumerken, dass dieser Charakter im Theater von Boris Karloff (DEM Monster) gespielt wurde.

Fazit zu meinem schaurig schönen Dezember

Ich sehe gerne Filme, allerdings ist es doch was anderes, wenn man sich so einen “Marathon” vornimmt und dann auch noch kurz zu den Filmen etwas schreiben möchte. Ist wesentlich zeitaufwendiger als gedacht. Und das im Dezember, wo ja eh viele Weihnachtsfeiern oder andere Dinge, wie Geschenke besorgen etc., anstehen. Hatte ja befürchtet, mir gehen die Dezember-relevanten Filme aus, aber ein paar wären noch gegangen. Bei manchen FSK-Bewertungen hab ich mich gewundert, aber gut. Das ist sowieso eine endlose Diskussion.

Viele Filme waren eher mittelmäßig, als richtigen Schrott habe ich keinen empfunden, bin ja meist gnädig. Von manchen Filmen hab ich mir mehr versprochen, z. B. von Krampus. Positivste Überraschung war Rare Exports. Und The Children hab ich auch überlebt :grin:

So, der nächste Filmmarathon kann beginnen, sowas wie Killerclowns im Fasching oder wildgewordene Osterhäschen. Freiwillige vor !


#42

Kurz vor dem Fest wärme ich den Weihnachtsfilmthread mal auf, mit einem mittelprächtigen, aber ziemlich blutigen Slasher, den es bei amazon Prime im kostenlosen Stream gibt:


Ein Geschenk für Splatter- und Slasherfans, in dem noch vor dem Vorspann Geschlechtsmerkmale durch- und abgetrennt sowie im Folgenden zahlreiche Standardsituationen besserer Filme nachgespielt werden. Bis auf den hohen Goregehalt und die ordentlich gemachten Verstümmelungsszenen hat der Film jedoch nichts zu bieten, der Hauptdarstellerin hat man wohl deshalb eine Mütze aufgesetzt, damit man sie von den ganzen anderen kreischenden Starlets unterscheiden kann. Kann man sich in der Vorweihnachtszeit mal ansehen, wenn man alle guten Weihnachtshorrorfilme durchhat.


#43

Better Watch Out aka Safe Neighborhood {2016, Chris Peckover}
Schöne Mischung aus Home-Invasion-Thriller und Slasher, der zur Weihnachtszeit spielt, schöne Wendungen bereit hält, schwarzhumorig und herrlich fies ist. Die jungen Darsteller bieten eine gute Performance. Der Film ist sehr detailverliebt, schick gefilmt und interpretiert das Babysitter-Thema sehr originell.
7,5/10


#44

Klar, der White Nights-Beitrag von 2017 SAFE NEIGHBORHOOD gehört eindeutig zu den besseren Weihnachtsgenrefilmen, was man von diesem hier leider nicht sagen kann:

Wenn jemand schon den Mut hat, einen Weihnachtsslasher um die Themen Abtreibung, Behinderung und Religion zu machen und eine der Hauptrollen mit einem „Downie“ zu besetzen, ist es doppelt schade, wenn sowohl Drehbuch als auch Schauspieler dann so im Trash versumpfen. Einzig Matriarchin Dee Wallace, die hier auch mitproduziert hat, liefert eine akzeptable Leistung, der Rest ist leider nur verschenktes Potenzial.


#45

Richtig schönen Vorweihnachtsschrecken verbreitet dagegen dieser fiese kleine Kurzfilm:

Nicht großartig, aber schön atmosphärisch. Mehr davon? Einfach den Bloody Cuts Kanal auf Youtube durchforsten.


#46

Dear lief ja auf den Nights, war ganz unterhaltsam


#47

Letzter Film vor Heiligabend:


Mehr Psychogramm als Weihnachtsslasher, ist BETTER WATCH OUT ein ungewöhnlicher, düsterer Genrebeitrag, der sich um eine ernsthafte Charakterstudie bemüht und sogar zur Anteilnahme für den derangierten Täter bewegt. Zu billig gemacht, um wirklich seriös zu sein, aber auch weit entfernt vom üblichen Splattertrash.