Ihr kennt das vielleicht, im Laufe der Jahre sammeln sich so einige Filme an, die euch in der ersten Betrachtung irgendwie “angesprochen” haben und auf eurer persönlichen “Watchlist” gelandet sind.
Ich war nie ein Vielseher auf dem Festival, d.h. über 3-6 Titel kam ich nie hinaus. So hab ich die meisten Beiträge sukzessive bei regulärer VÖ nachgeholt. Dabei ist mir aufgefallen, dass es immer noch Lücken in den Jahrgängen gibt, was unterschiedliche Gründe hat: Zum einen hat sich im Laufe der Zeit eine schlechte Bewertung herauskristallisiert, die Reviews sind widersprüchlich oder ich hatte bislang einfach keinen Nerv für den Film.
Naja, ich dachte mir, ich liste hier mal so nach und nach meine perönlichen “Nachzügler” auf in der Hoffnung ihr könnt da mit eurem geschätzten Sachverstand etwas Licht ins Dunkle bringen. Kurze persönliche Statements reichen ja. Alles besser als die gefakten Reviews von irgendwelchen an dem jeweiligen Film beteiligten Personen, wie das leider in der IMDb so üblich ist.
Fangen wir mit 2007 an (da hab ich angefangen, diese wertvollen Listen zu führen ).
Nicht gesehen und trotzdem irgendwie auf der Liste gelandet:
Ich bin mir noch nicht so ganz einig darüber ob ich Dich richtig verstanden habe.
Meinst Du Filme die wir auf dem FFF ausgelassen haben, erst später zum Heimkino Release nachgeholt haben und nachträglich für gut befunden haben?
Falls ja, waren das bei mir unter anderem:
Ich habe den ersten Beitrag viermal gelesen und bin nicht sicher, ob ich ihn verstanden habe, aber ich GLAUBE, dass du möchtes, dass wir einfach unsere Meinungen zu den Filmen geben.
Falls dem so ist - habe nur The Lookout von den drei gesehennund es war mein Top-Film beim FFF 2007. Fand ich richtig richtig toll. Jeff Daniels war oscarreif.
Ich habe davon Fair Play gesehen, und ihm 4/10 gegeben. Soweit ich mich erinnere, klang die Idee für mich spannender, als der Film nachher war. Ziemlich zäh. Aber es ist schon sehr lange her, deshalb kann ich die Meinung leider nicht mehr richtig begründen .
Filme seit 2003, die ich bei meinen FFF-Besuchen ausgelassen und später sehr gut gefunden habe:
Ich habe davon Fair Play gesehen, und ihm 4/10 gegeben. Soweit ich mich erinnere, klang die Idee für mich spannender, als der Film nachher war. Ziemlich zäh.
Exakt meine Bedenken. Ich meine sogar mal in den Film hineingesehen zu haben, als dieser im free TV lief, diesen zähen Eindruck hatte ich auch, obwohl die story ziemlich gut klang. So Filme landen dann auf der berüchtigten Liste.
Edmond fand ich eher durchwachsen, nachzulesen unter den Reviews von 2007: https://f3a.net/edmond,reviews,1295.html
So weit ich mich erinnere, hab ich den erst nach dem FFF, also nicht auf großer Leinwand gesehen.
The Lookout habe ich auch später mal nachgeholt. Kann ich mich überhaupt nicht mehr dran erinnern - was auch immer das zu bedeuten hat. Filme mit Joseph-Gorden Levitt sollte man erfahrungsgemäß aber eine Chance geben (oder auch zwei).
Das waren ja schonmal ein paar Eindrücke. Danke schonmal dafür. Kommen wir zum Jahrgang 2009 (2008 hab ich erstaunlicherweise alles abgegrast, das Jahr war recht gut).
Filme von 2009, ungesehen:
A Film with Me in It
Cold Prey 2
Polytechnique
Sexykiller
Bloedbroeders
Natürlich kann hier jeder seine ungesehenen Filme reinposten, soll ja kein Ego-Thread werden hier. Nur im Rahmen des FFF sollten sie schon gelaufen sein.
[ Diese Nachricht wurde bearbeitet von: Neck am 20.06.2014 14:43 ]
Ich persönlich mag die Cold Prey Reihe und finde. das Cold Prey2 ein würdiger Nachfolger geworden ist.
Sie zeichnen sich durch gutes Sounddesign aus. Der ganz eigene Charme/Humor kommt am Besten rüber, wenn man die im OT mit UT schaut (gehe mal davon aus,das du kein norwegisch sprichst )
A film with me in it sah ich auf dem FFF. Damals gefiel er mir, aber im Nachhinein war da sehr wenig, was mir in Erinnerung geblieben ist. Den Drang, den zu wiederholen habe ich bisher auch nicht. Vermutlich habe ich mich nur von der allgemeinen positiven Akzeptanz anstecken lassen. O.K. aber nicht mehr.
Also Sexykiller fand ich ziemlich witzig und herrlich überdreht
A Film with me in it - war von der Grundidee ganz nett, konnte mich aber dann doch nicht 100%ig überzeugen. Ich glaub, der Typ war ziemlich weinerlich drauf, hätte insgesamt etwas bissiger und schwarzhumoriger sein können.
Falls dem so ist - habe nur The Lookout von den drei gesehennund es war mein Top-Film beim FFF 2007. Fand ich richtig richtig toll. Jeff Daniels war oscarreif.
DAS kann ich so unterstreichen! The Lookout ist definitiv ein kleines Highlight, welches zu sehen ist.
Fair Play fand ich mit zunehmender Laufzeit nach interessantem Beginn eher nur noch sehr, sehr maessig.
Edmond… ich erinnere mich daran, ihn gesehen zu haben. Ich glaube, Herr Macy hatte die Hauptrolle inne. Das wars dann aber auch schon, was ich zu dem Film noch weiss. Ich mein, er war nicht so uebel.
Grad mal meine Kritik von damals gesucht…
Plus war: Nachwirkende Tiefgruendigkeit, Episoden-Erzaehlung
Minus war: zaeh
Ergo: Fand ich beim Sehen recht scheisse, doch mit was Luft dazwischen immer besser. Nun erinnere ich mich auch wieder g
A Film with Me in It - habe ich auch nach dem FFF erst gesehen. Mochte ich. Schön böse schwarze Komöduie, die teilweise eigentlich noch fieser war, als man es erwarten würde und bisweilen gar leicht deprimierend. Die Schauspieler waren toll.
Cold Prey 2 - fand ich okay, aber licht enttäuschend, v. a. weil er so ziemlich den ersten Teil nachgemacht hat, nur eben in etwas schlechter. Aber für Slasher-Fans taugt er trotzdem was.
Das Jahr 2010 weist wieder mehr Lücken auf. U.a. auf der Liste:
Die letzten Tage der Emma Blank
We Are What We Are (aus dem werd ich einfach nicht schlau. Es heißt, das US Remake sei Mist. Das Original kommt aber auch nur auf ne dürftige und fragwürdige 5,7 Bewertung.)
Brotherhood
Liebe und Intrigen
Red Hill
[ Diese Nachricht wurde bearbeitet von: Neck am 24.06.2014 18:59 ]
We Are What We Are
Einerseits ist ein Kannibalendrama aus Mexiko schon etwas, das man nicht oft zu sehen bekommt, d. h. der Film spult nicht einfach erneut Horrorfilmklischees ab und zeigt auch nicht nur Altbekanntes, was man ihm zugute halten muss. Der Film legt auch sehr viel Wert auf Realitätsnähe, und wenn man sich auf ihn einlässt, kann man mit der Familie, die man wie in einem Außenseiterdrama “begleitet”, gut mitfühlen. Ich persönlich fand den Film aber extrem zäh und nur mäßig spannend / interessant, sodass ich ihn eigentlich nicht empfehlen würde.
Brotherhood
Ein fragwürdiges Aufnahmeritual einer Burschenschaft misslingt, und so kann die Nacht nicht zum Feiern genutzt werden, sondern muss zum Vernichten von Spuren und Beweisen herhalten. Dass die Handelnden sich nicht selten sehr unklug verhalten, tut dem Sehvergnügen dabei keinen Abbruch. Der Film ist ein perfekter Lückenfüller - für sich genommen bietet Brotherhood absolut nichts Erinnernswertes, wenn man ihn aber als “Vorfilm” für einen guten Film hernimmt, bekommt man einen kurzweiligen Partythriller serviert, der das Publikum schon mal auf Betriebstemperatur bringt.
Love Crime
Der Film war für mich eine extrem positive Überraschung. “Liebe Und Intrigen” trifft es eigentlich ganz gut, denn es geht hauptsächlich um, naja, Liebe und Intrigen zweier Frauen in der Businesswelt, zwischen denen ein Konkurrenzkampf in mehrerlei Hinsicht eingeläutet wird. Ich würde den Film weder als Drama (… nicht emotional genug…), noch als Thriller (… keine Spannungsspitzen…) bezeichnen, obwohl er beide Genres in sich vereint… gemischt mit etwas schwarzem Humor. Der Film ist eher ein Statement und ein cineastischer Zickenkrieg, wie ihn der (gealterte) Roman Polanski hätte inszenieren können. Ich war, wie gesagt, extrem positiv überrascht.
Red Hill
Eine sehr eindimensionale und vorhersehbare Rachestory wird recht leblos als Neo-Western bzw. Action-Thriller mit mäßigen Schauspielern inszeniert. Hätte es No Country For Old Men nicht gegeben, wäre der Film wohl nie realisiert worden (Mutmaßung!), denn Red Hill ist quasi die The Asylum-Variante von dem Film der Coen Brothers und definitiv nichts, das man nachholen muss.
Danke für die Eindrücke! Genau so habe ich mir das vorgestellt.
Kann man sagen, dass “We Are What We Are” von der Realitätsnähe vergleichbar ist mit diesem einen griechischen Film, “Dogtooth”? Irgendwas hatte der Film ja aber er war auch ganz schön strange.^^
Ja, auf einer gewissen Ebene kann man We Are What We Are und Dogtooth miteinander vergleichen - vielleicht zwar eher auf den zweiten Blick, aber unangebracht ist der Vergleich keinesfalls.
Welcher der Filme jetzt allerdings realitätsnäher ist, ist schwer zu entscheiden. Beide Filme wollen aber definitiv sehr realitätsnah sein.
Dementsprechend sind beide Filme recht ungeschminkt und haben diesen Charme des Independent Cinemas… und auch von der Handlung her gibt es parallelen: Beide Filme betrachten familiäre Strukturen “abseits” der Gesellschaft und haben einen nicht abstreitbaren Coming Of Age-Charakter, wobei Dogtooth ja klar in Richtung Mindfuck geht, während We Are What We Are sein Kannibalenthema schon konventioneller (und oft auch reißerischer) aufarbeitet bzw. versucht dies zu tun.
“A Film with Me in It” habe ich als ziemlich unterhaltsam in Erinnerung. Schwarzer Humor, kann man sich ansehen . Aber ich hatte danach dann auch nicht das Bedürfnis, mir extra die DVD zu holen oder ihn noch mal zu gucken. Das ist so ein “für einmal nett” Film.
“Die letzten Tage der Emma Blank” war vom Ansatz her vergleichbar, eine schwarzhumorige Komödie, nur war sie dann gar nicht so lustig… der wollte bei mir nicht richtig zünden. Ich sehe gerade, dass ich ihm 6,5 gegeben habe, hätte eher auf 5 getippt.
“A Film with me in It” war fuer mich eine totale Ueberraschung. Nichts wirklich erwartet und bestens, schwarzhumorig unterhalten worden. Wer darauf steht, sollte ihn gesehen haben. Allerdings gehts mir wie ZiB: ein zweites Mal musste ich ihn nicht gesehen haben.
Am 26.06.2014 15:13, schrieb Zwerg-im-Bikini:Aber ich hatte danach dann auch nicht das Bedürfnis, mir extra die DVD zu holen oder ihn noch mal zu gucken. Das ist so ein “für einmal nett” Film.
Nett gesagt. Ich hatte sowas mit “Two Eyes Staring”. Der war ok auf dem Festival, konnte man gucken. Zweitsichtung oder für Zuhause? Neee!