(SPOILER) Hole

Den Film selbst fand ich ja zunächst mal unglaublich intensiv und beeindruckend inszeniert. Auf die Dauer hat sich das ganze enge und ausweglose Erlebnis ja schon ein wenig abgenutzt, trotzdem fand ich den Film überdurchschnittlich gut gelungen.

(jetzt SPOILER…!!)

Wie seht Ihr aber das Ende? Wird er tatsächlich einfach nur so freigelassen und macht sich dann im inneren Monolog darüber Gedanken, dass er diese Erfahrung niemals wieder wird vergessen können, dass dieses “Loch” in seiner Seele jetzt für immer bleiben wird? Oder hebt die Auflösung und dieser Text vielleicht den ganzen Inhalt des Films auf eine andere Ebene? Geht es gar nicht um eine reale Entführung, sondern zum Beispiel das seelische dunkle Loch der Depression, in die man hinein- und dann nicht so leicht wieder herausgeraten kann? Andererseits fragt man sich bei DIESER Deutung aber nach der Funktion der beiden Aufpasser… oder?

Bin gespannt auf Eure Meinungen :sunglasses:

Also anfangs fand ich die ganze Sache auch noch spannend, beklemmend und gut gespielt, ich wollte wissen, worauf das Ganze hinausläuft, hatte dann aber so ab der Hälfte das ungute Gefühl, dass das alles mal wieder ins Leere läuft.

Hier meine Auffassung:
Ich denke, die Entführung im Film war real, wir werden nur nicht über die Hintergründe aufgeklärt. Vielleicht haben die Entführer ihr Lösegeld erhalten und ihn dann irgendwo (Wüste?) freigelassen, wo er sich Gedanken darüber macht, dass er hier soger das Allerlebensnotwendige, was er im Loch hatte, vermissen wird. Ich denke aber, er überlebt im weiteren Verlauf, schließlich erzählt er aus dem Off und befindet sich, so meine ich gesehen zu haben, auf einer unbefestigten Strasse.

Jeder sollte also zufrieden mit dem sein, was er hat, denn selbst wenn es scheinbar nur wenig ist, könnte es einem genommen werden, bzw. es kann einem immer schlechter gehen. Der Protagonist betont am Anfang sowie am Ende des Films, dass es jeden erwischen kann (im übertragenen Sinne wohl für eher reale Bedrohungen wie Arbeitslosigkeit, Krankheit usw.). Schließlich lernt man selbst alltägliche Dinge erst dann richtig zu schätzen, wenn man sie nicht mehr hat, oder sie sich nicht mehr leisten kann.
Wenn man jeden Tag in den Nachrichten sieht, dass es Millionen von Menschen wirklich dreckig geht, aber es bei uns Leute gibt, die rumjammern, weil Benzin wieder 1 Cent teurer ist, sich aber gleichzeitig ohne mit der Wimper zu zucken kaputte Jeans für 200 Euro zulegen, dann ist die Aussage des Films sicher richtig.

Sollte dies aber die Absicht des Regisseurs sein, so frage ich mich, ob ich für diese simple Weisheit 82 Minuten dieser dann eher grobschlächtigen Metapher auf‘s Auge gedrückt bekommen muss … Muss man, finde ich, nicht gesehen haben: 3/10

Ich hab den viel sinnbildlicher und anders gedeudet, in dem der Film einfach quasi das “Leben” eines Menschen darstellt, der tagtaeglich den gleichen Trott durchlaeuft und sich nicht daraus befreien kann - und erst wenn man den wirklichen Willen findet, etwas in seinem Leben zu aendern, schafft man es auch --> Das war dann das Ende in Gelb.

Da kann man massig sinnbilder im gesehenen entdecken und eroerrtern, aber ehrlich: Ich fand ihn trotzdem recht schlecht g und hab darauf weiters gar keine Lust lach

Sidschei, ok, das geht ja in ne ähnliche richtung wie meine deutung mit der depression… aber: wen oder was sollen dann die beiden entführer darstellen?! und warum hat er auf einmal den willen gefunden, etwas zu ändern, bzw. woran merkt man das?

wie deutet ihr eigentlich die szene kurz vor dem ende, als er hektisch im wald rumläuft und von dem einen maskierten mit vorgehaltener pistole gestoppt wird?

aber: wen oder was sollen dann die beiden entführer darstellen?!

Ohne weiters darauf einzugehen und auch wissend, dass es natuerlich noch viele andere Moeglichkeiten gibt, sage ich nun einfach mal:
Entfuehrer 1: Die Maloche (Arbeit)
Entfuehrer 2: Das „Privatleben“ (Familie)

und warum hat er auf einmal den willen gefunden, etwas zu ändern,

Naja, wenn man Jahrelang immer den selben Trott hat, dann entwickelt man vielleicht irgendwann den Willen, was zu aendern und fuehrt das dann auch durch?

Zumindest bei mir ist das so lach

bzw. woran merkt man das?

Ich deute das so: Er war zuletzt im Loch und hat sich dem Trott an sich ergeben; aber dennoch hatte er einen ungeheuren Ueberlebenswillen - sonst haette er das ja nicht solange mitgemacht. Und aus diesem Ueberlebenswillen heraus, fand er dann eben doch den Ansporn in der Phase wo er sich nahezu ergeben hat, etwas zu aendern → Schwupps, war er nicht mehr im Loch sondern eben in diesem komischen Gelb.

Ausserdem deudeten fuer mich die gesprochenen Abschlussworte aus dem Off ebenfalls darauf hin.

wie deutet ihr eigentlich die szene kurz vor dem ende, als er hektisch im wald rumläuft und von dem einen maskierten mit vorgehaltener pistole gestoppt wird?

Man „koennte“ (darueber hab ich aber nie nachgedacht wenn ich ehrlich bin) es so deuten, dass es ein Versuch war, dem Trott zu entkommen. Er rennt weg vor dem Trott (will ihm also entkommen), schafft es aber in diesem Versuch noch nicht und wird wieder von ihm eingeholt.

Noch weitsinniger koennte man auch deuten, dass das in der Tat ein Traum war, der ihm aufzeigte DASS er versuchen muss, dem Trott zu entkommen, wenn er weiterleben will. Egal ob es klappt oder nicht. Und dies dann der Anlass war, es zu versuchen - und zu schaffen (offensichtlich)

Das finde ich an dem Film schon sensationell, was man da alles reinlesen kann. Aber wie gesagt: Dennoch fand ich ihn in seiner Darstellung einfach zu fade…

[ Diese Nachricht wurde bearbeitet von: Sidschei am 06.08.2006 10:12 ]

@Sidschei: Das ist auch im meine Deutung, die ich unmittelbar nach dem Film hatte.

Insgesamt bin ich der Meinung, das ich diesen Film eigentlich nicht dazu gebraucht hätte um festzustellen, das man einen Grossteil seines Lebens in einer Tretmühle steckt.

Auch bei mir war es so das ich nach 2 Dritttel eigentlich genug hatte, gut bewertet habe ich ihn nur deshalb weil man lange darüber diskutieren kann :slight_smile: .

Dazu mal 'ne andere Frage:
Wen will den der Film eigentlich erreichen ?

Die die sich mit dem Film beschäftigen, brauchen wahrscheinlich keinen Anstoss/Aufklärung durch diese Parabel übers Leben.

Wen will den der Film eigentlich erreichen ?

Die Frage kann man sich letzten Endes nun aber wirklich bei JEDEM Film stellen… oder nicht?

gut bewertet habe ich ihn nur deshalb weil man lange darüber diskutieren kann

Stimmt - das gefaellt mir an dem Teil auch immer besser g Dennoch fand ich ihn als Gesamtfilmwerk immer noch mau lach Interessant zwar im Ansatz, aber nicht ueber 90 Minuten bei der Stange haltend…

[ Diese Nachricht wurde bearbeitet von: Sidschei am 08.08.2006 22:03 ]

Neverending Hole.

@SIDSCHEI: Klar, aber bei manchen etwas mehr… :wink:

Noch 'ne Theorie:

Es gibt keine Geschichte dahinter…, der Film zeigt das was zu sehen ist (Entführung aus der Sicht des Entführten, ohne Gründe zu nennen - müssen Entführer dem Entführten die Gründe darlegen ?).
Die Szenen im Wald sind dann vielleicht “Trug- Traumbilder” .

Warum? Die Szene im Wald (samt maskiertem Waffenträger) kann ja vielleicht auch als Rückblende verstanden werden - als der tatsächliche Moment seiner Entführung?

…ich will hier ja nich schon wieder rumjammern…aber eins muss ich doch loswerden. was mich an dem film übelst, wirklich übelst gestört hat, war diese fahrstuhlmusik die ganze zeit!!! die opernarien waren ja ganz nett, aber die seichte fahrstuhlmucke hätte man sich echt sparen können. warum denn überhaupt musik??? ohne dieses eklige gedudel hätte der film von mir definitiv einige punkte mehr erhalten, aber das hat alles zerstört, was ohne mucke an intensität hätte aufgebaut werden können! somit eben nur 3 von 10 punkten, schade!
und…nunja…im endeffekt find ich den film och n klein wenig überflüssig…das hätte man in jeder hinsicht meiner meinung nach besser machen können! abba wie dem auch sei…

today: hehehe, deute mal schön weiter, is interessant, das zu lesen! :wink: