Michaela hat ja bei Amazon Prime auch schon gesagt, man bekommt vieles angezeigt, wofür man zahlen muss, während Netflix reines Abo ist. Natürlich muss man irgendwo auch die Inhalte aller Vertreiber in Deutschland kaufen können, die ihre Filme noch nicht im Abo anbieten wollen. Nur von der Übersicht ist Netflix einfach besser. Es gibt ja immerhin bei Prime die Möglichkeit, sich nur Prime-Inhalte anzeigen zu lassen und alle Kaufoptionen auszublenden.
Ich hatte anfangs auch nur Prime und viel genutzt. Aber als dann Netflix dazu kam wurde Prime von mir nur noch stiefmütterlich behandelt. Das gute an Netflix ist halt wirklich die internationale Ausrichtung. Alles in Originalsprache, die „richtigen“ Originals werden in etwa 20 Sprachen synchronisiert, dann immer die Untertitel in 26 Sprachen. Bei Prime gibt es die Originalversion manchmal erst später. Z.B. „Ashfall“ wurde auf Prime zuerst nur auf Deutsch veröffentlicht, Koreanisch kam dann erst ein paar Tage später hinzu. Fand ich ziemlich merkwürdig.
Ja, dass Sachen untergehen ist halt so. Netflix hat sich von den ganzen Film Festivals richtig viele Arthouse-Filme gesichert, die irgendwo vor sich hindümpeln. Man muss halt tatsächlich viel Zeit mit Sucherei aufwenden. Die Netflix-Codes sind aber auch schon hilfreich.
Netflix wird m.E. auch viel zu sehr für schlechte Originals kritisiert. Bspw. wenn Disney einen schlechten Film veröffentlicht bekommen die nie so heftige Kritik ab wie Netflix. Ich finde, Netflix muss da auch aus Imagegründen aufpassen, welcher Film wie stark beworben wird. Die „Io“-Macher freuen sich vielleicht, wenn ihr Film direkt beim Start der Netflix-App mit Trailer kommt, aber wenn dann am nächsten Tag alle schreiben, was Netflix da für einen Mist veröffentlicht hat, dann ist das nicht so gut. Verkannt wird dabei, dass Netflix dann auch Originals hat wie „Marriage Story“ und „The Irish Man“ etc.
Netflix hat halt eine Ja-Sager-Kultur. Alles wird probiert. Jedem wird sein Raum gelassen. Bong Joon-ho hat ja gesagt in dem Interview von Locarno, was auch bei We are One zu sehen war, Netflix habe das Geld der großen Hollywoodstudios und biete die Freiheiten der kleinen Independent-Studios, was dann der Grund war, dass Netflix Okja-Produzent wurde. Der einzige Nachteil seines Erachtens war, dass Netflix nicht an Kinostarts interessiert ist und er dann kämpfen musste, dass der Film wenigstens in die koreanischen Kinos kommt.
Wie dem auch sei, ich habe Sooner mal angeschrieben. Sie meinten, sie würden sich nun auch mit dem FFF in Verbindung setzen. Mal sehen, ob da irgendwas bei rum kommt.