The Last Days - Massive Spoiler

Ich habe gerade einige Reviews durchgelesen, die sich an dem “kitschigen Ende” stören. Meiner Meinung nach ist dieses aber eher sehr bitter geraten. Für mich ist es eindeutig ein Traum. Man sieht, wie Marc zusammenbricht und dann das gleißende weiße Licht kommt.
Das was dann kommt, ist so überzeichnet und konträr zum ganzen Film, dass es nur ein Traum sein kann.
Somit tut man dem Film unrecht, wenn man sich an dem Ende stört.

Am 07.09.2013 12:30 , bewitched240 schrieb:

Für mich ist es eindeutig ein Traum. Man sieht, wie Marc zusammenbricht und dann das gleißende weiße Licht kommt.
Das was dann kommt, ist so überzeichnet und konträr zum ganzen Film, dass es nur ein Traum sein kann.
Somit tut man dem Film unrecht, wenn man sich an dem Ende stört.

Mmh, jetzt wo du das schreibst.

Das würde auch den dicken Logikfehler erklären: Wenn die beiden bemerken, die Nachkommen sind immun, warum „produzieren“ sie dann nicht mehr Babys? Das wäre logisch nach einer solchen Dezimierung der Menschheit, siehe The Philosophers.

Interessante Idee… aber für mich gab es dafür nicht genug Hinweise. Eigentlich überhaupt keine, denn die Effekte mit dem Licht haben wir ja vorher schon gesehen, wenn jemand einen Anfall auf der Straße bekommen hat. Davon auszugehen, dass er an dieser Stelle gestorben ist, wäre mir deshalb ein bisschen zu weit hergeholt.
Das Ende war unrealistisch paradiesisch, aber ich habe das so aufgefasst, dass es einfach ein optimistisches Happy End sein sollte, bei dem sie etwas über ihr Ziel hinausgeschossen sind. Sonderlich um die Ecke denken musste man ja vorher auch nicht während des Films.

Wenn sie aber tatsächlich zeigen wollten, dass er bei der Überquerung der Straße stirbt, ist ihnen das Ende trotzdem misslungen - denn anscheinend ist es ja dann bei fast jedem Zuschauer falsch rübergekommen. :wink:

@todi: Och, das würde ich jetzt nicht unbedingt als Logikfehler ansehen… ich hätte auch keinen Bock darauf, ohne medizinische Versorgung die Gebärmaschine zu spielen :grin: . Wir sehen ja, dass es noch andere Kinder gibt, also scheint es ja noch genug Menschen zu geben, die sich gut eingerichtet haben.

[ Diese Nachricht wurde bearbeitet von: Zwerg-im-Bikini am 07.09.2013 12:52 ]

Naja, er quält sich über die Straße, kommt kaum noch vorwärts und bricht doch ein gutes Stück vor der anderen Seite zusammen. Ich empfinde das schon als ziemlich eindeutig.
" … die Effekte mit dem Licht haben wir ja vorher schon gesehen, wenn jemand einen Anfall auf der Straße bekommen hat." --> Die Leute haben einen Anfall bekommen und sind dann gestorben. Passt doch.

Sollte die Intention der Macher wirklich so gewesen sein, dann haben sie es meiner Meinung nach mit dem “Traum” uebertrieben es soweit zu treiben, dass auch noch andere Kinder ploetzlich aufkreuzten und durch ein gruenes Barcelona laufen. Wie einfach so vieles anderes auch, was an dem Film einfach nur totaler Quatsch war (in meinen Augen). Aber gerade in diesem Fall scheidet diese Interpretation eines Traumes fuer mich persoenlich aus.

Die Idee, daß es ein Traum sein könnte, find ich auch gut. Wär ich im Traum nicht drauf gekommen :laughing: Aber ich bezweifel sehr sehr stark, das das so gemeint war. Es gibt keine Anzeichen dafür im Aufbau und Inhalt des Films.
Außerdem würde er dann wenig Sinn machen für mich hinsichtlich meiner eigenen Deutung, siehe hier: https://f3a.net/review31027.html
Das wäre absolut nihilistisch und pessimistisch, dazu hat der Film einen viel zu großen „Aufhänger“, der die Liebe als Motivation in den Vordergrund stellt, indem er nach seiner Freundin sucht unter Einsatz seines Lebens.
Ich sehe den Film eher als eine Art Hommage an die ewigen Kreisläufe und Rythmen des Lebens! an sich, Vergänglichkeit, Kommen und Gehen usw.
Aus dem Grund, habe ich das Ende auch bewusst nicht als kitschig empfunden (Obwohl es nach den ganzen Ereignissen durchaus so wirken kann. Die Kontrast sind halt stark.) und in meiner Rev. sogar geschrieben, ich hätte mir sogar stärkere Bilder davon gewünscht.
Die Regisseure haben evtl. damit gerechnet, das Ende könne kitschig wirken; meines Erachtens aber nur, wenn man die Intention fehl deutet.
Mist, muss jetzt leider los, bin in zwei Tagen wieder da. :disappointed: :slight_smile:

Ein richtig konsequentes hoch dramatisches Ende wär doch gewesen, wenn sie ihm entgegengelaufen wär und sie sich in der Mitte der Strasse getroffen hätten und zusammen gestorben wären… mir hat aber auch die “Kitsch” Version gefallen, ich finde den Film einfach nur super. Man kann auch solange herumanalysieren bis von der Magie wirklich nix mehr übrig ist…

[ Diese Nachricht wurde bearbeitet von: Alexander am 07.09.2013 13:41 ]

Ein konsequentes Ende waere gewesen, wenn er wirklich ueber die Strasse GERANNT waere und nicht im Zombie-Tempo rueberschleicht :grin:

Sorry, das konnte ich mir nun nicht verkneifen - das fand ich echt unertraeglich. Ebenso den Umstand, dass seine “grosse Liebe” da offensichtlich wochenlang in der Frauenarztpraxis rumgesessen ist, keine anderen Menschen da waren, nicht mal Leichen auf den Strassen lagen, wo das Essen herkam lassen wir mal genauso ausser Acht wie die Frage, wie sie ueberhaupt aus der Wohnung in die Praxis gekommen ist, nachdem die “Verseuchung” quasi direkt nach dem letzten Telefonat (und sie noch zu Hause war) ihr Maximum erreicht hat… (auch wenn man das nach wie vor mit der Individualitaet einer jeden Person gegenueber erklaeren kann).

Es sind/waren die Kleinigkeiten, die mich an dem Film echt massiv gestoert haben.

Und wer sich an “Last Days” letzten Endes so erfreut, der darf als Argument gegen “Robin Hood” defnitiv nicht den Pro7-Tv-Produktions Grund nennen: Denn nichts anderes war “Last Days” letzten Endes in meinen Augen auch. :wink:

Dass er Leuten gefaellt, kann ich absolut nachvollziehen, keine Frage. Ich hab noch mit dazu halt einfach was anderes, mehr endzeitlich angehauchtes und weniger Schmonzettenartiges erwartet :confused:

[ Diese Nachricht wurde bearbeitet von: Sidschei am 07.09.2013 14:00 ]

Ja, das mit dem Schleichen hat mich auch ein wenig gestört. Ich wäre da auch losgerannt wie von der Tarantel gestochen. Die anderen Punkte sind vernachlässigbar, da man einfach nicht weiß, was passiert ist. Vielleicht gibt es noch andere Menschen im Gebäude etc.
Was noch für die Traumvariante spricht: Marc wollte ursprünglich kein Kind. Allerdings ändert sich diese Einstellung durch die Geschehnisse grundlegend. So ist der Wunsch nach einem Leben mit Frau und Kind so stark, dass sich dies in seinem Todestraum manifestiert.
Sind jetzt nur Gedankenspiele meinerseits. Ich denke, es muss jeder für sich selbst entscheiden, wie er das Ende interpretiert.

Dass er nicht gerannt ist habe ich zwar auch kurz überdacht, allerdings kann man das recht gut erklären, wenn man sich daran erinnert, was dieser “Virus” eigentlich macht. Es ist ja nichts in der Luft, was einen vergiftet, sondern es scheint ein rein psychisches Problem zu sein. Eine typische Panikreaktion. Und Leuten, die unter extremer Platzangst leiden, kannst du nicht einfach sagen: Na dann renn halt auf die Straße :wink: . Der Körper ist da sozusagen Sklave der Psyche. Es kostet enorm viel Überwindung, sich überhaupt nach draußen zu bewegen, und das hat er finde ich gut rübergebracht.

Jo, das klingt plausibel.

Zwei Optionen habe ich gesehen um relativ unbeschadet auf die andere Straßenseite zu gelangen, die der Protagonist aber offenbar überhaupt nicht in Betracht gezogen hat:

Die Offensichtliche - Wenn man sich nicht nach draußen wagt, probiert man doch erst mal alles mögliche um sich im Untergrund ans Ziel zu bewegen, nicht? Auch wenn das heißt mit bloßen Händen durchs Erdreich zu graben. Der eingestürzte Bereich dürfte wohl nur einen kurzen Abschnitt betreffen…

Die Kreative - Im Theater dürften doch wohl lange Seile oder Taue zu finden sein, mit denen man sich eine schöne Seilbahn von einem der oberen Stockwerke zum Eingang auf der Gegenseite basteln kann, wie wir es vom Abenteuerspielplatz kennen. (Beim Regen wurden die Leute doch auch kreativ, warum nicht in dieser Situation?)

Es wurde ja gesagt, dass es keinen unterirdischen Weg nach drüben gibt. Ich denke, dass müssen wir als gegeben annehmen.
Das mit dem Seil wäre mir etwas Anstrengung machbar. Allerdings muss man das andere Ende auch erstmal ins andere Gebäude bekommen. Und wenn man am Seil runterutscht, ist man ja auch der Außenwelt ausgesetzt und wird vom weißen Licht heimgesucht.

Auf jeden Fall, da hätten sie es sich erleichtern können, wenn er nicht so verdammt ungeduldig gewesen wäre g. Zumindest ein Sicherungsseil hätte drin sein müssen, damit seine Freundin in falls er umkippt den Rest der Strecke schnell zu sich ziehen kann.

Aber das halte ich dem Film nicht vor. Er hat ewig nach ihr gesucht, viel durchgemacht, sieht sie auf einmal vor sich, niemand ist da, um ihm einen guten Tipp zu geben (sein einziger “Freund” ist gerade gestorben)… irgendwie nachvollziehbar, dass er kopflos reagiert.

[ Diese Nachricht wurde bearbeitet von: Zwerg-im-Bikini am 07.09.2013 14:41 ]

Am 07.09.2013 14:29 , todi schrieb:

Zwei Optionen habe ich gesehen um relativ unbeschadet auf die andere Straßenseite zu gelangen, die der Protagonist aber offenbar überhaupt nicht in Betracht gezogen hat:

Ich ergaenz es mal noch mit einer dritten: Schachtel ueber den Kopf. Schliesslich passierte einem in Raeumen auch nichts, egal wie offen die Fenster waren. Man haette es wenigstens austesten koennen :grin:

Was noch für die Traumvariante spricht: Marc wollte ursprünglich kein Kind. Allerdings ändert sich diese Einstellung durch die Geschehnisse grundlegend.
In meinen Augen haben nicht die Geschehnisse die Einstellung grundlegend geaendert. Denn genau DIES waren die Gruende, warum er kein Kind haben wollte, da muesste er sich also bestaerkt fuehlen (und vom Ende dann also widerlegt und als falsch hingestellt, was einen Traum damit auch eher wieder sinnloser machen wuerde) Seine Aenderung der Einstellung kam - mEn - eher daher, dass ihm klar wurde seine ueber alles geliebte Freundin wegen etwas zu verlieren (respektive verloren zu haben), was eigentlich die Kroenung einer jeder Liebe darstellt.

Sid

Ich meinte damit, dass er sich bewusst wurde, dass er seine Frau verloren hatte, im doppelten Sinne. Und in diesem aussichtlosen Szenario eben die Liebe zu seiner Frau und seinem Kind das einzige ist, was ihm noch bleibt.

Am 07.09.2013 15:05 , bewitched240 schrieb:

Ich meinte damit, dass er sich bewusst wurde, dass er seine Frau verloren hatte, im doppelten Sinne. Und in diesem aussichtlosen Szenario eben die Liebe zu seiner Frau und seinem Kind das einzige ist, was ihm noch bleibt.

Wuerde ich ein definitives „Nein“ sagen. Denn er hat seine Frau auch schon gesucht und damit geliebt, als er noch nicht wusste, dass sie schwanger ist. Ihm wurde durch das Finden des „Beweises“ nur klar, wie scheisse er sich verhalten hat.

Ich sehe hier die Schwangerschaft eben als Sinnbild fuer die Tatsache, dass die naechste/n Generation/en sich den (Umwlet)Einfluessen der neuen Zeit anpassen und das nicht zwingend als Grund gegen Kinder gesehen werden sollte.

Sid

Ich denke auch nicht, dass es ein Traum war, in Filmen, in denen diese Lösung vorkommt, wird irgendwann klar, dass es ein Traum ist - siehe Zimmer 1406 z.B. Oder ein anderer FFF-Film (will dessen Titel jetzt nicht verraten wg. Spoiler und so).

Am 07.09.2013 21:46 , Sidschei schrieb:

Wuerde ich ein definitives „Nein“ sagen. Denn er hat seine Frau auch schon gesucht und damit geliebt, als er noch nicht wusste, dass sie schwanger ist. Ihm wurde durch das Finden des „Beweises“ nur klar, wie scheisse er sich verhalten hat.
Sid

Was anderes habe ich ja auch nicht behauptet. Natürlich hat er seine Frau geliebt. Aber er hatte ihr gesagt, dass er keine Kinder möchte. Sie hat ihm deshalb ja nichts von dem Baby gesagt (wenn ich das noch richtig zusammenbekomme). Also hat er sie schon zumindest ein Stück weit verloren. Das hätte durchaus ein nicht mehr zu reparierender Riss in der Beziehung sein können.

Eigentlich müsste man den Film noch ein zweites Mal sehen.
Trotzdem bleibe ich bei meiner Traum-Variante.
Wobei ich die Realitätsvariante nicht kategorisch ausschließene möchte. Ich denke, das kann jeder so auslegen, wie er möchte. War wahrscheinlich auch die Absicht des Regisseurs.

[ Diese Nachricht wurde bearbeitet von: bewitched240 am 08.09.2013 01:24 ]

Ich fand das eigentlich ziemlich realistisch, dass er sich da was frei von der Leber redet, nämlich “ich will keine Kinder” und sie sagt dann nichts und ist sauer - ist das nicht irgendwie sooo typisch für Beziehungen ?

Die Traumidee finde ich eigentlich ganz gut, aber es gab für mich so keinen Hinweis darauf (vielleicht wenn man den Film nochmal in Alleinstellung in Ruhe ansieht, kommt man auf ein anderes Ergebnis) - die andere Idee, dass er auf der Straße zusammenbricht und seine Freundin zu ihm läuft und sie sterben zusammen, finde ich auch gut (hätte eher was von einem FFF-Ende :slight_smile: )

So fand ich das ganze extrem kitschig - dass er nicht läuft, ist nachvollziehbar wegen der Panik, die er vor dem Freien hat, allerdings auch unlogisch, denn er will ja schnell zu seiner Frau und Baby.

Ansonsten finde ich, war es einer der besseren Filme zur Postapokalypse.