Bin gerade mal wieder ueber die Inhaltsangabe aus der FFF-Broschuere zu „The Lookout“ gestossen. Fuer die, die es schon vergessen haben:
Wie lebt es sich nach dem Tod? THE LOOKOUT stellt diese Frage nicht als Zombiefilm, nicht als Schocker, sondern in Form eines kühl arrangierten, leidenschaftlich umgesetzten Thrillers, der seine Energie aus wahrhaftigem Schrecken bezieht, auch wenn er eigentlich nur die Geschichte eines denkbar dämlichen Banküberfalls erzählt.
Der Mann, der uns da mit leblos-matten Augen entgegen blickt und durch den Film führt, ist Chris (überragend: Joseph Gordon-Levitt, BRICK). Einst gefeierter Eishockeyspieler an der Highschool, dann von einem schrecklichen Autounfall aus der Bahn katapultiert. Zwei Freunde sind tot, Chris selbst laboriert noch Jahre später an den Folgen einer Kopfverletzung, die ihn so vergesslich, unzuverlässig und fahrig hat werden lassen, dass sogar sein blinder Zimmergenosse (brillant: Jeff Daniels) verlegte Gegenstände müheloser findet als er. Kurz gesagt: Der Junge ist ein Wrack. Aber ein wertvolles, wie ein ehemaliger Schulkamerad befindet, denn er soll für ihn der Schlüssel zum Einbruch in die Bank werden, in der Chris nachts als Putze arbeitet.
Die verwegen konstruierte Story ist so abgründig und vielschichtig, wie man es erwarten darf, wenn der Drehbuchautor von GET SHORTY und OUT OF SIGHT sein Regiedebüt abliefert. Auch wenn der Gedanke an MEMENTO nahe liegt, ist Scott Franks Übung in Noir doch eher der Gegenentwurf zu BRICK: Dort wurde viel geredet, hier wird viel geschwiegen – mit gewaltiger Wirkung.
Nun ist es ja bekannt, dass das Heftchen mit seinen Texten sich oftmals - formulieren wir es freundlich - weit aus dem Fenster lehnt. Aber mal ehrlich: Sehe ich es bei dem FIlm als Einziger so, dass die Inhaltsangabe - unabhaengig vom Gefallen des Filmes - ein voelliger Fausschlag ins Gesicht ist?
Und auch die Aussage
ehemaliger Schulkamerad
zeugt doch eher davon, dass der Schreiberling den Film ueberhaupt nicht gesehen hat? - wobei ich mich da nun auch weit aus dem Fenster lehne, da ich den Zusammenhang eventuell verpasst oder falsch verstanden habe
Vor allem der erste Teil trifft doch das „Sein“ des Filmes ueberhaupt nicht und ist doch schon nahezu als Frechheit zu werten, vermittelt sie doch einen wirklich voellig anderen Eindruck schon allein durch die Wahl der Worte, die der Film nachher zu praesentieren versteht?
Generell: Ich hatte den „Stuss“ nicht gelesen, da es mir egal war um was der Film handelt, da ich ihn schon wegen des Hauptdarstellers anschauen wollte. So wurde ich auch nicht auf falsche Wege geleitet, wurde nicht enttaeuscht und fand den Film echt super.
[ Diese Nachricht wurde bearbeitet von: Sidschei am 13.08.2007 15:28 ]
ja komisch…ist mir gar nicht aufgefallen da ich nach diversen enttäuschungen früherer FFFs folgende stragtegie habe -> so früh wie möglich heft durchchecken - filme aussuchen - dann alles infos so schnell wie möglich vergessen um relativ unvorbelastet in den film zu gehen. hab auch das problem das falsche infos erwartungen erwecken die dann entäuscht werden.
lookout fand ich auch nicht schlecht - vor allem Jeff Daniels hat mir sehr gut gefallen.
Worauf ich dieses jahr voll reingefallen bin war diese sonderseite/faltblatt von TV Movie (standen eigentlich vor jedem kino rum die dinger) dort wurde zu LAST WINTER (Neben FILM NOIR die einzigste entäuschung aller von mir gesehenen filme dieses jahr) geschrieben -> “bei probebohrungen werde entstellte leichen zutagegefördert” weiterhin bekam der film einen “moviestar” dies hat mich zusätzlich zum kinowechsel realtiv weiten fußweg in nmünchen dazu bewegt mir den film anzusehen - gab leider keine bohrungen im film und bei diesen nicht vorhandenen bohrungen wurde auch gar nix zu tage gefördert… da hat wohl auch jemand mal aus diversen pressemitteilungen kräftig zusammengeschrieben…und sich seinen teil dazu fantasiert ???
Scheint so zu sein, japp - Aber auch der FFF-TExt zu “Last Winter” ist ja… huestel
Ansonsten mach ich gerade deswegen fast wie Du:
Erstmal grobueberblick ueber die Filme
Spielplan anschauen
nur bei “koennten beide interessant sein” naehere infos holen
film ohne viel vorwissen geniessen
Denn ich bin auch schon zu oft auf die Nase gefallen mit den Inhaltsangaben Das mit mit “The Lookout” fiel mit gerade eben massiv auf, als ich mein Review geschrieben hab und dazu den FFF-Text durchgelesen hab
Die Strategie von Jay ähnelt meiner… wobei man durch die meisten frühen Reviews ja doch einiges über die jeweilige Story der Filme erfährt. Aber da ist es dann selten so hanebüchen wie im Programmheft
Zu Lookout, Thema “Schulkamerad”: naja, der Typ und Oberböse, der unsere Hauptfigur in jener Bar ansprach, sagte ziemlich früh im Gespräch, er hätte dieselbe Schule besucht… zwei Klassen über ihm… und sei auch mal mit seiner Schwester ausgegangen. Inwieweit das der Wahrheit entspricht, ist natürlich eine andere Frage
Auf die von Dir erwaehnte Frage “inwieweit das der Wahrheit entspricht” habe ich abgezielt
Denn die Schwester sagte im spaeteren Verlauf, sie wuerde den Typ nicht kennen / nicht an ihn erinnern.
Japp, was Du erwaehnst, daran erinnere ich mich auch. Aber wenn man die Texte im Programmheft “gewissenhaft” schreiben wuerde, muesste man dann hier eigentlich schreiben…
Aber bei dem Text bezweifle ich wirklich jegliche Kenntnis ueber den Film…
Da muss ich mal kurz meinen Senf dazu geben. Denn bei aller Sympathie für die Jungs und Mädels bei Rosebud, frage mich doch ernsthaft, ob die sich mit ihrem Programmheft nicht teilweise selbst ins Knie schießen: wenn man bei “The Restless” auf die “wilde Action” abhebt, braucht man sich nicht wundern, wenn die Hälfte der Leute “langweilig” ruft. Ist halt über weite Strecken kein Actionfilm, sondern eher eine Liebesgeschichte. “Stuck” habe ich auch nicht gerade als Schenkelklopfer- “Splatterfest” empfunden. Mit Dauerkarte und im Wissen um den Informatioswert des Heftes ist das ja halb so schlimm, aber ich frage mich, ob nicht Gelegenheitskinogänger, die aus dem Heft 2-3 Filme rauspicken, ganz schön enttäuscht werden können.
Meine Strategie zur Vorbereitung heißt übrigens:
englische Kurzzusammenfassung lesen (wenn man Glück hat ist es ein Zitat aus einer externen Quelle )
deutschen Text nach Schlüsselwörtern scannen und keinesfalls zu genau lesen (Das war bei “The Last Winter” eine gute Taktik. Da war das Schlüsselwort “Wendigo” - von daher wusste ich, dass es esoterisch wird (und mochte den Film übrigens!)).
Wenn das nicht reicht, im Zweifelsfall das Internet bemühen.