The Shining 1980

Director: Stanley Kubrick
Writers: Stephen King (novel), Stanley Kubrick (screenplay)
Stars: Jack Nicholson

Nachdem wir in einem anderen Thread zufällig auf “The Shining” gestoßen sind, dachte ich mir, es wäre an der Zeit, diesen Film vielleicht auch mal etwas näher zu thematisieren und zu durchleuchten!?

Instant 1980er Kult Classic?
Familien Film?
Horror?

Für mich stellt dieser Titel persönlich einen Meilenstein in der Filmgeschichte dar!

Wie seht Ihr das?
Wie habt Ihr diesen Film damals erlebt?
Wie habt Ihr das Schauspiel von Jack Nicholson damals empfunden?

Schön, das Du den thread aufgemacht hast, Shining war für mich ein sehr prägendes Filmerlebnis. Dazu muss ich etwas ausholen… Als der Film 1980 in die Kinos kam war ich erst 13 Jahre jung, aber schon sehr an Fantasy, Horror usw interessiert, wenn auch noch vollkommen unerfahren, was das Genre angeht. Im Fernsehen haben sie damals über den Film berichtet und ich sah erstmals Szenen von einem Regisseur, der später zu einem von mir hoch verehrten Meister des Fachs werden sollte. Ich war total angefixt, fand das Gezeigte extrem genial aber auch verstörend und MUSSTE diesen Film sehen.

Nur leider war es nicht möglich mit 13 Jahren in diesen Film ins Kino gelassen zu werden. Lange Zeit hab ich mir in Zeitschriften sehnsüchtig die Bilder angesehen und in der „Cinema“ den Bericht dazu gelesen. Irgendwann, ich glaube so 1-2 Jahre später, gelang es mir, „Shining“ auf VHS zu besorgen und ich konnte das Meisterwerk auf einem relativ großen TV zu Hause sehen. Ich erinnere mich an ein wirklich sehr beeindruckendes Filmerlebnis – die genialen Bilder, eigentlich perfekt für widescreen bzw. Kino gemacht, der kongeniale, dramatische Klassik-Soundtrack, und vor allem Jack Nicholson in einer seiner Paraderollen.

Ich habe schon als Kind Hotels geliebt und bin im Urlaub oft auf den Fluren herumgestreunt, hab mich so manches mal dabei gegruselt, noch BEVOR „Shining“ in die Kinos kam. Das riesige, einsame Hotel irgendwo im Nirgendwo, darin ein kleiner Junge der auf seinem Dreirad die endlosen Gänge entlangfährt – das alleine hat mich seinerzeit schon extrem gegruselt. Die Atmosphäre des Films ist meiner Meinung nach ganz typisch Kubrik, die strangen Pastellfarben, das Licht, einfach alles, zieht einen in seinen Bann. Letztlich wurde der Film vor allen Dingen immer wieder mit der einen Szene assoziiert, bei der Nicholson eine Tür mit seiner Axt einschlägt und seine Frau mit vor Angst verzerrtem Gesicht dahinter steht. Für mich eine der größten Szenen der Horrorfilmgeschichte.

Jahre später habe ich gelesen das Stephen King mit Kubriks Interpretation seines Romans nicht einverstanden gewesen sei, weil „Nicholson schon von Anfang an total irre aussah!“ (King). Ich finde der Film steht für sich, das Buch habe ich nie gelesen, obwohl ich viele Jahre später zahlreiche Romane von King mit großem Genuss gelesen habe. Ich denke es gibt kaum eine Romanverfilmung die wirklich befriedigend für den Leser (oder auch den Autor) ist, aber wenn man „Shining“ einfach nur als ein großartiges Stück Filmkunst sieht (und die Romanvorlage garnicht kennt) wird man als Fan guter Horrorfilme auf das allerbeste bedient. Ich könnte hier Seiten vollschreiben und Euch zuquatschen. Wer den Film wirklich noch immer nicht kennen sollte : Unbedingt anschauen! Ich selbst hab den Film mittlerweile etwa 10 x gesehen.

[ Diese Nachricht wurde bearbeitet von: Alexander am 29.07.2015 18:33 ]

The Shining - wuerde ich auch gern mal im Kino sehen. Allein schon die Landschaftsaufnahmen.

The Shining - Kubrick - King - Nicholson und dann die beruehmte Axtszene. Das laesst einen schon von vorneherein schauern. Weswegen ich den Film auch lange nicht sehen wollte, weil ich Angst hatte, vor dem was da auch mich zukommen sollte.

Letztendlich finde ich aber, ist es eher ein Psychodrama mit Horrorelementen. Klar ist es schockierend, wenn ein braver (?) Familienvater so langsam durchdreht. Allerdings kam ja schon raus, dass es vor dem Hotelaufenthalt Probleme gab. Nicht umsonst ist die Mutter gleich davon ausgegangen, dass er den Jungen erwuergen wollte. Vielleicht ist Jack Nicholson nicht gerade eine Traumbesetzung, da er auch in netten Momenten einfach bedrohlich und irre wirkt - egal in welcher Rolle, nicht nur in diesem Film - da waere ein unauffaelligerer Typ, wie Jon Voight, eventuell die bessere Wahl gewesen. Aber vielleicht glaubt man auch einem Nicholson mehr, dass er bis zum bitteren Ende geht.

Der Film wird immer mit Jack Nicholsons Leistung in Zusammenhang gebracht, allerdings muss man sagen, dass auch Shelley Duval und der Junge ihren Teil zu der unheimlichen Atmosphaere beitragen, vor allem der Junge. Shelley Duval fand ich absolut haesslich zum Ansehen, so wie sie zurecht gemacht war und ihre Kleidung und ihre ganze Art, da muss man ja verrueckt werden. Aber auch sie wird so langsam von dem Hotel wahnsinnig gemacht, es hinterlaesst auch bei ihr Spuren, diese Abgeschiedenheit, diese Einsamkeit, die weiten leeren Gaenge und vielen unbewohnten (?) Zimmer. Ihr Verfall, ausser ihrer Angst, geht ein wenig neben Jack Nicholson unter. Und Kinder, die durch diese einsamen Gaenge auf einem Dreirad sausen oder etwas besessen draunschauen, sind natuerlich per se gruselig. Eine wahre Horror-Familie.

Der Soundtrack hat mir auch nicht so gefallen, ich fand ihn eher nervig. War wahrscheinlich Absicht, dass man nicht in eine kuschelig, heimelige Atmosphaere faellt.

Alles in allem ein Klassiker, den man schon gesehen haben sollte. Und Stephen King ist ja mal grundsaetlich mit keiner Verfilmung seiner Werke einverstanden, so weit ich weiss. Aber seine dicken Buecher zu verfilmen, ohne jeweils eine TV-Miniserie drauszumachen, ist auch eine Kunst fuer sich.

Am 29.07.2015 17:54, schrieb Alexander:

… ich konnte das Meisterwerk auf einem relativ großen TV zu Hause sehen. Ich erinnere mich an ein wirklich sehr beeindruckendes Filmerlebnis – die genialen Bilder, eigentlich perfekt für widescreen bzw. Kino gemacht…

Du schneidest da - vielleicht ohne zu wissen - ein Thema an, das doch komplizierter ist als man denkt.

Alle Filme von Kubrick seit „Uhrwerk Orange“ sind Open Matte gedreht - also im klassischen Vollbild, das auch dem Fernsehbild 4:3 entspricht. Du hast also tatsächlich den Film in der ersten Sichtung so gesehen, wie er gedreht wurde.

Für die Kinoauswertung wurde das Bild oben und unten beschnitten, um auf das Format 1,85:1 zu kommen. Kubrick hat beim Drehen nicht nur darauf geachtet, dass alle notwendigen Bildinformationen in der Mitte sind und daher nicht abgeschnitten werden. Mein Eindruck ist, dass sogar die ganze Bildkomposition darauf ausgerichtet ist.

Allerdings hat Kubrick für die Heimauswertung seiner Filme das Vollbild verbindlich festgelegt. Hier fängt nun die Diskussion an.

Denn einerseits haben wir den klar und unmissverständlichen Willen des Regisseurs, die VHS und die DVD liegen daher nur in einer 4:3-Fassung vor. Andererseits wusste Kubrick nicht, dass sich nur ein paar Jahre nach seinem Tod das Format 16:9 (also 1,78 : 1) im Heimbereich durchsetzen würde, was nahezu dem Kinoformat seiner Filme entspricht.

Inzwischen vermutet man, dass Kubrick in diesem Fall eine andere Entscheidung getroffen hätte. Die Blu-Ray hat daher das Format 1,85:1. Aber wie gesagt, das ist eine reine Vermutung.

„Shining“ lief nach seiner Kinoauswertung relativ regelmäßig in Programmkinos. Und nicht selten lief er dort im Vollbild. Ich kann mich noch an eine Diskussion mit dem verstorbenen Leiter der Cinemathek Köln - Gert Berghoff - erinnern, der darauf beharrte, „Shining“ müsste auch im Kino so gezeigt werden, wie Kubrick ihn gedreht hat.

Unterstützt wird diese Meinung durch Hinweise, dass Kubrick das Bild für 4:3 komponiert habe (was ich, wie oben gesagt, so nicht empfinde). Eine - ergebnislose - Diskussion über das richtige Format gab es auch bei uns im Filmclub. Vermutlich werden wir mit der Ungewissheit leben müssen.

Wow, sehr interessantes, cineastisches Hintergrundwissen. Wusste von dieser Angelegenheit bis dato nicht.

Was den Inhalt des Filmes betrifft, da sind mir sämtliche Deutungen, Interpretationen, etc. - nicht zuletzt durch die fragwürdige Dokumentation “Room 237” - zwar durchaus geläufig, nicht alle nehme ich davon allerdings für bare Münze. In diesem Zusammenhang fand ich die besagte Dokumentation auch eher schlecht, da sie m.E. eine unkoordinierte Aneinanderreihung diverser Verschwörungstheorien fragwürdiger “Fachleute” war.

Das ist irgendwie etwas, was mich stoert: dieses Hineindeuten in Kubricks Filme. Vielleicht sehe ich mir seine Filme zu oberflaechlich an, aber ich finde, dass da oft mehr hineingedeutet wird, als der Regisseur sagen wollte oder dass man Geheimnisse vermutet, wo keine sind. Jetzt fallen mir natuerlich keine Beispiele ein.

The Shining (dachte bisher, der heißt einfach nur Shining) liegt bei mir soo lange zurück, das die Erinnerungen daran nahezu verblasst sind. Ich weiß nur mit Sicherheit, das ich ihn unheimlich fand.

Die Erinnerungen ließen sich Anfang September auffrischen, z.B. im Hamburger Savoy

@ Michaela

Und von diesen Deutungen hat “Room 237” zu Hauf, vorgetragen von Hinz und Kunst. Anfänglich fand ich das noch spannend und ich bin mir sicher, Kubrick war im positiven Sinne perfektionistisch und er hat sicherlich vieles in seinen Filmen versteckt. Aber man kann es mit den Interpretationen und Deutungen auch übertreiben. Am Anfang soll da etwa das Gesicht von Kubrick in den Wolken zu sehen sein. Die Dokumentation macht sich erst gar nicht die Mühe, aufzuzeigen, wo das bitte zu erkennen sein soll. Man kann das Bild anhalten, hineinkriechen, da ist kein Gesicht! Und auch der Bücherstapel in dem einen Raum versinnbildlicht keine Errektion, wie behauptet.

Am 30.07.2015 20:43, schrieb Frank:

The Shining (dachte bisher, der heißt einfach nur Shining) liegt bei mir soo lange zurück, das die Erinnerungen daran nahezu verblasst sind. Ich weiß nur mit Sicherheit, das ich ihn unheimlich fand.

"Shining" ist der deutsche Verleihtitel. Ohne "The".
Die Erinnerungen ließen sich Anfang September auffrischen, z.B. im Hamburger [Savoy](http://www.savoy-filmtheater.de/previews-events/film/savoy-film-club-the-shining-ov.html)
Wenn die Angaben dort stimmen, läuft die längere US-Fassung, in der mehr erklärt wird.

Ist das jetzt gut das mehr erklärt wird, oder sollte das eine Warnung sein im Sinne von “zu viele Erklärungen nehmen dem Film seine ursprüngliche Atmosphäre” ?

Da scheiden sich die Geister (haha, Wortspiel).

Ich kann das leider nicht beurteilen, weil ich die amerikanische Fassung nicht kenne. Beide Versionen sind von Kubrick erstellt, die amerikanische Fassung ist daher nicht der “Director’s Cut”, auch wenn sie manchmal als solche verkauft wird.

Ich bin doch ziemlich erfreut, dass es noch Gleichgesinnte gibt, die THE SHINING ebenso empfunden haben wie ich.

Für mich war THE SHINING damals der “Burner”.

Wir haben uns damals auch keinerlei Gedanken über Bildformat oder Filmfassungen gemacht.
VHS rein und ab dafür.
Für uns waren damals NUR der Film, seine Story und seine Darsteller von Interesse.
Jack Nickolson war einfach nur DER Held und wurde in seiner wilden verwahrlosten, vom Teufel besessenen Rolle einfach als Ikone gefeiert.
Der Begriff “Redrum”, den der kleine Sohn dauern von sich gab war damals Tagesgespräch und running Gag!

Ich glaube alle Filmfreunde, die THE SHINING heute sehen, werden nicht ansatzweise nachvollziehen können, was damals in den 1980er für ein Hype und Feeling um diesen Film und Jack Nickolson kursiert sind?
Der Regisseur war uns damals noch völlig egal, aber die schleichende diabolische Besessenheit von Jack Nickolson und seinem Sohn waren einfach sensationell.

Die Sequenz wo Jack einsam an der riesigen Bar des Hotels sitzt, hat damals schon für sehr viel Aufmerksamkeit gesorgt.
Ganz abgesehen von seinem endlosen Lauf durch das hoteleigene Labyrinth.
Die Flutung der Gänge, durch die der Sohn mit dem Bobycar fährt, sind noch immer vor meinem Auge.

THE SHINING war damals einschneidend.
Für heutige Verhältnisse vermutlich lahm.

Alleine schon die Anfangs Sequenz wo die Familie im quasi Cinemacsope die Fahrt zu dem Hotel aufnimmt, führt bei mir schon zu Gänsehaut.

Neben Formaten und Versionen, würde ich gerne wissen, wie die Alteingesessenen das Feeling von THE SHINING damals erlebt haben?

Ich habe den Film erst vor wenigen Jahren das erste Mal gesehen, und fand ihn visuell und vom Spannungsgrad her ziemlich beeindruckend. Allerdings muss ich auch gestehen, dass er kaum Spuren bei mir hinterlassen hat und ich seitem nicht das Bedürfnis hatte, ihn mir noch einmal anzusehen. Wenn ich einen Film mag, zeige ich ihn gerne Freunden, aber dieser blieb seitdem im Regal stehen. So ging es mir bisher aber auch mit anderen Kubrickfilmen… ich erkenne sein Können an, aber emotional berühren mich seine Werke viel weniger, als das anscheinend bei einem Großteil von Filmliebhabern der Fall ist. Wir sind wohl einfach nicht ganz kompatibel.

Angst gemacht hat mir “The Shining” nicht so sehr, wie ich nach den Lobpreisungen erwartet hatte. Aber das ist ja immer das Problem, mit über Jahren geschürten Erwartungen… man kennt die ikonischen Szenen schon lange vor dem Film, hat immer wieder fetzenweise Interpretationen und Kritiken mitbekommen und wenn man ihn dann endlich sieht, kann man kaum noch überrascht werden. Eine undankbare Art, einen Filmklassiker zu erleben, aber wenn man so spät dran ist, ist es kaum möglich, sich von allem frei zu machen. Wenn ich bei neuen Filme mitbekomme, dass sie gut sein sollen, versuche deshalb alles zu meiden, was damit zu tun hat, und sie möglcihst bald nachzuholen.

Am 01.08.2015 23:08, schrieb Zwerg-im-Bikini:


Angst gemacht hat mir „The Shining“ nicht so sehr, wie ich nach den Lobpreisungen erwartet hatte. Aber das ist ja immer das Problem, mit über Jahren geschürten Erwartungen… man kennt die ikonischen Szenen schon lange vor dem Film, hat immer wieder fetzenweise Interpretationen und Kritiken mitbekommen und wenn man ihn dann endlich sieht, kann man kaum noch überrascht werden. Eine undankbare Art, einen Filmklassiker zu erleben, aber wenn man so spät dran ist, ist es kaum möglich, sich von allem frei zu machen. Wenn ich bei neuen Filme mitbekomme, dass sie gut sein sollen, versuche deshalb alles zu meiden, was damit zu tun hat, und sie möglcihst bald nachzuholen.

Das sehe ich auch so.

Die Eroeffnungssequenz hat schon was - wuerde ich gerne auf grosser Leinwand sehen. Ich denke, eins war schon mal klar damals, Jack Nicholson war schon damals ein Star und es ist „sein“ Film - allerdings darf man auch den Kinderdarsteller und Shelley Duval nicht vergessen, die Jacks Spiel sehr gut unterstuetzt haben.

Aber der schleichende geistige Verfall von Nicholson in den Wahnsinn … genau das habe ich nicht so empfunden, er war von Anfang an ein Getriebener, Verzweifelter mit diesem Hauch des Diabolischen. Aber vielleicht ist das Jacks eigene Persoenlichkeit, wer weiss ? Vielleicht hatte ich einfach etwas anderes erwartet, mehr „Splatter“ aufgrund der Axtszene.

Mir gefiel auch die Barszene sehr gut und die Tatsache, dass Jack den Barkeeper einfach so hinnimmt und sich mit ihm unterhaelt, obwohl doch in dem Hotel niemand sonst ist, ausser Frau und Sohn …

Am 01.08.2015 23:08, schrieb Zwerg-im-Bikini:

ich erkenne sein Können an, aber emotional berühren mich seine Werke viel weniger, als das anscheinend bei einem Großteil von Filmliebhabern der Fall ist. Wir sind wohl einfach nicht ganz kompatibel.

Kubrick ist immer „distanziert emotional“. In allen Filmen. Er betrachtet die Sache sehr analytisch. Vielleicht ist das eher ein Männer/Frauen-Problem.

Abgesehen davon, fand ich Shining bei der ersten Sichtung scary as hell. Um 1986, große Leinwand. Die Gänge im Hotel waren für mich schon gruselig genug.

Sehr ernüchternd war dann der Besuch im tatsächlichen Overlook-Hotel von drei Jahren. In der Timberlane-Lodge gibts die Gänge nicht, dafür ist es urgemütlich. Aber wenn man dann nachts draußen rumläuft, wird man von der freundichen Empfangsdame wieder reingeholt. Vermutlich weiß sie, warum…

Also sein Clockwork Orange hat mich emotional schon sehr aufgewuehlt. Den fand ich ziemlich heftig. Hab den Film allerdings schon vor Jahren gesehen, vielleicht waere das auch der richtige Zeitpunkt fuer The Shining gewesen.

Den 2001 fand ich einfach faszinierend - den hab ich, allerdings auch vor langer Zeit - im Kino gesehen.

@GeorgeKaplan: Distanziert trifft es gut, aber ich mag “holzhammermäßig” emotionale Filme überhaupt nicht… also denke ich nicht, dass die Distanziertheit das Problem ist. Oder, dass ich eine Frau bin. Filme, die speziell an Frauen vermarktet werde finde ich nämlich ganz furchtbar und meide sie sogar bewusst :wink: . Außerdem kenne ich viele Frauen, die mit Kubrick mehr anfangen können als ich. Es sind wohl eher die kleinen Details im Zusammenspiel, die bei jedem von uns den Unterschied zwischen “guter Film” und “WOW!” machen. Analysieren lässt sich das gar nicht so einfach, es muss einfach klicken.

@Michaela: Bei 2001 habe ich irgendwann gelangweilt abgeborchen, damals war ich aber auch noch jünger (um die 17?) und würde ihn mir heute noch einmal zum Vergleich ansehen.
Clockwork Orange fand ich gut, er hat mich aber auch nicht wirklich mitgenommen. Womöglich weil ich zu der Zeit viele stumpfe Splatterfilme geguckt habe und er im direkten Vergleich (oberflächlich betrachtet) weniger “krass” war? Schwer zu sagen, ich hatte eigentlich erwartet, begeistert zu sein.
Und Full Metal Jacket habe ich noch gesehen, mit dem konnte ich bisher am meisten anfangen. Aber es reichte auch nicht aus, ihn zu einem Favoriten von mir zu machen, sondern nur zu “guter Antikriegsfilm”.

Wie gesagt, ich finde Kubrick ja gut. Nur gehört er nicht zu meinen persönlichen Favoriten.

[ Diese Nachricht wurde bearbeitet von: Zwerg-im-Bikini am 02.08.2015 11:41 ]
Sehr ernüchternd war dann der Besuch im tatsächlichen Overlook-Hotel vor drei Jahren. In der Timberlane-Lodge gibts die Gänge nicht, dafür ist es urgemütlich. Aber wenn man dann nachts draußen rumläuft, wird man von der freundichen Empfangsdame wieder reingeholt. Vermutlich weiß sie, warum...

Lieber Mister Kaplan, darf ich Dich beneiden?
Meinst Du das Geschriebene wirklich ernst?
Hattest Du wirklich die Möglichkeit in diesem sagenumwobenen Hotel zu nächtigen? Wird dieses Hotel jetzt überhaupt und immer noch in dieser Ausstattung betrieben?
Was hat Dich denn in dieses Hotel geführt, wenn ich indiskret fragen darf?
Der Job, der Zufall oder die Abenteuerlust?

Was würde ich dafür geben, dieses Hotel endlich mal live zu besuchen?

Hast Du die SHINING Atmosphäre noch irgendwie gespürt?

Ich glaube, das Thema und der Film sind bisher noch nicht restlos ausgereizt!?
Es muss doch sicherlich noch ein paar mehr alte “Early Adopter” geben, die diesen Film in den 1980er durch und durch erlebt, gelebt und gefühlt haben?

Was ich in der Zwischenzeit schon mitgelesen habe, gibt es wohl enorme Unterschiede in der Empfindung, WANN der Film aktuell gesehen wird und wurde!?

THE SHINING ist wohl ein Film, der seine Anziehungskraft und Exklusivität wirklich nur in den 1980ern so richtig massiv entfalten konnte und heutzutage zu einem kleinen Stümmelchen seiner selbst verkommen ist!
Das ist natürlich sehr schade, aber so ergeht es wohl vielen Film Highlights der Geschichte!?
Ich bin froh, diesen Hype um THE SHINING noch erlebt zu haben und behalte diesen “Redrum” Wahnsinn noch lange in Erinnerung, auch wenn er leider aktuell nur noch wenige junge Fanatiker findet.

Vermutlich war und ist THE SHINING, wie so viele seiner Gattung, nur ein Phänomen des damaligen Zeitgeistes!?

Am 03.08.2015 21:40, schrieb meiklsan:


Meinst Du das Geschriebene wirklich ernst?
Hattest Du wirklich die Möglichkeit in diesem sagenumwobenen Hotel zu nächtigen? Wird dieses Hotel jetzt überhaupt und immer noch in dieser Ausstattung betrieben?
Was hat Dich denn in dieses Hotel geführt, wenn ich indiskret fragen darf?
Der Job, der Zufall oder die Abenteuerlust?

Was würde ich dafür geben, dieses Hotel endlich mal live zu besuchen?

Hast Du die SHINING Atmosphäre noch irgendwie gespürt?

Meine Lebensgefährtin hat mich gefragt, welchen Wunsch ich einmal in meinem Leben erfüllt haben möchte. Meines spontane Antwort - ich möchte zum Mount Rushmore.

Wir sind dann von Denver über Süd-Dakota bis nach Seattle. Auf dem Weg dorthin kommt man - für amerikanische Verhältnisse - mehr oder minder am Mount Hood vorbei, also haben wir den Schlenker eingebaut. Nebenbei: Die Fahrt zum Overlook-Hotel ist nicht hier, sondern rund 1000 km entfernt im Glacier National Park gedreht worden. Dort war schon einige Jahre zuvor.

Eigentlich wollte ich wir nur mal rein. Aber irgendwie haben wir die Zeit für den Absprung verpasst und dann spontan gefragt, ob was frei ist. Das Zimmer - ohne Dusche, dafür mit Etagenbett - war keine Offenbarung. Es gibt wie gesagt auch keine langen Gänge oder große Treppen. Das ist alles im Studio entstanden (ebenso wie das Heckenlabyrint hinter dem Hotel), und das ist etwas ernüchternd.

Dennoch ist die Atmosphäre vor Ort großartig. Man sitzt am großen Kamin mit anderen Gästen und schaut auf die umgebende Bergwelt. Nach Einbruch der Dunkelheit wird das Hotel abgeschlossen. Wer dann noch raus möchte, muss einen guten Grund haben. In den Spuren von Jack Nicholson zu stapfen war für die Herrin der Schlüssel keiner.

Dennoch, im Sommer liegt dort noch Schnee, zumindest soviel, dass man Skifahren kann. Die Timberline Lodge ist auch in erster Linie ein Wintersporthotel.

In der Nähe von Seattle haben wir dann noch Snoqualmie, North Bent und Preston besucht. Dort ist Twin Peaks gedreht worden. Die Atmosphäre hat sich bis heute gehalten.

[ Diese Nachricht wurde bearbeitet von: GeorgeKaplan am 04.08.2015 01:02 ]