Eigentlich ist die Kategorie ja ganz einfach festgelegt: In der Kategorie “FRESH BLOOD” (und somit im Wettbewerb) laufen Debüt- oder Zweitfilme von Regisseuren.
So weit ja ganz einfach. Aber immer wieder laufen Filme wie “I sell the dead” (der erste Langfilm von Glenn McQuaid) oder “Wasting Away” (der erste Film von Matthew Kohnen), die eigentlich in diese Kategorie passen würden, aber stattdessen als “Selected Feature” oder unter “Midnight Madness” firmieren.
Warum?
Ist das im Wunsch des Vertriebs (der Angst hat, dass sich die Zuschauer unter “Fresh Blood” eher amateurhafte Werke vorstellen) ?
Oder will das FFF-Team den Wettbewerb “fair” halten (weswegen z.B. ein Film mit Ron Perlman zu “groß” für diese Kategorie wäre)?
Ich finde es ehrlich gesagt schade, dass man nicht bei mehr Filmen seine Bewertung abgeben kann und wenn dann Filme, die zum Wettbewerb zugelassen wären, dort nicht auftauchen - warum auch immer -, dann erst recht.
Tja, das frage ich mich auch immer wieder. Die Kriterien für die Aufnahme in den Wettbewerb scheinen etwas undurchsichtig. Ich wundere mich dieses Jahr zum Beispiel, ob es fair ist, den potentiellen 30-Millionen-Dollar-Blockbuster eines renommierten und preisgekrönten Werbe- und Kurzfilmers (“District 9”) gegen ein Low-Budget-Nischenprodukt wie “Lake Mungo” antreten zu lassen…
Zu groß für die Kategorie “Fresh Blood” kann ein Film angesichts District 9 oder Moon wohl kaum sein.
Vielleicht ist den Veranstaltern I sell the dead einfach durchgerutscht oder es gibt für uns nicht nachvollziehbare Kriterien; ich habe z.B. auch keine Ahnung, ob Kurzfilme als vollwertige Filme gezählt werden und ein Regisseur sich dann durch zwei gedrehte Kurzfilme schon für die Teilnahme am Fresh Blood-Award disqualifiziert. Was jedoch nicht der Fall sein dürfte, da Neill Blomkamp bereits zwei Kurzfilme gedreht hat - insofern müsste z.B. auch “The Thaw” in der Fresh Blood-Reihe laufen und ich fand schon die Teilnahme eines Films wie Ferryman beim Fresh Blood-Award fragwürdig.
Ich gehe deshalb davon aus, dass die Filme für den Fresh Blood-Award nach künstlerischen Kriterien und persönlichen Vorlieben handverlesen sind und I sell the Dead ist ja weder künstlerisch noch inhaltlich besonders wertvoll, sondern einfach “bloss” ein guter, unterhaltsamer Film.
Und wenn Wasting away in der Fresh Blood-Reihe laufen würde, dann wäre die Midnight Madness-Sparte noch leerer.
[ Diese Nachricht wurde bearbeitet von: CineManiaX am 26.08.2009 12:12 ]
Bei dem Film bin ich sowieso ein bisschen verwirrt... auf der offizielllen FFF-Seite (und im Programmheft) steht er als "Special Screening", auf f3a als "Fresh Blood".
Frage an die Berliner und Hamburger: Habt Ihr Bewertungskarten bekommen oder nicht?
Am 26.08.2009 12:09 , CineManiaX schrieb:
Zu groß für die Kategorie „Fresh Blood“ kann ein Film angesichts District 9 oder Moon wohl kaum sein.
Stimmt.
Am 26.08.2009 12:09 , CineManiaX schrieb:
Ich gehe deshalb davon aus, dass die Filme für den Fresh Blood-Award nach künstlerischen Kriterien und persönlichen Vorlieben handverlesen sind
Ich habe das Machwerk zwar nicht gesehen, aber nach den allgemeinen Kritiken kann ich mir kaum vorstellen, dass letztes Jahr Virus Undead aus solchen Gründen in diese Kategorie gerutscht ist.
[ Diese Nachricht wurde bearbeitet von: Acrylamid am 26.08.2009 12:21 ]
Bei dem Film bin ich sowieso ein bisschen verwirrt... auf der offizielllen FFF-Seite (und im Programmheft) steht er als "Special Screening", auf f3a als "Fresh Blood".
Der Film ist offensichtlich beides - auch laut Programmheft.
Ist allerdings in der Tat reichlich ungewöhnlich…
Insgesamt vermute ich aber mal, dass nicht manche Verleiher Angst davor haben, ihren Film unter „Fresh Blood“ laufen zu lassen, sondern andersherum ein Schuh draus wird: diese Kategorie ist eine besondere Hervorhebung im Programm, ein kleiner Wettbewerb, der für erhöhte Aufmerksamkeit für die teilnehmenden Filme sorgt. Und erhöhte Aufmerksamkeit bekommt man ja nur selten „einfach so“. Also gehe ich davon aus, dass sich ein Verleih in irgendeiner Weise verstärkt ins Zeug legen muss, damit sein Film in dieser Kategorie teilnehmen darf. Ist aber nur meine Spekulation.
diese Kategorie ist eine besondere Hervorhebung im Programm, ein kleiner Wettbewerb, der für erhöhte Aufmerksamkeit für die teilnehmenden Filme sorgt.
Stimmt, das "Wettbewerb" bei "Fresh Blood" klingt schon nach einer Art Auszeichnung.
Andererseits: die Mehrheit der Filme läuft ja unter „Selected Features“. Und oftmals wird das ja auf DVD-Hüllen/Postern etc. angepriesen „Fantasy Filmfest - Selected Feature“.
Das „selected“ hat für mich ein bisschen den Anklang, als wäre der Film „handverlesen“ in diese Kategorie gewählt worden. (Naja, stimmt ja im Prinzip, weil viele Filme sich fürs FFF bewerben und gar nicht laufen.)
Also nach meinem Geschmack sind diese beiden Formulierungen gleich verkaufsfördernd. Vielleicht ist das auch von Verleih zu Verleih unterschiedlich und jeder drängt auf die Kategorie, die er selbst am positivsten empfindet?!
[ Diese Nachricht wurde bearbeitet von: Acrylamid am 26.08.2009 13:21 ]
Eigentlich wird auf der DVD Hülle immer angepriesen: “Der Hit vom FFF”, “Der Publikumsliebling …” usw… ganz egal in welcher Reihe er läuft und ob er auch wirklich bei uns ankam.
H6 war auch ein Erstlingswerk und lief nicht in Fresh Blood. Strangers und Mum & Dad wiederum liefen beide dort sind aber auch ganz unterschiedlich enststanden, der eine ine US Hollywood Produktion und der andere ein 100.000 Pfund Low Budget Film.
District9 hatte sich allein schon wegen der Peter Jackson Unterstüzung eigentlich für den Fresh Blood disqualifiziert. Ich liebe den Film, aber verstehe nicht wieso er nicht einfach Publikumsliebling werden konnte ohne die anderen Fresh Blood’ler zu zerstampfen…
In Hamburg landete District9 natürlich postwendend auf Platz 1 im Fresh Blood Wettbewerb. Fair finde ich das nicht. Zumal D9 in Amerika ohnehin schon ein Riesenhit ist. Diese zusätzliche Werbung hat der Film überhaupt nicht nötig.
[ Diese Nachricht wurde bearbeitet von: seppgui am 27.08.2009 21:23 ]
harhar, wenn “district 9” tatsächlich beim fresh blood gewinnen sollte (was er wohl tun wird, denn was gäbe es auch besseres als blutleeres hollywood-popcorn-action-kino mit ner alibi-hintergrund-story, die bereits die letzte phase der magersucht erreicht hat??? …ich weiß, nich aufregen, ich bin polemisch, hehe), trinke ich vor euren augen einen halben liter abgestandenes rinderblut. aber kotzen hinterher wird wohl erlaubt sein, genau wie beim film auch, oder!? magersucht und bulimie, vermischt mit nem halben liter abgestandenem blut…joar, könnte hinkommen…
“district 9” for fresh blood president!!! würg