Fazit FFF 2017


#21

Gut, Zeit für mein Fazit. 20 Filme als Einzeltickets gekauft dieses Jahr, das ist die dritthöchste Anzahl Filme die ich in 12 Jahren (sind es glaube ich) FFF sah. Es war teuer. Und es war stark! :joy: Mit Zahnschmerzen und leichter Erkältung gestartet. Beides habe ich dann schnell einfach vergessen. Für mich eines der Besten, wenn nicht das Beste FFF :tada: . Zumindest an der Ausbeute hoch bewerteter Filme gemessen. Mal sehen ob ich mich in 2-5 Jahren auch so gerne daran erinnere wie an andere favorisierte Jahrgänge (z.B.2009 oder 2014 im Nachhinein).
Stimmung war von an Beginn gut. Kann natürlich mit an der “Größe” des Openers gelegen haben. Dieses Jahr wurde viel Vorfreude aufgebaut. An manchen Stellen etwas zu viel, siehe Super Dark Times. Viele Leute getroffen, allerdings weniger persönliche Gespräche mit Sven und Fredi gehabt. Ganze 12 Schokomuffins verdrückt :astonished:

Bei der Auswertung meiner Filme nehme ich nicht die reine Punkte Bewertung als Ausgang, sondern den Querschnitt aus Bewertung und Nachhall, also wie gern ich an den Film zurückdenke und so…Hinter dem Film steht die Bewertung von 10 Punkten.

Top Highlights:

Jungle - 9
The Villainess - 8,5
Raw - 7,5
Sicilian Ghost Story - 7,5 bis 8 (noch unbewertet)

Weitere Highlights mit minimalem Abstand, also Sehr gut:

Super Dark Times - 8
Blade of the Immortal - 7,5

Gut oder besser:

I remember You - 7,5 (Tendenz zu 8, noch unbewertet)
The Autopsy of Jane Doe - 7
The Mermaid - 7
Veronica - 7 (oder 7,5, noch unbewertet)

Noch gut:

It - 7
Marlina the Murderer in Four Acts -6,5
It comes at Night - 6,5
Colossal 6,5

Überdurchschnittlich

Replace - 6

Durchschnitt

Land of the Little People - 5
Game of Death - 5

Unterdurchschnittlich

Victor Crowley - 5
Rendel - 5

Schlusslicht bzw. Außer Konkurrenz

Kuso - 3

Klasse, so viele Highlights und richtig gute Filme dabei. :smile: Vermutlich werden sogar 2-4 Filme in meiner Sammlung landen. Die manchmal leichten Abweichungen von meinen Punktebewertungen vom Gesamtbild des Films habe ich an folgender Stelle im Fantasy Filmfest 2017 Thread schon mal erläutert.

Die Fresh Blood Sieger haben bei mir für Verwunderung gesorgt. Bin erfreut das es die Sizilianische Geister Geschichte noch in die Top drei geschafft hat. Am ehesten kann ich mich den Kölnern anschließen, allerdings in anderer Reihenfolge. Meine Fresh Blood Top 3:

  1. Sicilian Ghost Story
  2. Super Dark Times
  3. I remember You

Es gab wenig Anime und Fantasy dieses Jahr, aber bei dem Programm war das in Ordnung.
13 Reviews geschrieben, wollte eigentlich zu jedem Film eins schreiben, weiß nicht ob ich noch dazu komme ein, zwei nachzureichen…
Nach langer Zeit habe ich mir mal wieder ein T-Shirt gekauft. Die Qualität ist immer noch gut, das Motiv -also der reine Schriftzug-, nun ja, nicht unbedingt Ideen stark, aber ich musste einfach etwas materielles mitnehmen, das mich an diesen tollen Jahrgang erinnert. Außerdem mag ich graue/anthrazit farbene T-Shirts. Ein großes Dankeschön! an alle Veranstalter und an @todi und @todaystomorrow für die Moderation und das sicher nicht immer nur angenehme Review lesen, frei schalten während des Festivals usw. Freue mich auf nächstes Jahr oder vorher auf die Nights. :joy: :smile: :sparkles:


#22

Argh, Fazit. Das kommt von mir auch noch. Genauso wie die noch fehlenden Reviews zu GET SHORTY, I REMEMBER YOU und RAW. Sowie Antworten in ein, zwei noch offenen Diskussionen. Spätestens, wenn es niemanden mehr interessiert, im November oder so :joy: Muss mich leider derzeit mal wieder etwas dem weniger fantastischen Thema Geldverdienen widmen… :unamused:


#23

Fazit FFF 2017

Mittlerweile wird es leider immer schwerer, die wirklichen Highlights aus dem FFF herauszupicken, denn das FFF muss leider marktbezogen (dank Netflix und Co., nerv!) immer mehr in den verfügbaren konsumtauglichen Bereich abdriften und kann deshalb leider nur noch wenig extreme Spitzen der Filmlandschaft kommerziell auf dem FFF abbilden.

Auch wenn ich ES nicht sonderlich spektakulär empfunden habe, ist dem FFF mit diesem Opener auf jeden Fall genau fürs FFF ein glänzender Coup gelungen! So ein kommerzielles Horror Schwergewicht hatten wir bis dato wirklich noch nie! Chapeau.

Besonders hervorzuheben gibt es für mich auch die Miike Double Feature Retro. Endlich mal wieder eine thematisch stimmige Retrospektive!!! Hatten wir in der Vergangenheit bis dato leider auch nur selten und wurde uns mit „The Blade of the Immortal“ noch zusätzlich köstlich versüßt. Bitte mehr davon in 2018 wenn es passt.

Die filmischen Querschläger, Spalter und Extrem Auswürfe haben trotzdem dieses Jahr nicht gefehlt und mit Playground, Kuso und Virgin Night ein absolutes Maximum des Unerträglichen erreicht. Genau diese Tiefschläge erwarte ich aber auch von meinem Festival.

Und als Ausgleich zu diesem „Holy Shit“ sehne ich mich dann aber auch gleichsam nach einer ruhigen Sicilian Story und einer revoltierenden Marlina im hochwertigen Cinemascope.

„Ten Points“ gehen aber fett und dick und unangefochten an das deutsche Liebhaberprojekt „Schneeflöckchen“!
Der deutsche Film kann auch neben „Fak Yu Göthe“, „Honig im Kopf“, „PuperTier“ und sonstigen trivialen Till Schweiger Schmonzetten glücklicherweise auch anders!?
Es ist noch nicht alles verloren in good old Germany.


#24

Deswegen habe ich mich ja auch sehr über REPLACE gefreut. Mag sein, dass da vieles nicht perfekt und ziemlich generisch ist, aber allein die Tatsache, dass sich ein Landsmann hinstellt und sagt: “Scheiß auf Bayerischen Filmpreis, scheiß auf Goldene Leinwand, ich mach das jetzt einfach.”, das fand ich bewundernswert und sympathisch.


#25

Ein ganz so detailliertes Fazit kann und mag ich übrigens nicht ziehen. Es gab wieder mal viel zu staunen, zu lachen, zu gruseln, und auch die obligatorischen Ärgernisse, über die ich mich ja in den Reviews schon ausgelassen habe. Aber gäbe es die nicht, wüsste man ja gar nicht, was man an den Perlen hat.
Ein schöner, runder Jahrgang, hat wieder mal Spaß gemacht.


#26

Dieses Jahr war übrigens ein -nach Quantität - ziemlich Review schwacher Jahrgang. In den Top 10 taucht der jedenfalls nicht auf und nach den Balken zu urteilen (Schätzung) wird er es schwer haben ein Output der 15 stärksten Jahre zu generieren. Nach Datenbank Statistik warten immerhin noch 27 Reviews auf ihre Veröffentlichung. Da bin ich mal gespannt was noch an Eindrücken zu den Filmen hinzukommt.


#27

So ich hab die Wochen während des Festivals immer fleißig mtigelesen und mich über Kommentare gefreut, mein Fazit habe ich aber erst jetzt zustande bekommen. Nach ein paar Wochen betrachtet man die Filme aber auch etwas objektiver…festivalbedingte Euphorie kann sich verziehen… doch manche Filme wachsen auch.

Aufgrund meines Einstieges in die Arbeitswelt, einer Dienstreise und Familiengeburtstag konnte ich lange nicht so viele Tage vor Ort sein wie ich wollte. Doch ein paar Filme habe ich auch daheim nachgeholt.

Während des Festivals habe ich mich auch über eure Beiträge gefreut und gespannt mitgelesen. Ich fand das Lineup deutlich besser als zuletzt bei den Nights oder dem Jubiläum. Ein Großteil der Filme wird besser altern. Der Qualität nach, jeweils mit kleinen Kommentaren dazu:

Super Dark Times 9/10
War für mich direkt nach der Sichtung eine 10. Die Atmosphäre und das Setting haben mich sehr an meine Jugend erinnert. Selten wurde eine Jahreszeit im Film so greifbar gemacht. Was der Kameramann hier für traumhaft schöne Bilder gefunden hat…Besonders gefiel mir auch die Isolation der jungen Hauptfiguren sowie der Columbine-Bezug. Bin immer tiefer und tiefer in meinen Sitz gerutscht. In der Retrospektive fällt dann aber ein nicht ganz kohärenter Handlungsverlauf und unausformulierte Charakterentwicklungen auf. Es ist eine starke 9, der wohl beste Film den ich bisher in meiner kurzen FFF-Zeit auf dem Festival gesehen habe.

Hounds of Love 9/10
Gleich am zweiten Tag gab es eine dicke Überraschung. Wollte ihn schon auf dem Filmfest München sehen. Schon zu Beginn wird mit den Kamerafahrten in Zeitlupe durch die Vorortstraßen der atmosphärische Ton für den Film gesetzt. Was den Nachbarn hier verborgen bleibt zeigt der Film in einem unheimlich dichten Psychogramm. Es geht um Liebe, um Aufopferung, um Abhängigkeit aber vor allem um die Folgen einer falschen, krankhaften Liebe. Die fast schon märchenhafte Auflösung des Konflikts packt den Zuschauer am Kraken, entlässt ihn mit dem wunderschönen Atmosphere von Joy Division, und sogar ein klein bisschen Hoffnung.

Sicilian Ghost Story 8/10
Ich liebe die Organisatoren für die Wahl eines solchen Centerpieces. Mit seiner Laufzeit und den schwer vereinbaren Genreelementen macht es der Film dem Zuschauer nicht leicht. Ohne Frage gibt es vor allem im Mittelteil seine Längen, doch all die Zeit ist notwendig um das unfassbar traurige Ende dem Zuschauer mit seiner speziellen Inszenierung greifbar zu machen. Der Film wirkt lange, lange nach. Leider hat Soap & Skin ihre Beiträge zum Soundtrack noch nicht veröffentlicht. Weiß jemand da genaueres?

Raw 8/10
Nicht der erwartete Schocker. Ein wilder Mix aus Elementen die an Filme von Xavier Dolan erinnern und Kannibalen Horror. Unglaublich kreativ und mutig. Weniger wichtig ist hier eine tiefere Bedeutung hinter dem Gezeigten, sondern eher die Vermittlung von Erwartungsdruck, Isolation, Zwang, Angst aber auch beginnender Selbstakzeptanz. Für mich etwas zu hektisch erzählt, hätte sich der Film ruhig mehr Zeit lassen können, was er zu Beginn noch gut schafft.

Audition 8/10
Ein kleines Fest, ich finde es sollten jedes Jahr Retrospektiven veranstaltet werden um dafür auch die ein oder andere Gurke aus dem Programm zu nehmen :wink: Ein richtiger Slowburner voller Angst, Verwirrung und Fassungslosigkeit. Ein Horrorfilm alter Schule der sich noch so richtig viel Zeit nimmt um die Charaktere und ihre Beziehungen zu etablieren, bevor der Alptraum beginnt.

It 7/10
Ein waschechter Horrorblockbuster. Macht sehr viel Spaß die tollen Kinderdarsteller zu begleiten. Überzeugender psychologischer Hintergrund und Spanungsaufbau. Im letzten Drittel entfaltet sich mir jedoch zu Klischeehaft die plötzliche Gruppendynamik und die dazugehörigen Standart-Quest-Szenarien.

Playground 7/10
Schockierend. Ich hab den Film schon fast aus meiner Erinnerung verdrängt. Schwer zu ertragen und dennoch irgendwie ein künstlerisch wertvoller Film. Die oft konsequent statische Kamera, das Ostblocksetting, Bilder verschiedenster familiärer Hintergründe…alles arbeitet konsequent die finalen Filmminuten hin. Mutig ihn ins Programm zu nehmen, noch mutiger zum Samstag Abend in Berlin.

Blade of the Immortal 6/10
Oppulenter, epischer und ernster als ich erwartet hatte. Die Eröffnungssequenz in schwarz/weiß ist perfekt gestaltet. Leider zu arg repetitiv in der zweiten Hälfte um mich für die komplette Länge mitzunehmen.

The Strange Ones 6/10
Wunderbar passender Programmtext. Kann ich viel von unterschreiben. Leider werden mir aber zu viele Hintergründe beleuchtet, andere Aspekte wiederum vollkommen offengelassen. Fühlte sich mehr wie ein mittellanger Film und nicht wie ein kompletter Spielfilm an. Sehenswert auf jeden Fall.

Tragedy Girls 6/10
Die erste Hälfte ein richtiger Crowdpleaser, wurde wunderbar unterhalten. Leider baut der Humor stark ab, hätte mir hier ein paar andere Entscheidungen des Drehbuchautors gewünscht!

Marlina the murderer in four acts 6/10
Starke Thematik und beeindruckend arrangierte Bilder. Jedoch hat die Tarantinohafte Inszenierung und die unpassende Verwendung von Allgemeinplätzen und Humor mir nicht gepasst.

Killing Ground 6/10
Ich bin kein Terrorfan. Der Film ist unheimlich effektiv und spannend. Wiedert mich aber in seiner Schonungslosigkeit auch an. Fällt mir schwer zu bewerten.

The Mermaid 5/10
Ein bunter kreativer Spaß. Vor allem die Screwball Elemente machten viel Freude. Der spätere Handlungsverlauf unterscheidet sich aber kaum vom Hollywood-Blockbuster-Einerlei. Zu inkonsequent, mehr Sketchaneinandereihung als wirkliche Geschichte.

Jungle 5/10
Für mich schon irgendwie ein fragwürdiges Director Spotlight. Erkenne hier keine besondere Handschrift des Regisseurs. Die Freundschaften entstehen hier aus dem nichts, der eigentlich Survivalteil fällt vollkommen spannungsarm aus. Daniel Radcliffe ist aber klasse und die Landschaftsaufnahmen logischerweise auch.

The Vault 4/10
Ein Film der mich aufgrund seines verschenkten Potentials wütend macht. Die Vermischung der beiden Genres gelingt zu keinem Zeitpunkt, schon allein die Nutzung des an sich beschränkten Settings scheitert. 4 Punkte gibt’s für die tolle Grundidee, James Franco und ein paar weniger Spannungsmomente.

The Autopsy of Jane Doe 4/10
Größte Enttäuschung, hab wirklich lange darauf gehofft, dass er auf dem FFF läuft. 08/15 Grusel ohne Spannung. Die okkulten, fantastischen Storyelemente sind weder neu noch werden sie irgendwie faszinierend dargeboten. Brian Cox fand ich in der Rolle jedoch super, Emil Hirsch war schon viel besser!

68 Kills 3/10
Zum Glück nur daheim gesehen. Die Dummheit der Hauptperson, der überzogene Humor und die kalkulierte aber stumpfe, stupide Geschmacksüberschreitung regen mich sehr auf. Schwach!

It came from the desert 1/10
Einer der aller schlechtesten Film die ich je im Kino gesehen hab. 100 Prozent unwitzig, klischeehaft, sexistisch, schlecht. Ich zeige generell den Filmemachern meinen Respekt, nicht hier, bin sofort bei den Credits aufgestanden.

Die kommenden Wochen folgt dann noch Veronica, It comes at night, Colossal und The Villainess! Da sind sicher noch ein paar Highlights dabei.


#28

Mein spätes Fazit aus München:

Organisatorisches:
Es gab die Umstellung von freier Platzwahl auf 2 feste Reihen für Dauerkarten. Ich fand die freie Platzwahl besser. Allerdings war das auch nur in den Abendfilmen ein Thema. Ansonsten hat man auch so immer einen freien Platz gefunden.

Zu den Filmen:
Wieder ein guter Jahrgang mit nur wenig Totalausfällen bei 43 gesichteten Filmen. Im Einzelnen:

Awesome
It
Raw
I Remember You
Tragedy Girls
Mayhem

Sehr Gut
Super Dark Times
Double Date
It Comes at Night
Sicilian Ghost Story
Colossal
Jungle
Killing Ground
68 Kill
Schneeflöckchen
Veronica
The Villainess

Gut
Vidar the Vampire
The Autopsy of Jane Doe
Hounds of Love
This is your Death
Blade of the Immortal
Radius
Shock Wave
Victor Crowley
Bad Match
Replace
Land of the Little People
Darkland
Memoirs of a Murderer
It came from the Desert
47 Meters Down

Okay
Rendel
M.F.A.
Reset
Game of Death
My Friend Dahmer
Fashionista

Na ja
The Vault
Playground
The Strange Ones

Grottig
The Night of the Virgin
Psychopaths
Black Hollow Cage