Aktuelle Genrefilme


#151

Also wenn das Weihnachtsplätzchen backen als Kind mit Deiner Mama so viel Spaß gemacht hat wie bei mir, hat das meine Vorfreude auf Blade Runner gerade sehr gesteigert. :yum:


#152

Ja, Spass gemacht hat das Plätzchenbacken anno dunnemal schon, das ist aber tatsächlich nicht unbedingt das, worauf ich mit meiner doch arg kryptischen Allegorie hinauswill…:sunglasses: Naja, mal sehen, eventuell kriege ich es auch morgen am frühen Nachmittag noch hin, ein paar Zeilen dazu abzutippen, dann wird das hoffentlich etwas klarer, wie genau ich das gemeint habe.


#153

Blade Runner 2049 {2017, Denis Villeneuve}
Muss sich natürlich an BLADE RUNNER messen lassen und zieht in allen Bereichen den Kürzeren.
Die Charaktere bei BLADE RUNNER sind durchgehend griffiger und besser. Ich mag Gosling zwar, aber hier wirkt er leider etwas verloren. Kein Vergleich mit Ford. Rachael ist einfach nur mystisch und bezaubernd, da kann die Holodame in 2049 niemals mithalten. Aber auch die anderen Charaktere haben bei BR Ecken und Kanten, hier sind sie nur irgendwelche Figuren, die sehr blass bleiben. Von Rutger Hauer will ich gar nicht erst sprechen. Mit welcher Brachialität der das Finale bestimmt, ist ein absoluter Wahnsinn, da verkommt das Finale bei 2049 zu einem Kiindergartenkampf, der völlig ideenlos verloren ist im Nebel. An den überragenden Vangelis-Score kommt Zimmer zu keiner Zeit auch nur annähernd ran. Da bleibt nix im Ohr hängen außer ein paar Tieftönern.
Zur Optik: Das sieht in BR alles echt und dreckig aus, es gibt so wahnsinnig viele kleine Details, das geht alles in der Nebel-Computeroptik bei 2049 unter. Die Düsternis spürt man schon, aber die gelb-bräunliche Optik zieht gegen den Dauerregen in BR ebenfalls den Kürzeren.
2049 will so viel sein, übernimmt sich dabei in seiner Wichtigkeit. Der Aufbau der Geschichte ist äußerst schleppend, es gibt viel zu viele langgezogene Szenen ohne Nährwert. Da ist BR mit seiner Effektivität ebenfalls haushoch überlegen.
Im Prinzip ist das Weiterspinnen der Existenzfrage ja keine schlechte Idee, aber die ganze Intensität, die BR hatte, verpufft bei 2049 im Dunst.
Wenn ich nur an so viele einzelne geniale Szenen in BLADE RUNNER denke (z. B. die Flucht von Zhora). Da gibt’s in 2049 nicht eine.
Benotung schwierig. Als Film mit eigenständiger Geschichte wäre 2049 vielleicht nicht so enttäuschend gewesen, so wiegt der Schatten von BR wie eine tonnenschwere Last, unter der alles zusammenbricht. Vergebe ein “Ausreichend”.
4,5/10


#154

Dem kann ich nur widersprechen, ich bin immeer noch geplättet von der grandiosen Optik, der düsteren Atmosphäre und und und - mein bisherigen Filmhighlight dieses Jahr! 10/10


#156

Ich bin auch noch voller Euphorie und erfüllten extrem hohen Erwartungen :slight_smile:

Für mich ein in allen Belangen würdiger Nachfolger. Größeres Lob geht kaum. Wahrscheinlich der beste Sci-Fi-Film der 2010er.


#157

Ich finde da hat Villneuve 2 am Start, von denen man das sagen kann, Arrival fand ich auch schon verdammt gut, wenn auch auf einer ganz anderen Ebene.

Und wenn man das zusammenfügen kann, ich habe nichts dagegen!


#158

Schön formuliert und treffend eingefangen. Ich muss gestehen, dass meine Stimmungslage am vergangenen Samstagnachmittag vielleicht nicht ganz die beste war, denn ich war irgendwie nicht eingestellt/vorbereitet auf diese wunderschöne Lethargie, die auch schon das Original innehat. Dort habe ich mehrere Anläufe gebraucht, diese schließlich lieben zu lernen und ich vermute fast, dass es mir da bei Blade Runner 2049 ähnlich gehen wird. Erlebt vielleicht also sogar “nur” 7/10 aber mit Nachhall und Vorschusslorbeeren auf die absolut garantierte Zweitsichtung, habe ich mich für eine 8/10 entschieden. Meine Messlatte für den Film war ungewollt relativ hoch aber nicht zwangsläufig wegen des Originals sondern wegen der emotionalen Wucht namens Arrival. Für mich ist Zimmers bester Score übrigens inzwischen der von Interstellar. Wenn der nicht aus dem Himmel erklingt, falls sich der Menschheit irgendwann mal eine höhere Macht offenbaren sollte, weiß ich’s auch nicht.

Mein englisches Fazit gibt es hier:


#159

Stimmt alles, ich fand den ersten Blade Runner auch roher, die Verfolgungsjagd der Frau war toll, die zweite actionreiche Hälfte. Das Wasserfinale in 2049 war so naja. Hätte nicht gedacht dass man damit den Film beendet. Hatte in seiner epochalen Laufzeit fast nichts zu erzählen. Ist halt so ein Nischengenre dieses Arthouse Sci Fi, aber hat viele Fans, gibt es halt selten, da kommt sowas gut an.


#160

Blade Runner 2049 die zweite, dieses Mal in 2D. Zu meiner Überraschung muss ich feststellen, wie großartig die dreidimensionale Bildgestaltung des Films in der Konvertierung gelungen ist. Das 2D-Bild wirkt demgegenüber tatsächlich deutlich, nun ja, “flacher”, die Welt weniger lebendig. Von daher: 3D-Empfehlung für alle, die ihn noch vor sich haben.

Wer sich für die etwas technischeren Details interessiert – hier spricht Kameramann Roger Deakins:
http://www.icgmagazine.com/web/humanity-2-0/


#161

3D ist 2K, 2D ist 4K.


#162

Ist das eine allgemeine Feststellung oder trifft das nur auf Blade Runner zu? Und wo steht das?


#163

Das sagt der Filmvorführer und sei allgemein so wenn es eine 4K Fassung gibt.


#164

Und wie passt 3D 4K in Sinsheim dazu?


#165

Vermutlich weil das ein IMAX ist. Ich leite es mal an ihm weiter.
Genauso ist es, das gibt es nur im IMAX, alle anderen 3D Screenings sind 2K.


#166

Danke. Wieder was gelernt. Bin eh kein 3D-Freund.


#167

Die bessere weil “fesselndere” King-Verfilmung in 2017, ganz ohne große Vorankündigung auf Netflix veröffentlicht:


#168

Ich habe aktuell das Gefühl der einzige Mensch auf dieser Welt zu sein, dem das neue Blade Runner Sequel nicht so besonders gut gefällt. Für sich alleine genommen ganz gut, aber für ein Blade Runner Sequel hat er den Ton mächtig verfehlt, finde ich.
Diese Leute gibt es, aber für mich ist es eigentlich undenkbar, dass jemand der Blade Runner liebt, richtig gefallen an Blade Runner 2049 finden kann.


#169

Gestern bin ich dann doch noch mal ins Kino. Die Voraussetzungen bei der ersten Sichtung waren ja nicht gerade optimal:

  • 3D
  • Synchro
  • Letzte Reihe im Kino
  • Direkt nach der Arbeit

Gestern nach einem sonnigen Tag war ich doch deutlich entspannter, dazu 2D O-Ton und viel näher an der Leinwand dran. Film hat mir dann auch deutlich besser gefallen, vor allem optisch war’s viel, viel besser, sah echter und greifbarer aus, nicht so künstlich, harmonischer einfach. So wirkte auch das Gesamtbild stimmiger und viele Szenen intensiver.
Die ganz große emotionale Erfahrung war’s trotzdem nicht. Dafür wirken die Charaktere einfach nicht charismatisch genug und das Ende ließ mich dann doch relativ kalt. Wobei Gosling meinen Segen hat für seine Vorstellung, hat schon gepasst. Läst man den ersten BLADE RUNNER in der Schublade, ist BR 2049 schon ein ganz guter Film. Bin also einigermaßen versöhnt.


#170

Ich habe ihn mittlerweile ebenfalls 2x im Kino durch, fand auch 2D wesentlich angenehmer. Bin aber auch kein 3D-Fan. Ganz im Gegenteil.

Und im Freundeskreis sind viele kultische Verehrer des Originals und fast alle lieben auch den Neuen :slight_smile:


#171

Ich habe Blade Runner 2049 auch gestern im Kino gesehen, auf einer gebogenen Cinerama-Leinwand in 2D, leider als deutsche Synchro. Ich finde schon, dass es ihm gelingt, die Atmosphäre des Originals neu zu erschaffen. Und obwohl er regelmäßig zitiert (mal offen, mal eher unterschwellig), wird daraus kein Plagiat, sondern ein eigenes Werk. Dazu kommt, dass er sich den Anforderungen modernen Actionkinos gänzlich verweigert. Die Erzählgeschwindigkeit steht im totalen Kontrast zum heutigen Eventfilm.

Aber was heißt “den Ton verfehlt?”. Ich bin froh, kein 1:1 Update für Fans wie bei Star Wars 7 gesehen zu haben. Natürlich kann man 2049 ablehnen, es gibt genug Kritikpunkte. Etwa hat das Drehbuch einen doch recht simplen Aufbau. Die gedachten Überraschungen sind keine. Das bisschen Showdown hätten sie sich sparen können. Gewinnen kann der Film nur zuvor.

Und emotional habe ich bei Gosling sowieso grundsätzlich Probleme. Für mich ist er eine reine Projektionsfläche, man sieht in ihm, was man sehen will. Von Sean Youngs extrem fragwürdigen Auftritt mal ganz zu schweigen. Als ob es darum gehen würde, eine Checkliste abzuarbeiten. Und zudem komplett gedoubelt.

Aber warum sollte man ihn zwingend als Liebhaber des Originals ablehnen? Diese Kausalität erschließt sich mir nicht.